An diesem Tag

Christian IX.

König von Dänemark (1863–1906)

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Christian IX. (* 8. April 1818 auf Schloss Gottorf in Schleswig; † 29. Januar 1906 auf Schloss Amalienborg in Kopenhagen) war von 1863 bis zu seinem Tode König von Dänemark.

Prinz Christian war Mitglied des herzoglichen Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, einer entfernten Nebenlinie des Hauses Oldenburg, die von König Christian III. von Dänemark und Norwegen abstammte. Angesichts des zu erwartenden Aussterbens der Hauptlinie des Hauses Oldenburg wurde Christian als Folge des Londoner Protokolls von 1852 zum Erben der dänischen Monarchie ernannt. Als der dänische König Friedrich VII. 1863 starb, trat er als König Christian IX. dessen Nachfolge an. Er wurde damit zum Stammvater der glücksburgischen Linie, die bis heute auf dem dänischen Thron sitzt. Durch seine zahlreichen Nachkommen und deren Eheschließungen mit Mitgliedern europäischer Königshäuser erhielt er den Beinamen „Schwiegervater Europas“.

Prinz Christian wurde am 8. April 1818 in der Residenz seiner Großeltern auf Schloss Gottorf nahe der Stadt Schleswig im Herzogtum Schleswig, damals ein Teil des dänischen Gesamtstaates, geboren. Er war das sechste Kind und der vierte Sohn des Herzogs Friedrich Wilhelm von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck (1785–1831) und dessen Gemahlin Luise Karoline von Hessen-Kassel (1789–1867). Er wurde nach dem Cousin seiner Mutter, Christian Friedrich von Dänemark, benannt, der 1839 als Christian VIII. König von Dänemark wurde und auch sein Patenonkel war.

Christians Vater war Oberhaupt des herzoglichen Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck, einer entfernten und unbedeutenden Nebenlinie des Zweiges Schleswig-Holstein-Sonderburg des Hauses Oldenburg, die auf Herzog Johann, einen jüngeren Halbbruder von König Christian III. von Dänemark und Norwegen zurückgeht. Als sogenannte abgeteilte Herren erhielten Johann und seine Nachkommen zwar den herzoglichen Titel und Rang, besaßen aber in Schleswig und Holstein lediglich Erbrechte und verfügten über keine souveränen Ländereien. Da Johann viele Söhne hatte, wurde das Herzogtum Sonderburg nach seinem Tod in mehrere kleine Titularherzogtümer aufgeteilt, die jeweils nur aus wenigen Gütern und Kirchspielen bestanden und demzufolge nicht genug Einkommen für eine standesgemäße Lebensführung erbrachten. Die Linie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck wurde durch Herzog August Philipp, einen Enkel von Johann, begründet und benannte sich nach dem in Löhne liegenden Gut Haus Beck, das zum Besitz des ersten Herzogs gehörte. Die Söhne August Philipps und ihre Nachkommen traten in preußische, polnische und russische Dienste, bis sein Urenkel, der Vater von Prinz Christian, erneut in den dänischen Militärdienst trat und in Holstein stationiert wurde. Dort traf und heiratete er Luise Karoline, eine Tochter des Prinzen Karl von Hessen-Kassel, der am dänischen Hof aufgewachsen war und die jüngste Tochter von König Friedrich V., Prinzessin Louise, geheiratet hatte. Karl hatte in Dänemark Karriere gemacht, wo er dänischer Feldmarschall und Statthalter der Herzogtümer Schleswig und Holstein geworden war.

Durch seinen Vater stammte Prinz Christian somit in gerader Linie von König Christian III. von Dänemark ab, während er durch seine Mutter ein Urenkel von König Friedrich V. von Dänemark war. Er war somit relativ eng mit dem dänischen Königshaus verwandt, jedoch ohne wirkliche Aussicht, den dänischen Thron zu erben.

Der junge Prinz wuchs zunächst mit seinen vielen Geschwistern bei den Großeltern auf Schloss Gottorf, dem traditionellen Sitz der Statthalter von Schleswig und Holstein, auf. Am 6. Juli 1825 wurde Herzog Wilhelm von seinem Schwager König Friedrich VI. von Dänemark zum Herzog von Glücksburg ernannt, da die ältere Glücksburger Linie 1779 ausgestorben war und Schloss Glücksburg jetzt leer stand. Daraufhin änderte Herzog Wilhelm seinen Titel von Herzog zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck zu Herzog von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und gründete damit das später so berühmte Haus Glücksburg.

