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Christian Hirschmentzl

Mönch und Schriftsteller

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Christian Gottfried Hirschmentzl OCist (* 7. Januar 1638 in Frýdek, Herzogtum Teschen; † 26. Februar 1703 in Velehrad, Mähren) war ein Zisterziensermönch und Schriftsteller. Er gilt als bedeutender Repräsentant des schlesischen und böhmischen Barocks.

Zisterzienser in Welehrad und Plass

Christian Hirschmentzels Vater, der aus Liegnitz stammte, war als Protestant zum katholischen Glauben übergetreten. Hirschmentzel besuchte das Gymnasium in Brünn und Olmütz; darauf trat er mit 18 Jahren am 9. März 1656 in das Zisterzienserkloster Welehrad ein. Am 19. Mai 1657 legte er dort die zeitliche Profess ab. Da Abt Johann Salix, der spätere Bischof von Fünfkirchen, alle Nicht-Ungarn aus dem Kloster entfernte, ging er in das Kloster Plass und legte dort am 9. März 1658 die feierliche Profess ab. Unter dem neuen Abt von Welehrad, Bartholomäus Ferreus (1657–1672), konnte er in sein Mutterkloster zurückkehren und neuerlich die Profess ablegen. Am 26. Juli 1659 wurde er zu den niederen Weihen zugelassen und 1661 als Klosterarchivar eingesetzt. 1662–1663 studierte er im Kloster Philosophie. Im August 1663 floh er vor den Türken nach Buchlau und im Oktober wieder nach Plass, konnte aber 1664 nach Welehrad zurückkehren. Am 9. März 1665 wurde er von Erzbischof Ernst Adalbert von Harrach in Prag zum Subdiakon geweiht.

Priester in Borschitz, Bolatitz und Nennowitz. Tod in Welehrad

Nach weiteren Studien im Kloster Saar und am Bernhardskolleg in Prag (wo er Vicesuperior war), veröffentlichte er 1667 die beiden einzigen Schriften, die von ihm im Druck erschienen sind, eine Vita der heiligen Kyrill und Method, sowie eine Fastenpredigt unter dem Titel Rex dolorum. 1668 schloss er sein Studium ab und wurde (am 21. September) 1669 zum Diakon und 1670 von dem Olmützer Erzbischof Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn zum Priester geweiht. Im Kloster übernahm er anfänglich das Amt des Subpriors, dann wurde er in die Seelsorge geschickt, 1671 nach Borschitz, ab November 1674 für fast zwanzig Jahre als Güterverwalter des stiftlichen Gutes nach Bolatitz in Tschechisch-Schlesien. Dort hatte sich nach dem Dreißigjährigen Krieg die Wirtschaft noch nicht erholt. Darüber hinaus sollte er bei der religiösen und moralischen Erneuerung der umliegenden Gegend mitarbeiten. Er besuchte als Vertreter des Klosters den Fürstentag zu Troppau und war 1683 Verbindungsmann zu König Johann III. Sobieski. 1688 gründete er die Rosenkranzbruderschaft. Nach einem weiteren Pfarramt in Nennowitz (Bezirk Brünn-Stadt) kehrte Hirschmentzel 1696 auf eigenen Wunsch nach Welehrad zurück und verbrachte die sieben letzten Jahre seines Lebens mit weiteren Studien.

Hirschmentzl hinterließ außer den zwei gedruckten Schriften mindestens 46 weitere Werke im Manuskript. Warum es nicht zu weiteren Drucken kam, ist unklar. Richter gibt zur Erklärung seine Unbeliebtheit unter den Mitbrüdern und deren Missgunst an. Jedenfalls wurde ihm am 27. September 1700 bescheinigt, dass seine zahlreichen Manuskripte (mindestens 7 000 Seiten) in den Bestand der Klosterbibliothek eingegliedert sind. Sie befinden sich in der Wissenschaftlichen Bibliothek in Olmütz unter den Signaturen M I 396 bis 424 und M II 234 bis 241.

Zu seinen wichtigsten Werken gehören die Abhandlung Zänkerei eines Landwirts mit einem Städter um die Vorteile des Standes, eine lateinische Studie zur polnischen und böhmischen Geschichte, die Vierteilige Geschichte des Böhmischen Königtums, der Markgrafschaft Mähren und des Klosters in Welehrad und eine Sammlung anekdotischer Geschichten, Feriae Christiano Bacchanales.

Er setzte sich für die Beibehaltung des Festes der slawischen Apostel Cyril und Method ein. Ihr Leben stellte er in einem lateinischen Schriftstück dar und ließ eine Kapelle zu ihrer Ehrung erbauen; sie ist nicht erhalten. Beachtenswert ist auch sein Schriftstück Aufheben der Erzgenossen des heiligen Rosenkranzes im Bolatitzer Tempel.

Daneben trat er als Komponist in Erscheinung.

11 Interludes for two clarinos or other soprano instruments. 1977.

Musica Bohemica Prag, Jaroslav Krcek (dir). 1994.

Vzhůru na ptáky. Lovecké písně barokní Čechie. Prag 2001. (Jagdlieder des Barock, CD)

D1. Rex dolorum sive Oratio de passione INRI. Prag 1667. H48

D2. Vita SS. Cyrilli Et Methudii, Archiepiscoporum Moraviae, Sivé Vetus Wellehrad. Nunc Primům vinidicatum A F. Christiano Hirsmentzel, Sac: Ord: Cisterciencic Profess: Wellehrad: Cum Licentia Reverendissimorum Superiorům, Excudebat Urbanus Balthasar Goliasch. Prag 1667. H44.

Manuskripte in alphabetischer Reihenfolge

Im Folgenden werden alle seine Werke, soweit sie bei Richter (R), Halusa (H) oder in WorldCat (W) aufgelistet sind, in der alphabetischen Reihenfolge des Schlüsselbegriffs des Titels aufgeführt. Die jeweiligen Nummern bei Richter und Halusa sind hinzugefügt, ebenso wie die bei WorldCat angegebenen Umfänge.

M1. Amorosae et dolorosae septuaginta quatuor collectiones sponsae et sponsi sanguinum seu meditationes de passionis Domini. H4, W: 148 Blätter.

M2. Archi-Confraternitas sacri Rosarii BVM in Bolatitz cum Hyperdulia Mariana praedicabili. Erzbruderschaft des Heiligen Rosenkranzes in Bolatitz. Arcibratrství svatého růžence v chrámu Páně Bolatským. R40, H3, W: 366 Seiten.

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