An diesem Tag

Chris Rea

Britischer Musiker (1951–2025)

Anúncio

Christopher „Chris“ Anton Rea (* 4. März 1951 in Middlesbrough, England; † 22. Dezember 2025) war ein britischer Rock- und Bluessänger, Komponist, Pianist und Gitarrist. Er war bekannt für seine heiser-rauchige Stimme und seine Bottleneck-Technik auf der Gitarre.

Rea veröffentlichte 25 Studioalben und verkaufte über 40 Millionen Tonträger. Zu seinen bekanntesten Songs zählen Fool (If You Think It’s Over) (1978), I Can Hear Your Heartbeat (1983), Josephine (1985), On the Beach (1986), Driving Home for Christmas (1986), Let’s Dance (1987), Road to Hell (Part 2) (1989), Auberge (1991), Looking for the Summer (1991) und Julia (1993).

Reas Karriere umfasst zwei Perioden – eine Pop-orientierte mit Rock-Blues-Musik in den 1980er und 1990er Jahren und eine mit vorwiegend klassischem Delta- und Gospel-Blues ab 2002.

Rea war irisch-italienischer Abstammung und das viertgeborene von sieben Geschwistern. Seine Mutter Winifred K. Slee († 1983) war Irin, sein Vater Camillo Rea († 2010) stammte aus Arpino in Italien. Er war ein regional bekannter Eisfabrikant und betrieb zusammen mit seinem Bruder 21 Cafés in der Region Teesside. Chris arbeitete seit seinem 13. Lebensjahr im Familienbetrieb mit und kaufte sich mit dem verdienten Geld seine erste Gitarre, eine gebrauchte 1961 Höfner V3.

Mit 21 Jahren begann er vergleichsweise spät als Autodidakt Gitarre zu lernen. Dabei nutzte er jede freie Minute während seiner Arbeit, um im Lagerraum der Eisfabrik Gitarre zu üben. Seine Vorbilder waren der Delta-Blues-Musiker Charley Patton (1891–1934), den er einmal im Radio hörte, wobei er von dem Sound dessen Slide-Gitarre angetan war, sowie die Gitarristen Ry Cooder und Joe Walsh.

Obwohl Rea Linkshänder war, entschied er sich – anders als Linkshänder wie Jimi Hendrix – die Gitarre rechts zu spielen (wie auch Gary Moore).

1973–1977: Erste Bands Magdalene, „Beautiful Losers“ und Solosingle

1973 trat Rea der lokalen Teesside-Band Magdalene bei. Er spielte Gitarre, war Songwriter und übernahm den Gesang, nachdem der Sänger bei einem Auftritt ausgefallen war. Zwischendurch bekam Rea einen Solovertrag bei dem Independent-Label Magnet Records und veröffentlichte seine erste Single So much Love / Born to Lose (1974). 1975 wurde die Band Magdalene in Beautiful Losers umbenannt und gewann im gleichen Jahr den Melody Maker’s Best Newcomers Award. Da weitere Erfolge ausblieben und kein Plattenvertrag zustande kam, verließ Rea 1977 die Band und startete seine Solokarriere.

1978–1988: Fool (If You Think It’s Over) bis Driving Home for Christmas

Reas Vertrag mit Magnet Records ermöglichte ihm, ein Soloalbum zu produzieren. Ein erster Versuch scheiterte allerdings, weil die Aufnahmen, so Magnet-Chef Levy, als unter Reas Möglichkeiten angesehen wurden und die Songs „nicht seinem großen Talent entsprachen“ („… didn’t … capturing his huge Talent“). Magnet Records engagierte daraufhin den erfahrenen Elton-John-Produzenten Gus Dudgeon, um eine breitentaugliche Platte zu produzieren. Ein weiterer Streitpunkt war der Versuch des Labels, Reas Namen in „Benni Santini“ umzubenennen, um ihn kommerziell attraktiver und mehr nach einem schmachtenden italienischen Sänger klingen zu lassen (englisch: croony). Außerdem befürchteten sie eine Verballhornung des Namens, in bspw. „diar-rhoea“ (dt.: Durchfall) oder „gonor-rhoea“ (dt.: Gonorrhoe/Tripper). Rea lehnte ab. Ironischerweise benannte er sein erstes Album Whatever Happened to Benny Santini? Das Album wurde von der Kritik als glattproduziertes Rock-Pop-Durchschnittsalbum beurteilt. Es enthielt wenig Gitarrensound, dafür mehr Piano als führendes Instrument. Die musikalische Ausrichtung des Labels war, eine Art „Elton Joel“, also eine Mischung aus Elton John und Billy Joel, aus ihm zu machen, so Rea in einem Interview mit Andy Walsh („'Elton Joel', that was the idea the record label had for me“, 2014). Was dieses Album jedoch heraushebt, so Rob Caldwell von AllMusic, sei Chris Reas Stimme. Die Single Fool (If You Think It’s Over) erreichte in den Billboard Hot 100 Rang zwölf (1978) und wurde für den Grammy „Best New Artist“ nominiert, den schließlich die amerikanische Disco-Band A Taste Of Honey gewann. Es war auch gleichzeitig Reas größter Hit in den USA. Das Album Whatever Happened to Benny Santini? erreichte dort Platz 49, während es in Großbritannien unbeachtet blieb.

