An diesem Tag

Charles III.

König des Vereinigten Königreichs (seit 2022)

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Charles III. (englische Aussprache: Charles the Third [t͡ʃɑːlz ðə θɜːd]; die deutsche Form Karl III. ist im Gegensatz zu historischen Monarchen ungebräuchlich; * 14. November 1948 als Charles Philip Arthur George im Buckingham Palace in London) aus dem Haus Windsor ist seit dem 8. September 2022 König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland sowie von 14 weiteren, als Commonwealth Realms bezeichneten souveränen Staaten einschließlich ihrer Territorien und abhängigen Gebiete.

Darüber hinaus ist er Oberhaupt des 56 Staaten umfassenden Commonwealth of Nations, Lehnsherr der britischen Kronbesitzungen sowie weltliches Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche und Oberbefehlshaber der britischen Streitkräfte. Die gemeinsame Krönung mit seiner Ehefrau Camilla fand am 6. Mai 2023 in der Westminster Abbey statt.

Charles III. gehört über seine Mutter Königin Elisabeth II. dem britischen Königshaus Windsor an, das bis 1917 den deutschen Namen Sachsen-Coburg und Gotha trug. Über seinen Vater Prinz Philip entstammt er dem griechischen Zweig des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, einer Nebenlinie des deutsch-dänischen Hauses Oldenburg. Charles und der ehemalige griechische König Konstantin II. waren Cousins 2. Grades. Über seine Großmutter Alice von Battenberg und das 1851 geschaffene Haus Battenberg stammt Charles auch vom 1968 erloschenen Adelsgeschlecht Hessen-Darmstadt ab.

Die Ehen seiner Tanten väterlicherseits begründeten neue, enge Verwandtschaften mit deutschen Adelshäusern: Über Theodora ist Charles ein direkter Cousin von Max Markgraf von Baden, über Sophie ein solcher von Rainer Prinz von Hessen und über Margarita ein Cousin von Kraft zu Hohenlohe-Langenburg.

Kindheit, Jugend und Ausbildung

Charles wurde als erstes Kind von Prinz Philip und der späteren Königin Elisabeth fast ein Jahr nach deren Hochzeit geboren. Er war das erste Enkelkind seiner Großeltern mütterlicherseits, des damaligen Königspaars, George VI. und Elizabeth, sowie das erste Urenkelkind der Königinwitwe Mary. Als er geboren wurde, belegte Charles hinter seiner Mutter den zweiten Platz in der britischen Thronfolge. Nach einer Entscheidung König Georgs, seines Großvaters, erhielten alle Kinder der damaligen Kronprinzessin Elisabeth den ansonsten nur im Mannesstamm weitergegebenen Rang königlicher Prinzen, mit dem die Anrede „His/Her Royal Highness“ verbunden ist. Mit dem Tod Georgs VI. und der Thronbesteigung seiner Mutter 1952 wurde Charles mit drei Jahren Thronfolger und erhielt automatisch den Titel Duke of Cornwall und für Schottland den Titel Duke of Rothesay. Beide Titel stehen dem ältesten Sohn des regierenden Monarchen zu. Am 2. Juni 1953 nahm er an der Krönung Elisabeths II. teil.

Schon im Kindesalter wurde Charles auf sein künftiges Amt vorbereitet. Er besuchte von 1954 bis 1967 traditionsreiche Schulen in Großbritannien und Australien, u. a. die Cheam School, eine Preparatory School, und das Internat Gordonstoun, eine Public School in Schottland, die schon sein Vater besucht hatte. 1966 verbrachte er zwei Halbjahre als Austauschschüler an der Geelong Grammar School im australischen Geelong. Darüber hinaus erhielt er Privatunterricht im Buckingham-Palast. Im Jahr 1967 nahm Charles ein Studium der Archäologie und Anthropologie am Trinity College der University of Cambridge auf, wechselte später jedoch zu Geschichte. 1970 machte er seinen Bachelor-Abschluss. Im Jahr 1975 schloss der Prinz seine Studien mit dem Grad eines Master of Arts der Universität Cambridge ab.

Die Würde des Prince of Wales, die fast alle englischen Thronfolger seit dem 14. Jahrhundert bekleidet haben, verlieh Elisabeth II. ihrem Sohn schon im Alter von zehn Jahren, 1958. Vor seiner Investitur als Prince of Wales besuchte Charles 1969 einen neunwöchigen Intensivkurs bei Edward Millward an der University of Wales in Aberystwyth, um Walisisch zu lernen. Dadurch wurde er zum ersten Fürsten von Wales seit dem Mittelalter, der die Sprache des Landes beherrschte. Die offizielle Einführung (Investitur) in die Fürstenwürde des Prince of Wales fand am 1. Juli 1969 in einer feierlichen, vom britischen Fernsehen übertragenen Zeremonie in Caernarfon Castle in Gwynedd statt. Er trug den Titel Prince of Wales über 63 Jahre. Bereits ab dem 10. September 2017 war Charles der Prince of Wales mit der längsten Amtsdauer in der britischen Geschichte.

