An diesem Tag

Charles Manson

US-amerikanischer Krimineller und Mörder

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Charles Milles Manson (* 12. November 1934 in Cincinnati, Ohio, als Charles Milles Maddox; † 19. November 2017 in Bakersfield, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Krimineller, Musiker und Mörder. Er war Anführer der Manson Family, einer sektenähnlich strukturierten und rassistisch ausgerichteten Kommune, die 1969 weltweit für Schlagzeilen sorgte, als einige ihrer Mitglieder der Tate-LaBianca-Morde überführt wurden. Manson hatte die Morde angeordnet und wurde deshalb zum Tode verurteilt. Nachdem die Todesstrafe 1972 in Kalifornien ausgesetzt worden war, verbüßte er eine lebenslange Haftstrafe.

Herkunft und Kindheit (1934–1947)

Manson wurde 1934 als uneheliches Kind der 16-jährigen Kathleen Maddox († 1973) in Cincinnati geboren. Einige Monate später heiratete seine Mutter den Arbeiter William Manson, dessen Nachnamen Charles annahm. Seinen leiblichen Vater lernte Charles Manson nach eigenen Angaben nie kennen. Aus Gerichtsdokumenten geht hervor, dass seine Mutter 1936 ein Verfahren zur Feststellung der Vaterschaft gegen einen „Colonel“ Scott aus Ashland, Kentucky, eingeleitet hatte. Scott, dessen Vorname unbekannt ist, wurde im April 1937 gerichtlich zu Unterhaltszahlungen für Manson verpflichtet, kam dieser Verpflichtung aber nicht nach und soll 1954 gestorben sein.

1939 verübte Mansons Mutter zusammen mit ihrem Bruder Luther einen bewaffneten Raubüberfall auf eine Tankstelle, woraufhin sie zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Während ihrer Haft lebte Manson bei einer Tante und einem Onkel in McMechen in West Virginia. Ab 1942 wohnte er wieder bei seiner Mutter, die vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen worden war. Rückblickend erinnerte sich Manson, dass sie in den folgenden Jahren in heruntergekommenen Hotels gelebt hatten. Zudem sei seine Mutter Alkoholikerin gewesen und habe zahlreiche Männerbekanntschaften gepflegt.

Auf gerichtliche Anordnung kam Manson 1947 auf die Gibault School for Boys, ein Erziehungsheim in Terre Haute, Indiana. Dort fiel er durch mangelnde Anpassungsfähigkeit, geringe Lernbereitschaft sowie Launenhaftigkeit und Verfolgungswahn auf. Nach zehn Monaten lief er davon und kehrte zu seiner Mutter zurück, die ihn jedoch nicht bei sich aufnehmen wollte. Kurz darauf wurde er bei einem Einbruch erwischt, woraufhin ihn ein Gericht in die von Edward Flanagan gegründete Jugendhilfeeinrichtung Boys Town bei Omaha in Nebraska schickte. Bereits wenige Tage nach seiner Ankunft flüchtete der 13-jährige Manson mit einem anderen Jungen zu dessen Onkel nach Peoria in Illinois. Auf dem Weg dorthin verübten sie zwei bewaffnete Raubüberfälle. In Peoria wurden sie bei einem Einbruchsdiebstahl gefasst, zu dem sie der Onkel angestiftet hatte. Manson kam daraufhin in eine Jugendstrafanstalt nach Plainfield, Indiana.

Aufenthalte in Jugendstrafanstalten (1948–1954)

In den drei Jahren, die er in Plainfield verbrachte, flüchtete er insgesamt 18-mal aus der Jugendstrafanstalt. Seine letzte Flucht im Februar 1951 trat der 16-jährige Manson mit zwei Mitinsassen und einem gestohlenen Auto an, das sie bis nach Kalifornien bringen sollte. Unterwegs begingen sie seiner eigenen Schätzung zufolge rund 20 Raubüberfälle. In Utah wurden sie bei einer zufälligen Polizeikontrolle aufgegriffen. Durch das Überqueren mehrerer Bundesstaatsgrenzen mit einem gestohlenen Wagen hatte Manson erstmals gegen ein Bundesgesetz, den Dyer Act, verstoßen. Am 9. März 1951 kam er in eine Jugendstrafanstalt in Washington, D.C. Dort nahm er an einem Intelligenztest teil, durch den bei ihm ein überdurchschnittlicher, jedoch noch als im Normalbereich geltender IQ von 109 ermittelt wurde. In seiner Gefängnisakte wurde er als aggressiver, asozialer, rastloser und launischer Jugendlicher mit einem wenig förderlichen Familienleben beschrieben.

