An diesem Tag

Charles Bukowski

US-amerikanischer Dichter und Schriftsteller

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Henry Charles Bukowski, Jr. (* 16. August 1920 als Heinrich Karl Bukowski in Andernach; † 9. März 1994 in San Pedro, Los Angeles; amerikanische Aussprache: [buːˈkaʊski]; deutsche Aussprache: [buˈkɔfski]) war ein deutschamerikanischer Dichter und Schriftsteller. Er veröffentlichte von 1960 bis zu seinem Tod über vierzig Bücher mit Gedichten und Prosa.

Bukowski wurde in Andernach geboren, woher seine Mutter Katharina Fett (1895–1956) stammte. Sein im kalifornischen Pasadena geborener Vater Henry Bukowski (1895–1958) war in Folge des Ersten Weltkrieges als Besatzungssoldat nach Andernach gekommen. Eine aufgrund des Namens zu vermutende polnische Herkunft des Vaters ist nicht belegt. Über Bukowskis Großvater Leonard Bukowski (1860–1926) ist nur bekannt, dass er nach Beendigung seines Wehrdienstes aus dem Deutschen Reich in die USA emigriert war, wo er sich als Zimmermann zunächst in Cleveland niedergelassen und anschließend die in Danzig geborene Emilie Olga Krause (1865–1949) geheiratet hatte. Wie Bukowski selbst annahm, erscheint es plausibler, dass seine Vorfahren väterlicherseits um 1780 herum im Zuge der Teilungen Polens zu Staatsbürgern Preußens wurden.

1923 zog Bukowski im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern nach Los Angeles. Nach der Entlassung aus der Armee fand sein Vater nur eine Arbeit als Milchlieferant. Die Familie lebte aus diesem Grund zeitweise in ärmlichen Verhältnissen. Regelmäßig betrog der Vater Bukowskis Mutter mit anderen Frauen. Er schlug seinen Sohn vom sechsten bis elften Lebensjahr dreimal wöchentlich mit einem Lederriemen.

In die Pubertät gekommen, litt Bukowski an starker Akne und bildete am ganzen Körper Pusteln, weshalb er ein ganzes Jahr nicht die Schule besuchen konnte – was er im Buch Das Schlimmste kommt noch oder Fast eine Jugend verarbeitete.

Nach der Schule studierte Bukowski zunächst Journalismus am Los Angeles City College und versuchte sich bereits in jungen Jahren zunächst erfolglos als Schriftsteller. Er wohnte noch zu Hause, widerstand aber allen Versuchen seiner Eltern, ihn in das Bürgertum zu integrieren, dem diese selbst versuchten anzugehören. Nachdem sein Vater Anfang 1941 entdeckt hatte, dass er heimlich schrieb, warf er die Manuskripte und die Schreibmaschine seines Sohnes aus dem Fenster, der daraufhin das Haus verließ, das Studium abbrach und von Gelegenheitsarbeiten lebte.

Der Alkohol gewann früh in seinem Leben Bedeutung. Viele Jahre lang lebte er wenig sesshaft und hatte zahlreiche Jobs. Stationen dieser Wanderjahre waren unter anderem New Orleans, Miami Beach, New York City, Atlanta, Chicago und Philadelphia. Er war 1,79 m groß und wog ca. 90 kg.

Am 22. Juli 1944 wurde Bukowski in Philadelphia von FBI-Agenten wegen des Verdachts der Wehrdienstverweigerung verhaftet, zu einer Zeit, als die USA mit Nazi-Deutschland im Krieg waren und viele Deutsche und Deutschamerikaner der Illoyalität verdächtigt wurden. Er wurde 17 Tage lang im Moyamensing-Gefängnis in Philadelphia inhaftiert. 16 Tage später fiel er bei einer psychologischen Untersuchung, die Teil seiner obligatorischen Eignungsprüfung für den Militärdienst war, durch und wurde als wehrdienstuntauglich eingestuft, weshalb ihm ein Einsatz im Zweiten Weltkrieg erspart blieb.

Sein Leben war seit seiner Jugend vom Widerspruch gegen die Ideale des Bürgertums geprägt: „Ob ich ein Genie war oder nicht, interessierte mich nicht so sehr wie die Tatsache, dass ich kein Teil von irgendetwas sein wollte“.