Die Familie zog auf Schloss Glücksburg, wo Christian mit seinen Geschwistern unter der Aufsicht seiner Eltern aufwuchs. Der Herzog schrieb an einen Freund: „Ich erziehe meine Söhne mit Strenge, damit sie lernen zu gehorchen, ohne es zu versäumen sie verfügbar für die Forderungen und Bedürfnisse der Gegenwart zu machen“. Herzog Wilhelm starb jedoch am 17. Februar 1831 im Alter von nur 46 Jahren an den Folgen einer Erkältung, die sich zu einer Lungenentzündung entwickelt hatte, und nach eigener Schätzung des Herzogs an Scharlach, der zuvor zwei seiner Kinder befallen hatte. Er hinterließ seine Frau als Witwe ohne Geld und mit zehn Kindern. Christian war zwölf Jahre alt, als sein Vater starb.

Nach dem frühen Tod des Vaters 1831 wurde König Friedrich VI. von Dänemark zusammen mit Wilhelm von Hessen-Philippsthal-Barchfeld, einem engen Freund des Vaters, Vormund von Christian und seinen neun Geschwistern. Im selben Jahr äußerte Prinz Christian den Wunsch, zum Marineoffizier ausgebildet zu werden. Beim Besuch des Königs auf Gottorf 1831, kurz nach der Beerdigung von Herzog Wilhelm, stimmte Friedrich VI. aber mit seiner Mutter zu, dass er nach Kopenhagen geschickt würde, um eine Ausbildung als Heeresoffizier zu erhalten. Ab 1832, ein Jahr nach dem Tod seines Vaters, wuchs Christian daher in Dänemark auf und wurde an der Militärakademie von Kopenhagen ausgebildet. Dort erhielt er Einzelunterricht und war nur selten mit den anderen Kadetten zusammen. Andererseits kümmerte sich das sohnlose Königspaar gut um den Jungen, denn Königin Marie Sophie Friederike war seine Tante und König Friedrich VI. der Cousin seiner Mutter. Dazu heiratete 1838 Christians ältester Bruder, Herzog Carl von Glücksburg, die jüngste Tochter des Königspaares, Prinzessin Wilhelmine.

1835 wurde Christian in der Kopenhagener Garnisonskirche konfirmiert, 1836 wurde er zum Rittmeister bei der königlichen dänischen Leibgarde zu Pferde ernannt und bekam dann eine Unterkunft in der Kaserne der Pferdegarde beim Frederiksholms Kanal in Kopenhagen. Hier lebte er in einfachen Verhältnissen, bis König Friedrich VI. ihm 1839 eine Wohnung im Gelben Palais neben Amalienborg gewährte, wo er bis 1865 wohnte. Von 1839 bis 1841 studierte er Verfassungsrecht und Geschichte mit seinem Halbcousin Friedrich Wilhelm von Hessen an der Universität Bonn. Dort erhielt er im Dezember 1839 die Nachricht vom Tod seines Gönners König Friedrich VI., dem König Christian VIII. auf dem Thron folgte, der Cousin seiner Mutter. In den Ferien unternahm er verschiedene Ausflüge in Deutschland und reiste auch nach Venedig. 1841 kehrte er nach Kopenhagen zurück. Auf dem Heimweg stattete er dem Hof in Berlin einen Besuch ab, wo er ein schmeichelhaftes Angebot von König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, sich der preußischen Armee anzuschließen, ablehnte.

Bei der Krönung von Königin Victoria am 28. Juni 1838 in Westminster Abbey in London hatte sich Frederik VI. durch Christian vertreten lassen. Der bewarb sich während seines Aufenthalts in London um die noch ledige junge britische Königin, allerdings erfolglos. Dem Wunsch ihrer Familie folgend zog sie es vor, ihren Cousin Albert von Sachsen-Coburg und Gotha zu heiraten. Dennoch bekam die junge Königin einen guten Eindruck von dem gleichaltrigen Prinzen Christian, der dann 25 Jahre später Schwiegervater ihres ältesten Sohnes, Albert Edward, Prince of Wales, werden sollte.

Christian ging stattdessen eine Ehe ein, die für seine Zukunft nicht ohne Konsequenzen blieb. Im Herbst 1841 verlobte er sich mit seiner Cousine zweiten Grades Louise von Hessen. Sie war eine Tochter des Landgrafen Wilhelm von Hessen-Kassel-Rumpenheim, der als dänischer General in Diensten stand und Gouverneur von Kopenhagen war. Landgraf Wilhelm war mit der Schwester von König Christian VIII., Prinzessin Louise Charlotte von Dänemark, verheiratet und Louise somit die Nichte des neuen Königs. Beide hatten in König Friedrich V. einen gemeinsamen Urgroßvater. Die Hochzeit wurde am 26. Mai 1842 in der Residenz der Eltern der Prinzessin auf Schloss Amalienborg gefeiert. Das Brautpaar unternahm seine Hochzeitsreise nach Kiel, wo es Christians älteren Bruder Karl und dessen Frau Wilhelmine besuchte.

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