Im Juni 1951 wurde er von einem Psychiater untersucht, der in Mansons Leben ein „beträchtliches Ausmaß an Zurückweisung, mangelnder Stabilität und psychischem Trauma“ feststellte. Weiter befand der Gutachter, dass Manson aufgrund von Minderwertigkeitsgefühlen jeden Gedanken an seine Mutter verdränge. Um sich mit seiner vergleichsweise geringen Körpergröße von 1,57 m gegenüber anderen Jungen zu behaupten, habe er sich „gewisse einfache Verhaltensmuster im Umgang mit anderen Menschen zugelegt. Sie bestehen vor allem in einem ausgeprägten Sinn für Humor [und der] Fähigkeit, sich beliebt zu machen … Dies könnte alles in allem zur Entwicklung einer ‚aalglatten‘, angepassten Persönlichkeit führen, doch bleibt der Eindruck bestehen, dass sich hinter all dem ein äußerst sensibler Junge verbirgt, der die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, sich in der Welt in irgendeiner Form Liebe und Zuneigung zu verschaffen.“ Nach einer dreimonatigen psychotherapeutischen Behandlung empfahl der Psychiater eine Unterbringung in einer Anstalt mit geringeren Sicherheitsvorkehrungen, in die Manson am 24. Oktober 1951 überstellt wurde.

Im Januar 1952 bedrohte er einen ebenfalls jugendlichen Mithäftling mit einer Rasierklinge und zwang ihn zum Analverkehr. Eine ihm in Aussicht gestellte dreimonatige Haftverkürzung wurde daraufhin nicht gewährt. Stattdessen kam er in eine Haftanstalt in Petersburg, Virginia, wo er als „gefährlich“ eingestuft wurde. In seiner Akte wurde vermerkt: „Manson hat eindeutig homosexuelle und gewalttätige Neigungen.“ Wegen mehrfacher disziplinarischer Verstöße und weil er als Sicherheitsrisiko für sich selbst und andere galt, wurde er am 22. September 1952 in die Haftanstalt in Chillicothe, Ohio, verlegt. Laut Anstaltsakte fiel er dort durch seine „negative Haltung gegenüber Autorität“ auf, zeigte sich aber dennoch kooperativ und arbeitswillig. Zu seinen Aufgaben gehörten die Reparatur und Wartung der Anstaltsfahrzeuge. Außerdem lernte Manson, der bis zu seinem 17. Lebensjahr Analphabet gewesen war, lesen. Am 8. Mai 1954 wurde er wegen guter Führung auf Bewährung entlassen.

Erste Ehe und Haft auf Terminal Island (1955–1958)

Einer Bewährungsauflage folgend, zog der inzwischen 19-Jährige zurück zu seiner Tante und seinem Onkel nach McMechen, wo er die Kellnerin Rosalie Jean Willis († 2009) kennenlernte, die er im Januar 1955 heiratete. Um für den gemeinsamen Lebensunterhalt aufzukommen, übernahm Manson Aushilfsjobs als Kellner, Tankstellenwart und Parkplatzwächter. Später gestand er, in dieser Zeit zudem mindestens sechs Autodiebstähle begangen zu haben. Ende Juli 1955 fuhr Manson mit seiner 17-jährigen, mittlerweile schwangeren Ehefrau in einem gestohlenen Auto von Bridgeport, Ohio, nach Los Angeles, woraufhin er im September desselben Jahres wegen Autodiebstahls und erneuten Verstoßes gegen den Dyer Act festgenommen wurde. Er bekannte sich schuldig und erklärte gegenüber dem vom Gericht bestellten psychiatrischen Gutachter: „Ich habe so viel Zeit in Anstalten verbracht, dass ich nie richtig gelernt habe, was das richtige Leben da draußen eigentlich ausmacht.“ Der Gutachter sah in Manson nach wie vor ein Sicherheitsrisiko, da die bisherigen Anstaltsaufenthalte aber nichts bewirkt hätten, empfahl er dem Gericht eine Haftentlassung auf Bewährung und unter sorgfältiger Überwachung: „Möglicherweise fängt er sich durch die Bindung an die Ehefrau und die Aussicht auf die Vaterschaft.“ Das Gericht folgte dem Gutachten, entließ Manson im November 1955 aus der Haft und ordnete eine fünfjährige Bewährungszeit an.

Nachdem er nicht zu einem Gerichtstermin erschienen war, wurde er am 14. März 1956 erneut festgenommen. Noch im selben Monat und während Manson im Gefängnis saß, kam sein erster Sohn, Charles Manson Jr., zur Welt. Am 23. April 1956 wurde Mansons Bewährung widerrufen und er wurde zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt, die er auf Terminal Island in der Nähe von Los Angeles verbüßte. Im ersten Jahr seiner Gefangenschaft besuchte Rosalie ihn wöchentlich. Vor der Geburt seines Sohnes hatte Manson gegenüber einem Psychiater geäußert: „Sie ist die beste Ehefrau, die sich ein Mann nur wünschen kann […] Sie ist der einzige Mensch, der mir in meinem Leben je etwas bedeutet hat.“ Im März 1957 erfuhr Manson von seiner Mutter, dass seine Frau einen anderen Mann kennengelernt hatte. Am 10. April 1957 unternahm er einen Fluchtversuch, woraufhin sein Bewährungsantrag bei einer Anhörung am 22. April 1957 abgelehnt wurde. Bald darauf reichte Rosalie die Scheidung ein, die 1958 rechtskräftig wurde. Sie erhielt das Sorgerecht für das gemeinsame Kind und heiratete erneut. Danach hatte Manson keinen Kontakt mehr zu ihr und seinem Sohn. Charles Jr. änderte seinen Namen später in Jay White und beging 1993 Suizid. Laut Jason Freeman – Whites Sohn und Mansons Enkel – habe sein Vater die Taten von Charles Sr. nicht verkraftet.

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