An diesem Tag

Chester W. Nimitz

Flottenadmiral der US-Marine

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Chester William Nimitz, Sr. (* 24. Februar 1885 in Fredericksburg, Texas; † 20. Februar 1966 auf Yerba Buena Island, Kalifornien) war während des Zweiten Weltkriegs Fleet Admiral der US Navy und Oberbefehlshaber der alliierten Marineeinheiten im Pazifikkrieg.

Nimitz wurde im von deutschen Siedlern (Deutschtexaner) des sog. Vereins zum Schutze deutscher Auswanderer (auch Texasverein, Mainzer Adelsverein) im Jahre 1846/47 gegründeten Fredericksburg in Texas geboren, einer Stadt mit heute noch starker deutsch-texanischer Tradition. Sein Großvater Karl Heinrich (später Charles Henry) Nimitz, ein gebürtiger Bremer und früherer Seemann, führte dort ein kleines Hotel, das Nimitz Hotel – heute Teil des Nimitz State Historical Park und National Museum of the Pacific War. Chesters Vater, der Viehhändler Chester Bernard Nimitz, war fünf Monate vor Chesters Geburt gestorben, und so musste ihn seine Mutter Anna Henke mit Hilfe des Großvaters, der dem Kind den Vater ersetzte, großziehen. Zu Hause wurde ausschließlich Texasdeutsch gesprochen, in der Schule Englisch.

Nimitz hatte ein sehr enges Verhältnis zu seinem Großvater und bezeichnete ihn öfter als „wichtigsten Mann in seinem Leben“. 1890 heiratete die Mutter den Bruder ihres verstorbenen Mannes, William, und hatte mit ihm noch zwei weitere Kinder, Otto und Dora. Da es der Familie Nimitz finanziell nicht gut ging, arbeitete Chester vom achten Lebensjahr an nach der Schule und an den Wochenenden als Botenjunge und später als Hoteldiener am Empfang des elterlichen St. Charles Hotel in Kerrville.

Nimitz heiratete 1913 in Wollaston, Massachusetts, Catherine Vance Freeman, Tochter von Richard Rich Freeman, Jr. und Mary Turner Manson aus Wollaston. Beide hatten vier Kinder, drei Töchter und einen Sohn: Catherine Vance „Kate“ (1914–2015), Chester William „Chet“ (1915–2002), Anna Elizabeth „Nancy“ (1919–2003), Mary Manson (1931–2006), als Dominikanerin Sister Mary Aquinas

Chester W. Nimitz Jr. wurde Marineoffizier und U-Bootmann. Er wurde 1957 Konteradmiral. 1969 bis 1980 war er Vorstandsvorsitzender von PerkinElmer.

Da seine Eltern ihm den Besuch einer höheren Schule nicht finanzieren konnten, bewarb Chester sich um eine Zulassung zur Militärakademie in West Point. Als diese vorläufig nicht zu bekommen war, bewarb er sich um den Ausbildungsplatz an der Marineakademie in Annapolis, den der Kongresswahlkreis Nr. 12 in Texas für den Kadettenjahrgang 1901 zu vergeben hatte, und wurde angenommen. Daraufhin verließ er die High School ohne Abschluss. Erst Jahrzehnte später, als er schon Flottenadmiral war, erhielt er sein High-School-Abschlusszeugnis.

An der Akademie war Nimitz einer der besten Schüler seines Jahrgangs, vor allem in Mathematik und Sport, und graduierte als Siebtbester von 114 Absolventen des Abschlussjahrgangs 1905. Im Akademie-Jahrbuch Lucky Bag wird ihm eine sichere Zukunft („A man he seems of cheerful yesterdays and confident tomorrow“ – William Wordsworth, The Excursion, 1814) vorausgesagt.

Zum Midshipman ernannt ging er in San Francisco an Bord der USS Ohio, des Flaggschiffs der Asienflotte, und fuhr die nächsten vier Jahre in asiatischen Gewässern. Im September 1906 wechselte er auf die USS Baltimore und wurde am 31. Januar 1907, nach Ablauf der vorgeschriebenen zwei Jahre auf Fahrt, zum Leutnant zur See (Ensign) befördert. Er blieb in Asien und erhielt das Kommando über das ehemals spanische Kanonenboot USS Panay und über die Marinestation in Polloc, Mindanao. Danach wurde er, mit nur 22 Jahren ungewöhnlich früh, Kommandant des 420-Tonnen-Zerstörers USS Decatur. Am Abend des 7. Juli 1908 erfuhr seine Karriere einen empfindlichen Einbruch, als sein Schiff bei der Einfahrt in den Hafen von Batangas City auf Grund lief. Zwar konnte die Decatur am nächsten Tag wieder freigeschleppt werden, doch Nimitz wurde vor ein Militärgericht gestellt, schuldig gesprochen und gerügt; außerdem verlor er sein Kommando und wurde in die Vereinigten Staaten zurückbeordert.