Kurz nach seiner Investitur als Prince of Wales übernahm Charles weitere Ämter und Funktionen und trat von da an bei öffentlichen Veranstaltungen und Staatsbesuchen als offizieller Repräsentant der britischen Krone auf. So nahm er seit Anfang 1970 als Stellvertreter der Königin an Sitzungen des House of Lords teil. Gegen Jahresende 1977 wurde er außerdem in den Kronrat, den Privy Council, aufgenommen.

Als einer von vier Staatsräten (englisch Counsellors of State) konnte er gewisse Amtsgeschäfte und Hoheitsrechte der Königin wahrnehmen, wenn diese im Ausland weilte oder verhindert war. Zwei Staatsräte können den Sitzungen des Privy Council beiwohnen, staatliche Dokumente unterzeichnen oder die Beglaubigungsschreiben neuer Botschafter entgegennehmen.

Ein Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Kronprinz war die Übernahme von Schirmherrschaften gemeinnütziger Organisationen. So hielt er z. B. am 15. November 2020 (am deutschen Volkstrauertag) eine Rede vor dem Deutschen Bundestag. Im Jahr 1976 gründete Charles die Wohltätigkeitsorganisation The Prince’s Trust, die benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene unterstützt.

Militärische Ausbildung und Funktionen

Im Anschluss an sein Studium absolvierte der Prinz von 1971 bis 1976 eine Militärausbildung; er diente dabei insbesondere in der Royal Navy und lernte sowohl Hubschrauber als auch Propeller- und Düsenflugzeuge zu fliegen. Durch nachfolgende Beförderungen (zuletzt am 16. Juni 2012) hat er folgende militärischen Fünfsterneränge inne: Admiral of the Fleet der Royal Navy, Field Marshal der British Army und Marshal (General) der Royal Air Force.

Wie fast alle Mitglieder der Königsfamilie ist Charles Colonel-in-Chief einer größeren Anzahl von Einheiten aller Teilstreitkräfte im Vereinigten Königreich und in anderen Staaten des Commonwealth. Hierzu gehören beispielsweise die Welsh Guards, die 1st The Queen’s Dragoon Guards und das Parachute Regiment.

Nach kurzer Verlobungszeit heiratete Prinz Charles am 29. Juli 1981 Lady Diana Spencer, Tochter von John Spencer, 8. Earl Spencer, die dadurch zur Fürstin von Wales wurde. Die Hochzeit in der Londoner St Paul’s Cathedral war ein internationales Medienereignis, das weltweit von Millionen Fernsehzuschauern verfolgt wurde. In dieser Ehe wurden am 21. Juni 1982 Prinz William und am 15. September 1984 Prinz Harry geboren. Die Familie wohnte in Highgrove, Gloucestershire und im Kensington Palace in London.

Charles nahm ab 1986 wieder Kontakt zu seiner langjährigen Geliebten Camilla Parker Bowles auf, was die Ehe schwierig gestaltete. Auch Diana begann zu dieser Zeit verschiedene Affären, z. B. mit ihrem Reitlehrer James Hewitt. Ab Ende der 1980er Jahre galt die Ehe als zerrüttet. Die Ehekrise wurde 1992 durch die Publikation des Buches Diana: Her True Story (deutsch Diana: Ihre wahre Geschichte), in dem der Reporter Andrew Morton die Liebesbeziehung zwischen Camilla und Charles sowie Dianas psychische Probleme wie ihre Bulimie und Suizidversuche enthüllte, zum öffentlichen Skandal.

Im Dezember 1992 sah sich das Paar gezwungen, die offizielle Trennung bekanntzugeben. 1993 wurde ein intimes Telefongespräch zwischen Charles und Camilla aus dem Jahr 1989 veröffentlicht. Unter dem Druck Königin Elisabeths II. und eines öffentlich ausgetragenen Streits um die Abfindungsbedingungen wurden Charles und Diana am 28. August 1996 geschieden. Diana konnte ihren Status als „Fürstin von Wales“ beibehalten, musste allerdings auf den Titel einer „Königlichen Hoheit“ verzichten.

Ein Jahr nach der Scheidung, am 31. August 1997, kam Diana zusammen mit ihrem Freund Dodi Al-Fayed, dem Sohn des ägyptischen Milliardärs Mohamed Al-Fayed, bei einem Verkehrsunfall in Paris ums Leben.

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