Sein nächstes Projekt Deltics (1979) wurde ebenfalls von Gus Dudgeon produziert und war mit Platz 54 sein erster Charterfolg in Großbritannien. Die Single Diamonds erreichte auf beiden Seiten des Atlantiks Rang 44. Der Song ist im Stile eines Elton-John-Stückes produziert, genauso wie die zweite Singleauskopplung Raincoat and a Rose und der Opener Twisted Wheel. Nur der Song Deltics, eine Country-Rock-Nummer, ließ Rea bereits als hervorragenden Gitarristen erkennen. Für Sharon Mawer von AllMusic ist es dennoch ein großartiges und unterbewertetes Album. Rea zeigte sich jedoch unzufrieden mit Gus Dudgeon und den anderen „Schlipsträgern“ („men in suits“) bei Magnet Records, weil sie seinen Blues-beeinflussten Musikstil bis zur Unkenntlichkeit „glattpolierten“ („smoothed out“).

Sein drittes Album Tennis (1980) produzierte Rea nun selbst und es war daher deutlich gitarrenbetonter und einige Songs (Every Time I See You Smile, Stick It) über fünf bzw. sechs Minuten lang. Das Album kletterte jedoch in den UK-Charts nicht höher als auf Platz 60.

Auch sein vierter Longplayer Chris Rea (1982), mit ähnlichem Songkonzept, kam nicht über Rang 52 in den UK-Charts hinaus. Bei der Produktion halfen allerdings viele prominente Sessionmusiker aus, wie Ray Cooper. Mit der Single des Albums Lovin You konnte sich Rea jedoch wieder in den US Billboard Top 100 platzieren (Peak 88). In den UK-Charts kletterte sie bis auf Rang 65.

Seine fünfte Veröffentlichung Water Sign (1983) erreichte erstmals ein breiteres internationales Publikum und chartete außer in Großbritannien (Peak 64) und Australien (Peak 60) auch in Frankreich (Peak 26), den Niederlanden (Peak 33), Norwegen (Peak 7) und erstmals in West-Deutschland (Peak 30). Der rockig-bluesige Song Texas mit Reas typischem Slide-Gitarrenspiel ragt aus der eher ruhigen Synthesizer-Produktion heraus. Rea trat nun eine UK-Club-Tour an und spielte zunächst vor kleinem Publikum mit 30–70 Zuhörern. Bei einer anschließenden größeren Tour mit 60 Auftritten trat Rea als Support Act für Saga auf und erreichte damit über 500.000 Verkäufe seines neuen Albums innerhalb weniger Monate. Die Singleauskopplung I Can Hear Your Heartbeat platzierte sich mit ähnlichem Erfolg in Europa wie das Album Water Sign.

Mit dem Nachfolgealbum Wired to the Moon (1984) schaffte Rea erstmals eine Top-40-Platzierung in Großbritannien (Peak 35) und in West-Deutschland sogar die Chartposition 17. Anschließend tourte Rea weiter durch Europa, um eine solide Fanbasis aufzubauen.

Das siebte Album Shamrock Diaries (1985) war die erste Wende in Chris Reas Karriere, denn es verkaufte sich mehr als eine Million Mal und war der Beginn seines kommerziellen Erfolges der nächsten Jahrzehnte. Entsprechend dem Musikstil der 1980er Jahre beinhaltet das Album vor allem Synthiepop und viele Balladen. Es erreichte mit Rang 15 in den UK Charts seine bis dahin höchste Platzierung. In West-Deutschland stieg der Longplayer sogar bis auf Platz zwölf (AT –, CH Peak 18). Die Singleauskopplung Stainsby Girls (Peak 26) war eine Hommage an seine Frau Joan, die an der Stainsby Secondary Modern School zur Schule gegangen war. Die zweite Singleauskopplung Josephine erreichte Rang 31 und war seiner gleichnamigen Tochter gewidmet. Im Laufe der Jahre nahm Rea mindestens elf weitere Versionen dieses Songs mit unterschiedlichen Längen auf, die sich auch stilistisch von bluesig, funkig bis rockig oder mal mehr rhythmusbetont unterschieden. Für Rea sei es das erste Album gewesen, das er ganz nach seinen Vorstellungen habe produzieren können, und der Grundstein seiner späteren Erfolge gewesen.

Mit seinen nächsten beiden Veröffentlichungen On the Beach (1986, UK Peak 11, AT Peak 20, CH Peak 10, DE Peak 2, NL Peak 1) und dem Album Dancing with Strangers (1987, UK Peak 2, AT Peak 13, CH Peak 7, DE Peak 5) übertraf Rea wieder die Erfolge der Vorgängeralben und erhöhte seinen Bekanntheitsgrad in Europa. 1986 trat Rea unter anderem vor 80.000 Zuhörern beim alljährlichen Slane in Irland auf. Headliner waren damals Queen. In West-Deutschland erreichten beide Alben die Top 10 und wurden mit Gold ausgezeichnet. Während On the Beach ein glattpoliertes ruhiges jazziges Pop-Soul-Album mit Texten einer positiven Weltsicht ist, kommt Dancing with Strangers (Peak 5) mit einem gitarrenbetonten Sound und düsteren Texten daher. Dieses Album ist auch ein zweiter Wendepunkt in Reas Karriere, da es die Grundlagen für seinen raueren bluesigen Gitarrenstil legte und musikalisch nicht mehr bedingungslos die Wünsche seines Labels bediente. Die Produktion wurde teilweise im oberfränkischen Untertrubach bei Hartmann Digital eingespielt und profitiert außerdem von dem erzeugten Live-Sound im Studio. Mit nur drei Mikrophonen wurden die Songs live eingespielt und mit einigen Instrumenten „overdubbt“, so Rea in einem Interview in The Story Behind auf seinem YouTube-Kanal.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken
Chris Rea | World in Stories