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Charles Nollet

Französischer Politiker, Offizier und Vorsitzender der IMKK (1919–1924) sowie Kriegsminister (1924–1925)

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Charles Marie Edouard Nollet (* 28. Januar 1865 in Marseille; † 28. Januar 1941 im Département Puy-de-Dôme) war ein französischer Offizier. Er erreichte den Rang eines Generals und amtierte u. a. als Vorsitzender der Interalliierten Kontrollkommission (IMKK) für Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg (1919–1924) sowie als französischer Kriegsminister (1924–1925).

Nollet war ein Sohn des Pierre Vincet Paul Nollet und der Clémence Henriette Iréne Nouguet. 1884 trat er in die französische Armee ein. Ab dem 1. Oktober 1884 durchlief er die Ausbildung am École Polytechnique. Am 1. Oktober 1886 wurde er dem 13. Artillerieregimet als Leutnant (Sous-Lieutenant) zugeteilt. 1889 wurde er zum Oberleutnant (Lieutenant) und am 9. April 1892 zum Haupmann (Capitaine) befördert.

Während des folgenden Jahrzehnts gehörte Nollet verschiedenen Artillerieregimentern an und wurde er in Stäben verwendet.

Ab dem 28. September 1902 wurde er im Generalstab der Infanteriedivision und als Lehrer für Taktik an der École Supérieure de Guerre (Kriegsakademie) verwendet.

Am 18. März 1906 wurde Nollet Stabschef (Chef d'état-major) der 3. Infanteriedivision. Am 24. September 1908 folgte die Beförderung zum Oberstleutnant (Lieutenant-Colonel). 1911 wurde er Kommandeur beim 60. Artillerieregiment. Im selben Jahr wurde er am 24. September 1911 zum Oberst (Colonel) befördert.

Ab dem 22. Januar 1914 wurde er außerhalb des Standarddienstes (Hors-cadre) als militärischer Befehlshaber des Élysée-Palastes (Commandant militaire du Palais de l'Élysée) und des Senats verwendet.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 kommandierte er an der Westfront als Brigade-General die 48. Infanteriebrigade. Am 14. Juni 1915 übernahm er das Kommando über die 129. Division in den Vogesen. Ab 31. Dezember 1915 führte er die 66. Division, welche die Kämpfe am Hartmannswillerkopf führte. Am 12. Mai 1916 wurde Nollet Kommandierender General des XII. Armeekorps im Raum südwestlich von Reims. Er wurde noch 1916 zum Divisionsgeneral befördert und kommandierte zwischen 4. März 1917 über das Kriegsende hinaus bis zum 11. Februar 1919 das XXXVI. Armeekorps. Seit 16. Juni 1917 war sein Großverband der 1. Armee unterstellt, seine Truppen verblieben bis zur deutschen Frühjahrsoffensive 1918 im Stellungskrieg im nördlichen Flandern. Ende März griffen seine nach Amiens verlegten Verbände in die Schlacht an der Avre ein. Bereits Ende April wieder in Flandern eingesetzt, rang sein Korps während der Schlacht an der Lys bei Bailleul. Im September 1918 verfolgte seine Truppen die zurückgehenden Deutschen nach St. Quentin und erreichten nach der zweiten Schlacht von Guise die alte Landesgrenze.

Nach dem Krieg übernahm er am 11. Februar 1919 die Führung des I. Armeekorps im besetzten Elsass.

Anfang August 1919 wurde Nollet zum Präsidenten der Interalliierten Militär-Kontrollkommission (IMKK) bestellt, die ab Januar 1920 in Deutschland über die Einhaltung der dem Deutschen Reich im Vertrag von Versailles im Juni 1919 auferlegten Abrüstungsbestimmungen wachte. Diese Funktion hatte er bis 1924 inne. Seine Dienststelle, das Hauptquartier der Kommission, befand sich in Berlin. Von hier steuerte er die Kontrolltätigkeit der alliierten Inspektoren (Offiziere) der Kommission in allen Landesteile, deren Aufgabe es war vor Ort den Stand der deutschen Rüstung bzw. Abrüstung zu überwachen. Das Reichsgebiet wurde dabei in mehrere Kontrollbezirke eingeteilt, in denen Gruppen der Kommission tätig waren. Diese richteten in regionalen Großstädten wie Stettin oder München Hauptquartiere ein, von denen aus sie ihre Überwachungsarbeit in den jeweiligen Regionen ausübten. Diese erhielten ihre Weisungen von Nollets Dienststelle in Berlin und meldeten die Ergebnisse ihrer Feststellungen nach dort.

Von 1921 bis 1930 war Nollet Mitglied des Obersten Kriegsrates der Französischen Republik. Von 1924 bis 1925 amtierte er dabei für knapp ein Jahr als französischer Kriegsminister (1924–1925).

Am 14. Februar 1901 heirate er Magdeleine Jeanne Amina Marie Vigan.

Am 29. Dezember 1904 wurde Nollet zum Ritter der Ehrenlegion (Chevalier de la Légion d’honneur) ernannt. Den Rang eines Offiziers der Ehrenlegion (Promu au grade d'Officier de la Légion d'honneur) erhielt er am 11. Juli 1914.

Am 22. Dezember 1925 erhielt er schließlich das Großkreuz der Ehrenlegion (G. C. LH). und von 1934 bis 1940 bekleidete er den Posten des Großkanzlers der Ehrenlegion.

Charles Nollet in der Online-Version der Edition Akten der Reichskanzlei. Weimarer Republik

Anciens élèves. In: École polytechnique. Abgerufen am 18. April 2023 (französisch).

Angaben zu Charles Nollet in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.

Digitalisierte Personalakte zu Nollet als Mitglied der Französischen Ehrenregion

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