An diesem Tag

Charles Crodel

Deutscher Maler und Grafiker

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Carl Fritz David „Charles“ Crodel (* 16. September 1894 in Marseille; † 28. November 1973 in München) war ein deutscher Maler.

Crodel wurde mit großflächigen Wandmalereien und anderen Kunstwerken der Raumgestaltung bekannt. Er fertigte zudem Holzschnitte und Grafiken an und war ein in profaner und sakraler Architektur wirkender Glasmaler. Darüber hinaus schuf er Muster für textile und andere Angewandte Kunst. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden zahlreiche seiner malerischen Werke der sogenannten entarteten Kunst zugerechnet und exemplarisch bereits 1933 zerstört. Crodel unterrichtete als Hochschullehrer bildende und angewandte Kunst.

Carl Fritz David Crodel, genannt Charles Crodel, wuchs in Marseille, Chemin du Roucas Blanc, als Sohn des Großkaufmanns und dortigen deutschen Konsuls Carl Richard Crodel († 1914) und seiner Ehefrau Marie geb. Mengert auf. Seine Brüder waren Heinrich (1897–1945) und Richard Crodel (1903–1944). Crodel erlebte 1914 die Eröffnung der Ausstellung Ernst Ludwig Kirchner durch Botho Graef. Nach dem Schulabschluss in Jena 1914 studierte er im Zeichen des Deutschen Werkbundes bei Richard Riemerschmid an der Kunstgewerbeschule in München, schuf dort erste Glasmalereien und Glasmosaik und wohnte in Schwabing.

Zu seinen Vorfahren gehören der Pädagoge Marcus Crodel (* um 1487 in Weimar; † 1549 in Torgau) und die Mitglieder der Malerfamilie Krodel aus dem Umkreis von Lucas Cranach d. Ä. Sein Onkel Paul Eduard Crodel (1862–1928), genannt Schnee-und-Regen-Crodel, wurde an der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar ausgebildet und war ein Mitbegründer der Münchener Secession. Er führte den jungen Crodel 1914 bei Studienbeginn persönlich bei Richard Riemerschmid ein, dem Direktor der Königlichen Kunstgewerbeschule München.

Der Jenaer Kunstpädagoge Christoph Natter machte ihn mit der Malerin Elisabeth von Fiebig bekannt, die Crodel 1918 heiratete. Seit 1915 war Crodel an der Universität Jena in den Fächern Klassische Archäologie sowie Kunstgeschichte eingeschrieben, sein Studium konnte er jedoch erst nach Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg aufnehmen. Er war befreundet mit dem Archäologen Herbert Koch, mit Justus Bier und Erich Schott und war unter dem Vorsitz von Koch in der Nachfolge von Eugen Diederichs 1920 bis 1928 Vorstandsmitglied des Jenaer Kunstvereins. Zur Vorbereitung der Ausstellung Ernst Ludwig Kirchner verfasste Crodel 1919/20 zusammen mit Elisabeth Crodel das graphische Verzeichnis von Kirchners Botho Graef Gedächtnis-Stiftung und begann seine eigene Druckwerkstatt einzurichten. Wie die Absolventen des Weimarer Bauhauses erwarb Crodel 1921 nach einer Lehrzeit in der von Ernst Haeckel aufgebauten naturwissenschaftlichen Druckerei Giltsch in Jena den Gesellenbrief im Lithographen- und Druckereihandwerk bei der Handwerkskammer Weimar und druckte für seinen Freund Gerhard Marcks. So fand Crodel zunächst mit seinen Holzschnitten, darunter dem Doppelporträt Herbert Kochs und Wilhelm Worringers von 1922, und mit technisch anspruchsvollen Lithografien und Aquarellen Anerkennung.

Anfang der 1920er Jahre steuerte er zu der durch Rosa Schapire in Hamburg herausgegebenen Kunstzeitschrift Kündung ein Sonderheft und weitere Holzschnitte bei; 1920 nahm er an der Darmstädter Ausstellung Deutscher Expressionismus teil, stellte bei Ludwig und Rosy Fischer in Frankfurt/Main aus. 1923 wurden Werke Crodels schließlich durch das Kupferstichkabinett der Berliner Nationalgalerie und das Kupferstichkabinett der Französischen Nationalbibliothek in Paris erworben. Aufgrund der von Crodel in der Berliner Secession 1923 gezeigten Bilder nahm der Berliner Galerist Ferdinand Möller den Kontakt auf. Crodels Bildsprache ging mit den Entwicklungen mit: It's tempting to compare these compositions with Carl Crodel's woodcut Bend In The Road (drawn the same year as Caligari, by the way), which also works with a simple line to mark a path, bisecting an empty town.

