An diesem Tag

Chris Benoit

Kanadischer Wrestler und Mörder

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Christopher „Chris“ Michael Benoit (* 21. Mai 1967 in Montreal, Québec; † 24. Juni 2007 in Fayetteville, Georgia) war ein kanadischer Wrestler. Benoit wurde als vielseitiger Wrestler beschrieben, der verschiedene Kampfstile – darunter europäische, japanische, amerikanische und mexikanische – miteinander verband. Er wurde unter Experten als technisch versierter Wrestler angesehen und hielt Titel in mehreren Wrestling-Promotionen.

Sein technisches Können und seine Leistungen im Ring werden jedoch von seinen letzten Taten überschattet. 2007 beging Benoit innerhalb von drei Tagen einen Doppelmord an seiner Frau Nancy Benoit und dem gemeinsamen siebenjährigen Sohn Daniel Benoit. Nach der Tat beging er Suizid. Die Tat wird, neben familiären Streitigkeiten, auch auf Jahre des Medikamentenmissbrauchs sowie häufige Kopfverletzungen und damit einhergehende Verletzungen des Gehirns zurückgeführt. In der Folge distanzierte sich sein langjähriger Arbeitgeber World Wrestling Entertainment (WWE) von ihm und entfernte seinen Namen von sämtlichen Websites sowie aus den Videoarchiven.

Chris Benoit wuchs in Montreal auf, ehe seine Familie 1979 nach Edmonton, Alberta, Kanada umzog. Dort besuchte er die St. Edmond Junior High, wo er als stiller und unauffälliger Schüler galt. Jedoch brachte er sportliche Fähigkeiten mit und trainierte unter anderem Leichtathletik, wo er als schneller Sprinter galt.

In Edmonton kam er zum ersten Mal mit dem Wrestling in Berührung. Die in Calgary beheimatete Veranstaltung Stampede Wrestling faszinierte Benoit, speziell sein großes Vorbild Tom Billington, der als „Dynamite Kid“ antrat. Danach stand der zukünftige Berufswunsch Benoits fest. Er besuchte das Haus von Stu Hart, dem Promoter von Stampede und Vater einer Wrestlingdynastie, deren prominentes Mitglied Brett Hart ist, etwa um 1980, mit 13 Jahren und lernte dort sein großes Idol kennen. Dabei handelte es sich um eine seltene Gelegenheit, denn zu jener Zeit war Kayfabe, also das Vorspielen, das Wrestling echt ist, eine große Sache, und Dynamite Kid galt als Heel (Bösewicht). Für Benoit war dies ein außergewöhnlicher Moment, der den Rest seines Lebens prägen sollte.

Benoit begann sich auf eine Wrestlingkarriere vorzubereiten. Er trainierte mit dem lokalen Wrestler Mike Hammer und stemmte in seiner Freizeit exzessiv Gewichte, zunächst zu Hause, dann in Fitnessstudios. Etwa um diese Zeit begann der schmächtige und für einen Wrestler jener Zeit mit 1,77 m etwas zu kleine Benoit Steroide zu nehmen.

Nach der High School begann Chris Benoit 1985 ein Training beim Stampede-Inhaber Stu Hart. Der „Dungeon“ galt als eine Harte Schmiede für zahlreiche Athleten, insbesondere durch Stu Harts harte Submission-Schule, mit der er verschiedene Wrestler zuerst brach, um sie danach aufzubauen. Neben Stu Hart trainierte ihn vor allem Bruce Hart, der auch als Booker für Stampede arbeitete.

Seine Karriere startete Benoit gegen Ende des Jahres bei Stampede Wrestling Promotion, wo er auch mehrere Titel halten durfte. Die Jahre bei Stampede prägten den jungen Benoit, der wie im Wrestling üblich, von den anderen Wrestlern aufgezogen und zum Teil mit makabren Scherzen versucht wurde zu brechen. Dazu gehörte unter anderem die Betäubung mit illegalen Substanzen wie GHB oder LSD und versehen mit Superkleber oder das Bemalen mit obszönen Bildern. Jedoch stieg er schnell auf und wurde bis zur Schließung 1989 einer der großen Stars der Promotion.