Wegen des Decatur-Zwischenfalls erhielt Nimitz nicht die begehrte und karrierefördernde Verwendung auf einem Schlachtschiff, sondern wurde stattdessen im Januar 1909 zur eben erst entstehenden U-Boot-Flotte abkommandiert – zu den pigboats, auf die jeder Marineoffizier, der etwas auf sich hielt, nur mit Verachtung herabsah. Nimitz selbst beschrieb die U-Boote dieser Zeit später als „eine Kreuzung aus einer Jules-Verne-Fantasie und einem buckligen Wal“, und Peter Maas zitiert in seinem Buch The Fateful Hours (New York, 1999) den Kapitän des Schlachtschiffs USS Oklahoma mit den Worten: „Nur der Abschaum der Marine dient auf U-Booten.“

Nimitz fand sich schnell mit seiner Situation ab und wurde während der nächsten Jahre bei dieser sich schnell entwickelnden Waffengattung zum überzeugten U-Boot-Mann. Nach vier Jahren Fahrt auf verschiedenen U-Booten war er Experte für Unterwassereinsätze, eine Erfahrung, die sich im Pazifikkrieg, als die Zerstörung der japanischen Handelsmarine durch U-Boote entscheidend zur japanischen Kapitulation beitrug, als sehr wertvoll erweisen sollte.

Sein erstes U-Boot war die Plunger, danach die Snapper (2. Februar 1910), die Narwhal (18. November 1910) und die Skipjack (1912). Im Mai 1909 wurde Nimitz kommandierender Offizier der 1. U-Boot-Flottille und 1910 zum Oberleutnant zur See (Lieutenant Junior Grade) und am selben Tag zum Kapitänleutnant (Lieutenant) befördert, er hatte somit einen Dienstgrad übersprungen. Im Oktober 1911 wurde er Kommandeur der 3. U-Boot-Flottille im Atlantik und hielt 1912 an der Marineakademie einen Vortrag über die Möglichkeiten der Kriegführung mit U-Booten. Dieser Vortrag wurde zwar veröffentlicht, blieb aber ohne nennenswerte Resonanz (Defensive and Offensive Tactics of Submarines, 1912). Im selben Jahr wurde Nimitz mit der silbernen Lebensrettungsmedaille ausgezeichnet, weil er den über Bord gegangenen Fireman second class W.J. Walsh USN vor dem Ertrinken gerettet hatte.

Während der Zeit bei der U-Boot-Flotte entwickelte sich Nimitz auch zum Fachmann für Dieselmotoren, die eben erst in die Marine eingeführt wurden. Nach ihrer Indienststellung im Februar 1912 hatte er das Kommando über die USS Skipjack (E-1) erhalten, das erste dieselgetriebene U-Boot der Marine, deren Ausrüstung in Boston, Massachusetts, er selbst überwacht hatte, und war dann im Mai 1913 mit der Überwachung des Baus der Dieselmotoren für den Tanker USS Maumee bei der New London Ship and Engine Building Company in Groton, Connecticut, beauftragt worden, des ersten Überwasserschiffs der Marine mit Dieselantrieb. Wegen dieser Erfahrungen und weil er Deutsch sprach, wurde er 1913 nach Europa abkommandiert, um dort seine Kenntnisse über Dieselmotoren zu vertiefen.

Nimitz besuchte in Begleitung seiner Frau, Catherine Vance Freeman, die er im April geheiratet hatte, und einer kleinen Gruppe weiterer Marineoffiziere Dieselmotorenhersteller in Deutschland (M.A.N. in Nürnberg) und Gent und vertiefte sich in das Studium der Motoren. Nach seiner Rückkehr war er die führende Autorität der US Navy auf diesem Gebiet und wurde daher 1. Offizier und Chefingenieur auf der Maumee, die im Oktober 1916 in Dienst gestellt wurde.

Nimitz und der Kapitän der Maumee, Henry C. Dinger, entwickelten in den folgenden Monaten eine Möglichkeit, Schiffe auf hoher See auftanken zu können. Mit dieser neuartigen Technik machte die Maumee die Entsendung von ölgetriebenen Zerstörern über den Atlantik möglich.

Nachdem Nimitz den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg (6. April 1917) noch an Bord der Maumee erlebt hatte, kehrte er im August 1917 zur U-Boot-Flotte zurück, wurde zum Korvettenkapitän (Lieutenant Commander) befördert und zunächst Ingenieur-Stabsoffizier und dann im Februar 1918 unter Beförderung zum Fregattenkapitän (Commander) Chef des Stabes beim U-Boot-Befehlshaber der Atlantik-Flotte (Commander, Submarine Force U.S. Atlantic Fleet, COMSUBLANT), Kapitän zur See Samuel Robison, der sein lebenslanger Freund und Mentor werden sollte. In dieser Funktion reiste er nach Kriegsende mit Robison durch Europa, um die deutschen und britischen U-Boote zu studieren.

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