Im Frühjahr 1925 reiste Herbert Koch zusammen mit dem Ehepaar Crodel von Jena aus nach Griechenland. Ziel waren die Fundstätten griechischer Enkaustik, darunter die Ausgrabungen von Demetrias. So begann das Ehepaar Crodel mit der praktischen Rekonstruktion der Heißmaltechnik und den Techniken der römisch-campanischen Wandmalerei, die dann in Halle in Crodels Lehre eingingen. Zu den frühen Wandmalereien zählen das Wandbild in der Universität Jena: (Griechenland und die Vertreibung der Türken von der Athenischen Burg, zum Gedenken an Laskarina Bouboulina (1771–1825) und die Griechische Revolution, dementsprechend 1925 vollendet), dem Wohnhaus Fritz-Krieger-Straße 4 in Jena (seit 1928 Schlossmuseum Weimar) sowie 1925 dem Hospital am Schottenring in Erfurt.

Die Erfurter Ausstellung zu Crodels Werk führte zur später in Frankfurt am Main fortgeführten Zusammenarbeit mit dem Maler-Architekten Theo Kellner. In Halle wirkte Crodel zusammen mit Friedrich Zollinger am Projekt der Stadthalle Merseburg. Später kam die Zusammenarbeit mit Ernst Neufert für die Vereinigten Lausitzer Glaswerke und Erich Schott in Mainz hinzu.

Die von Crodel für den Jenaer Kunstverein eingerichteten Ausstellungen, seine Besuche in den keramischen Werkstätten des Bauhauses auf der Dornburg – festgehalten z. B. in seinem Holzschnitt von 1921: Die Dornburger Keramikwerkstatt des Weimarer Bauhauses – der Eindruck seiner eigenen Ausstellungen in Erfurt, Jena und Weimar führte zu dauerhafter Zusammenarbeit mit Bauhausschülern wie den Keramikern Werner Burri, Thoma Grote und Marguerite Friedlaender, den Architekten Theo Kellner und Ernst Neufert sowie mit Wilhelm Wagenfeld in der Glasindustrie. Rudolf Baschant (Tiefdruck) und Walter Herzger (Flachdruck) wurden in Halle Druckassistenten Crodels. Crodels Tagebuch ist eine Quelle zur Geschichte des Weimarer Bauhauses.

Im Anschluss an einen gemeinsamen Parisaufenthalt 1926 mit Gerhard Marcks und dem Besuch der Académie de la Grande Chaumière berief die Stadt Halle Crodel Anfang 1927 als Lehrer für Malerei und Graphik an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. Dort baute Crodel die Werkstätten für Wandmalerei und die Graphikwerkstätten für Radierung mit den Bauhausschülern Rudolf Baschant und Lithografie mit Walter Herzger als Mitarbeitern auf. Aktzeichenunterricht und Vorlesungen über Kunstgeschichte ergänzten seinen Unterricht. Während seines Aufenthaltes in Barcelona 1930 erhielt er den Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg. Ein besonderes Anliegen war Crodel die Fortschreibung der Traditionen der Moderne. So entstanden in Fortführung von Motiven Karl Friedrich Schinkels Wandbilder für den neuen Kursaalanbau in Bad Lauchstädt und die Bühnenwand des Goethe-Theaters, Wandbilder für die Universität Halle (1928 die Improvisationen über Leben und Tod mit Motiven des Ersten Weltkrieges und aus dem Werk des Francisco de Goya in der Burse zur Tulpe und 1931 der Wettlauf der Atalante und des Hippomenes im Gymnastiksaal in der Moritzburg (Halle (Saale)) (1931), heute die in den Neubau eingebundene „Crodel-Halle“), die Ausmalung des neuen Standesamtes der Stadt Halle und neben zahlreichen Privataufträgen vollendete Crodel den 100 m² großen Karton für das Deckenbild der geplanten Stadthalle Magdeburg und den Karton für das Musikzimmer der Burse zur Tulpe (Halle) für die Juryfreien Kunstausstellung in Berlin und ein Wandbild auf der Deutschen Bauausstellung 1931. In diesem Jahr erhielt Crodel den Villa-Romana-Preis und war in Florenz.

Freundschaft mit Gerhard Marcks

Wechselseitige Patenschaften, gemeinsame Werkausstellungen, wechselseitiger Werkbesitz und Gemeinschaftsarbeiten reichen von Beginn der Freundschaft bis zum Tode Crodels. Crodel bemalte die „Griechinnen“, Marcks saß für Crodels Wandbild „Wettlauf der Atalante“ Modell. Crodels „Improvisationen über Leben und Tod“ bildeten zusammen mit dem „Wandler“ von Marcks eine kompositorische Einheit. Das Haus von Gerhard Marcks im Darß schmückte ein Farbglasfenster von Crodel.

Doppelporträts von Crodel und Marcks finden sich im Fensterwerk der Katharinenkirche in Frankfurt und begleiten das gemeinsame Wirken in der Kartäuserkirche St. Barbara in Köln 1953 bis 1959, in der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche der Interbau Berlin 1957 und der Nikolaikirche Heilbronn mit Paramenten von Crodel und einem Kruzifix von Marcks.

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