Parallel zu seinem Start in Kanada wurde er ab 1986 ebenfalls bei New Japan Pro-Wrestling (NJPW) verpflichtet, auf Einladung von Bad News Brown. Dort ging er durch das ähnlich harte Dojo-System der japanischen Promotion, bei der er im ersten halben Jahr nur ermüdende und harte Zirkeltrainings absolvieren durfte, während er als Ausländer die Demütigungen durch die anderen Wrestler ertragen musste. Anders als bei Stampede, wo dies eher der Unterhaltung der anderen Wrestler diente, um die langweiligen Stunden auf den Fahrten zu überbrücken, hatte die Demütigung hier ein System. Die körperliche Bestrafung sowie die an Mafia- oder Rockerstrukturen ähnelnden Dienste für erfahrenere Wrestler dienten als eine Art der Bewährung. Es wurde zudem erwartet, dies genauso zu handhaben, wenn man dieses System abgeschlossen hat. Aus der ersten Trainingszeit resultieren auch Benoits Blumenkohlohren, die durch harte Schläge der anderen Wrestler hervorgerufen wurden. Erst nach der halbjährigen Trainingszeit durfte er erstmals einen Ring betreten, wo der japanische Wrestlingstil schließlich vermittelt wurde. Der japanische Stil war vor allem auf das Kayfabe ausgelegt. Das heißt, das Wrestling wurde stärker als realer Wettkampf vermittelt, die Schläge waren sehr viel härter und die Aktionen deutlich schmerzvoller als im US-amerikanischen Wrestling. Benoit durfte im Anschluss als maskierter Pegasus Kid auftreten und erhielt einen veritablen Push.

Januar 1990 musste Stu Hart wegen der übergroßen Konkurrenz der WWF von Vince McMahon seine Promotion verkaufen und Benoit sich einen neuen Arbeitgeber suchen.

Da Benoit gute Erfahrungen in Japan gesammelt hatte, zog er dorthin. Hier traf er auch erstmals auf seinen späteren Freund und Kollegen, den mexikanischen Wrestler Eddie Guerrero, der damals als Black Tiger antreten durfte. In Japan gewann Benoit 1990 den International Wrestling Grand Prix.

1991 war Benoit auch eine Zeit bei Tri-State Wrestling Alliance verpflichtet worden. Dort bestritt er zahlreiche Matches und konnte seinen persönlichen Wrestlingstil ausbauen und langsam perfektionieren.

Ende des Jahres 1991 war Chris Benoit in Deutschland und Österreich aktiv. Bei der Catch Wrestling Association wurde er gemeinsam mit Dave Taylor Tag-Team-Champion. Er lernte eine Deutsche kennen und beide heirateten. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor.

Von 1991 bis 1994 trat er immer wieder in Mexiko auf, unter anderem auch als Wild Pegasus, nachdem er seine Maske verloren hatte. Er bezeichnete diese Zeit später als prägend, insbesondere weil er die Kameradschaft, insbesondere mit Guerrero, sehr genoss. In der damaligen Universal Wrestling Association (UWA) durfte er mehrere Titel halten. Auch eine lange Fehde mit seinem Freund Owen Hart, der damals als Blue Blazer zu sehen war, zählte zu den Highlights der Karriere von Benoit in Mexiko. Ebenso lernte er in dieser Zeit Chris Jericho kennen, der lange zu seinen besten Freunden zählte. Auch der mexikanische Stil unterschied sich deutlich vom US-amerikanischen und japanischen. Das mexikanische Wrestling war wesentlich athletischer, auf Schnelligkeit und spektakuläre Aktionen setzend, ohne den Gegner wirklich zu verletzen.

Extreme Championship Wrestling

Da Benoit mit dieser Lösung unzufrieden war, schloss er sich 1994 Extreme Championship Wrestling (ECW) aus Philadelphia an. Gemeinsam mit Shane Douglas und Dean Malenko bildete er hier die Gruppierung „Triple Threat“, die inzwischen bei den Fans Kultstatus hat. Hier bekam er auch seinen langjährigen Spitznamen „The Crippler“ (deutsch „der Verkrüppeler“), als Sabu, ein Wrestler der für seine waghalsigen Manöver bekannt war, während eines Matches gegen Benoit unglücklich auf den Kopf fiel und eine gequetschte Wirbelsäule sowie einen Nervenschaden davontrug. Benoit, noch unter Schock stehend, seinen Freund und Kollegen verletzt zu haben, erhielt den makabren Spitznamen von Paul Heyman direkt im Anschluss an das Match. Obwohl ihm der Spitzname zunächst nicht behagte und er sich jahrelang Vorwürfe machte, sollte ihn der Name seine ganze Wrestlingkarriere begleiten, bis er ihn schließlich annahm und er ihn mit Solz erfüllte.

Mit Dean Malenko hielt Benoit 42 Tage lang die ECW World Tag Team Championship, sein einziger ECW-Titel in der rund einjährigen Zeit bei ECW. Im Juni 1995 hatte er ein Try-Out-Match bei der damaligen WWF in einem Match gegen Sparky Plug, Adam Bomb und seinen guten Freund Owen Hart. Bereits vorher war er unzufrieden mit der ECW, da häufig die Gehaltschecks platzten. Zudem hatte er Probleme mit dem Arbeitsvisum, das er als Kanadier in den Vereinigten Staaten brauchte.

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