An diesem Tag

Christiaan Tonnis

Deutscher Maler, Zeichner und Videokünstler

Anúncio

Christiaan Dirk Tonnis (* 5. Juni 1956 in Saarbrücken) ist ein deutscher Maler, Zeichner, Videokünstler, Fotograf und Autor. Er studierte von 1980 bis 1985 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main bei Dieter Lincke, Klaus Staudt und Herbert Heckmann, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Christiaan Tonnis’ Vater Dirk Tonnis (13. April 1914 – 23. August 1985) war Produzent von Zeichentrickfilmen in den Toonder Studios in Amsterdam. Dort schrieb er auch als Autor die Fortsetzungsgeschichte „Detective Kommer“. Später wechselte er als Programmdirektor zu Telesaar und dem Saarländischen Rundfunk in Saarbrücken. Seine Mutter Gisela Tonnis (geb. Purwins), (26.04.1925 – 19.10.2006), war Fernsehansagerin bei Telesaar und Moderatorin und Produzentin beim Saarländischen Rundfunk und Fernsehen, danach Produzentin von Radioserien und Journalistin in Frankfurt am Main.

Tonnis besuchte die Selma-Lagerlöf-Schule in Buchschlag und das Internat Albert-Schweitzer-Schule (Villa Lilly) in Lindschied.

Seine Beschäftigung mit Literatur der Psychopathologie, Psychoanalyse und des Schamanismus spiegelt sich in seinen frühen Arbeiten wider. Dies sind zeichnerische Darstellungen verschiedener Krankheitsbilder wie z. B. der Katatonen Starre oder Postpartalen Psychose, in denen er z. T. „Drähte, Nähte, Masken, Teilmasken – sie sind manchmal kaum sichtbar, so identisch scheinen sie mit der Physiognomie“ – über die Porträts legt. Tonnis beschreibt, dass diese Krankheitsbilder verschiedene Bedeutungsebenen enthalten und eine von mehreren Lesarten die der Initiations–Krise ist: „Psychosen, Schocks, Todeserfahrungen und Visionen sind der Ruf, ein Schamane zu werden. Wird der Aufforderung entsprochen und mit der Einweihung bzw. Ausbildung begonnen, verschwinden die Symptome. Man spricht von der 'Selbstheilung einer Psychose' und dem 'Verwundeten Heiler', 'denn nur der verwundete Heiler kann heilen.'“

Mittels Zeichnungen, Gemälden und Grafiken entstehen zudem Porträts von Arthur Rimbaud, Franz Kafka, William S. Burroughs, Virginia Woolf, Sylvia Plath, Ludwig Wittgenstein und Alberto Giacometti. Zu diesen Arbeiten meint Herbert Heckmann: Tonnis „öffnet uns die Augen und wir sehen in seinen Bildern mehr als wir sehen. Wir entdecken das Andere, über das sich nur sagen lässt, dass es das andere ist“.

Mit der Darstellung eines goldenen Kreuzes über schwarzem und violettem Untergrund – in einzelne Pixel gegliedert auf die Wand gemalt – ist Tonnis einer von 36 internationalen Künstlern, die im Januar 2013 den 4,5 Meter hohen, gekachelten Raum „Pixelkitchen“ im Günes Theater Frankfurt gestalten und dadurch die digitale in die analoge Welt holen. Alle „künstlerischen Arbeiten werden an die Wände geklebt, gemalt und genagelt.“

Christiaan Tonnis ist Mitglied der St. Paulsgemeinde Frankfurt und der Internationalen Novalis-Gesellschaft.

