Charles Burnett (* 13. April 1944 in Vicksburg, Mississippi) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor, Kameramann, Filmproduzent, Schauspieler und Fotograf.
Seine bekanntesten Filme sind Schafe töten (1979), Zur Hochzeit meines Bruders (1983), Zorniger Schlaf (1990), Auf Ehre und Gewissen (1994) und Namibia – Der Kampf um die Freiheit (2007). Letzterer wurde unter anderem beim Kuala Lumpur International Film Festival 2007 ausgezeichnet. Zorniger Schlaf erhielt 1991 den Preis für das beste Drehbuch der National Society of Film Critics. 2017 wurde ihm der Ehrenoscar zuerkannt.
Charles Burnett wurde am 13. April 1944 in Vicksburg geboren. Als Charles Burnett drei Jahre alt war, zog die Familie nach Watts. Dort ließen sich die Eltern scheiden. Danach wurden er und sein Bruder von der Großmutter aufgezogen.
Nach Abschluss der Highschool schrieb sich Charles Burnett am Los Angeles City College mit dem Studienfach Electronics ein. Das Studium brach er ab und wechselte zur UCLA. Dort studierte er ab 1966 als Hauptfächer Schreiben und Sprache, unter anderem bei Elyseo Taylor und Basil Wright, und schloss 1971 mit einem Bachelor in Fine Arts ab. 1977 erwarb er seinen Master of Fine Arts mit dem Filmwerk Schafe töten (Originaltitel: Killer of Sheep).
Schafe töten (Originaltitel: Killer of Sheep)
Der Film spielt in den 1970er Jahren im Los-Angeles-Stadtteil Watts, in dem Charles Burnett aufwuchs. Der Protagonist Stan, ein sensibler Träumer und auf Rechtschaffenheit bedacht, lebt dort mit seiner Familie. Um diese zu ernähren, arbeitet Stan in einem Schlachthof und weidet dort Schafe aus. Je länger er dort arbeitet, desto mehr schottet er sich von seiner Familie ab. Seine ebenfalls überarbeitete Frau bemerkt dies, kann jedoch nichts dagegen tun.
Seine Abschlussarbeit an der UCLA Schafe töten wird mittlerweile als Meilenstein des Afro-Amerikanischen Films betrachtet.
Der Film wurde erstmals auf der Berlinale 1981 gezeigt. 2007 wurde eine durch das Unternehmen Milestone Films restaurierte Fassung aufgeführt. Anlässlich dieser Veröffentlichung schrieb 2007 der New-York-Times-Filmkritiker Dave Kehr
Auch für den Autor Chuck Kleinhans ist der neorealistische Film Schafe töten wegen seiner einfühlsamen dokumentarischen Qualitäten ein Meilenstein im Afro-Amerikanischen Film.
Im Jahr 1990 wurde der Film, zusammen mit 49 weiteren, in das National Film Registry der Library of Congress aufgenommen.
Die ungeklärten Musikrechte haben dreißig Jahre verhindert, dass der Film in den Verleih kam.
Zur Hochzeit meines Bruders (Originaltitel: My Brother's Wedding)
Nach der Aufführung von Schafe töten auf der Berlinale 1981 vereinbarte das Zweite Deutsche Fernsehen die Mitfinanzierung des nächsten Films von Charles Burnett. Dieser wurde 1983 im Fernsehen unter dem Titel Zur Hochzeit meines Bruders ausgestrahlt. Anschließend „verschwand“ der Film aus der Öffentlichkeit. Nach dem Verkauf der Filmrechte erarbeitete Charles Burnett eine von 113 auf 88 Minuten gekürzte Schnittfassung, die auf der Berlinale 2008 uraufgeführt wurde.
Der Film Das Ende der Nacht wurde auf der documenta X vorgeführt. Kurz vor Ende der documenta X, sie lief vom 21. Juni bis zum 28. September 1997, veröffentlichte Charles Burnett am 27. September 1997 den Film Documenta X - Die Filme.
2000: Olivia’s Story (Kurzfilm)
2003: Nat Turner: A Troublesome Property (Dokumentarfilm)
2018: My Heart Turns Into a Grenade/But Aches for Sun (Kurzfilm)
1981: Berlin International Film Festival Auszeichnung für Schafe töten