Teilnahme an der Performance „Who let the dogs out, Edith?“ während des „Sommer Atelier 2009“ im Kunstverein Familie Montez, Frankfurt am Main. „Als Ausgangsmaterial dient dabei Hans-Jürgen Syberbergs 1988 in Frankfurt gezeigte Inszenierung von Heinrich von Kleists Drama ‚Penthesilea‘, ein Monolog der großen Schauspielerin Edith Clever.“

Am 20. Juni 2021 führt Tonnis die Performance „Novalis“ als Live-Stream im Kunstverein Eulengasse auf. In seiner leuchtenden Hand hält er einen Strauß blauer Blumen und schreibt mit diesem zwei Textpassagen aus Novalis’ Roman Heinrich von Ofterdingen auf einen raumgreifenden Horizont. Die Einschreibung eines poetischen Textes der Frühromantik ist „als Gegenentwurf für unsere aus den Fugen geratene, schwankende Welt zu lesen“.

Teilnahme an „Road Movie“, einer Produktion von Frieze Film 2008 für die Frieze Art Fair und Channel 4, London. „Road Movie“ ist ein von Neville Wakefield kuratiertes, 4–teiliges, multiples Film-Experiment – zusammengestellt aus mehreren Beiträgen und produziert auf YouTube – das sich auf den Roman Die Straße (2006) von Cormac McCarthy bezieht.

Ab 2009 entstehen 136 Videofilme zu Ausstellungsvorbereitungen, Kunstprojekten, Vernissagen und Interviews für den Kunstverein Familie Montez. Davon zeigen 16 Arbeiten vom Dezember 2020 den Entstehungsprozess eines 18 × 3,25 Meter großen Wandgemäldes, das in dem Gemeinschaftsprojekt „Ein ganz normaler Herbst, nur anders …“ von mehr als 40 Künstlern erschaffen wurde.

2011 arbeitet Tonnis mit vier Schülern der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule an dem Filmprojekt „5+5=1! Schule macht Kino“ – eine 38-minütige Festival-Dokumentation über den Rödermärker Kultursommer, die im Lichtspielhaus Urberach uraufgeführt wird.

Eine Serie von 14 Videoarbeiten dokumentiert den IV. Performance Day 2018 im OST>STERN Frankfurt. Teilnehmende Künstler waren u. a. VestAndPage, Yingmei Duan und Mariola Brillowska.

Mit Fotografien, in denen „Alltag und Traum aufeinandertreffen“, die keine Motive dokumentieren, sondern Lichtstimmungen einfangen und das Flüchtige in einem „magischen Moment“ sichtbar machen, nimmt Tonnis 2025 an der Ausstellung „Stadt.Licht. Frankfurter Fotograf*innen“ im BBK Frankfurt teil.

Über die „Bilder zur Bibel“ sagt die Zeitschrift Junge Kirche: „Seit Jahren befasst sich der Maler […] mit biblischen Themen. 'Biblische Texte kann ich nicht illustrieren. Ich lese einen Text wieder und wieder, meditiere ihn, bis er einen Impuls in mir auslöst, den ich in ein Bild umsetze.' Es entstehen Bilder, die ihrerseits nur meditierend betrachtet werden können. Der Goldgrund erinnert an mittelalterliche Altarbilder und Ikonen der orthodoxen Kirchen. Aber von ihm heben sich keine Heiligenfiguren ab, allenfalls Zeichen, die für Deutungen offen sind. Dieses Vorgehen erklärt, warum der Künstler kaum biblische Erzählungen, die so leicht zu illustrieren wären, zum Bildthema nimmt – stattdessen Psalmen, Sprüche Salomos, das Hohelied. Zu den Bildern gehören die Bibeltexte. Die Meditation des Textes und die Meditation des Bildes fließen ineinander.“

Sein Gemälde „Christliches Kreuz 5“ wird 2021 als Cover für die Taschenbuchausgabe von Adolf von Harnacks theologischem Werk „Das Wesen des Christentums“ verwendet.

Ausstellungen und Festivals (Auswahl)

1986: Christiaan Tonnis: Zeichnungen, Galerie Das Bilderhaus, Frankfurt

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Christiaan Tonnis | World in Stories