Arbeit bei der Post und erste Ehe

1947 kehrte Bukowski nach Los Angeles zurück und lernte die zehn Jahre ältere Jane Cooney Baker (1910–1962) kennen, mit der er bis Anfang der 1950er-Jahre zusammenlebte. Ab 1952 arbeitete er knapp drei Jahre lang beim United States Postal Service als Briefzusteller. 1954 wurde er wegen einer Magenblutung, die beinahe tödlich verlaufen wäre, in ein Krankenhaus eingeliefert. Nach seiner Entlassung begann er erstmals, Gedichte zu schreiben.

Ende 1955 heiratete er in Las Vegas Barbara Frye (1932–1984), mit der er über zwei Jahre in Texas zusammenlebte. Frye, die aus einer vermögenden texanischen Familie stammte, war selbst Schriftstellerin und zugleich Herausgeberin eines kleinen, alternativen Literaturmagazins namens Harlequin. 1957 starb seine Mutter an Krebs. Im Jahr darauf wurde Bukowskis Ehe geschieden (18. März 1958) In der Scheidungsvereinbarung wurde ihm das gemeinsame Auto (Plymouth 1957) zugesprochen. Der Vater starb am 4. Dezember 1958 an den Folgen eines Schlaganfalls. Charles Bukowski erbte das Haus in einem Vorort von Los Angeles und erhielt aus dem Verkauf 16.000 $.

Danach war Bukowski wieder bei der Post in Los Angeles angestellt, diesmal im Innendienst. Er arbeitete elf Jahre als Briefsortierer (1958–1969). Seine Erlebnisse als Angestellter des United States Postal Service verarbeitete Bukowski in seinem 1971 erschienenen ersten Roman Der Mann mit der Ledertasche (Post Office). Im Januar 1962 starb Bukowskis frühere Lebensgefährtin Jane Cooney Baker, laut Bukowski infolge ihres übermäßigen Alkoholkonsums.

Frances Dean Smith, Tochter Marina und Linda King

Am 6. September 1964 wurde Bukowski Vater einer Tochter, Marina Louise Bukowski. Mit der Mutter des Mädchens, Frances Dean Smith (1922–2009), lebte Bukowski zusammen; sie waren nicht verheiratet. In einem Interview mit der Zeitung Long Beach Press-Telegram von 2000 beschrieb Marina (jetzt Marina Bukowski Stone) ihn als einen liebevollen Vater.

Anfang der 1970er-Jahre unterhielt Bukowski eine Affäre zur Bildhauerin Linda King (* 1940). Die Beziehung zog sich über mehrere Jahre hin, wobei es zu mehrfachen Trennungen mit anschließender Versöhnung kam. Die zum Teil schmerzhaften Erfahrungen dieser Beziehung verarbeitete Bukowski in mehreren Kapiteln seines Romans Das Liebesleben der Hyäne (Women).

1962 brachte die Literaturzeitschrift The Outsider eine Sonderausgabe über Bukowski und verlieh ihm den Titel „Outsider of the Year“. Die Verleger der Zeitschrift, Louise und John Webb, brachten 1963 auch Bukowskis ersten großen Gedichtband heraus (It Catches My Heart in Its Hand). In der Zeit als Briefsortierer fing Bukowski zudem an, wöchentliche Kolumnen für die Alternativzeitung Open City in Los Angeles zu schreiben. Ein Teil der Kurzgeschichten erschien später in Buchform (Notes of a Dirty Old Man).

Am 2. Januar 1970 gab Bukowski (damals 49 Jahre alt) die Arbeit bei der Post auf und versuchte, ausschließlich von seiner Tätigkeit als Schriftsteller zu leben. Ermöglicht wurde ihm dies unter anderem durch eine regelmäßige Zuwendung seines damaligen Verlegers John Martin von Black Sparrow Press. Er wurde zu vielen seiner Geschichten und Gedichte in dieser Zeit inspiriert durch die Bewohner East Hollywoods, wo er lebte.

Mitte 1977 lernte Bukowski den aus Deutschland eingewanderten Fotografen Michael Montfort kennen, der auf der Suche nach Fotos für das kulturpolitische Magazin Rogner’s Magazin bei ihm vorstellig wurde. Montfort hatte als Begrüßungsgeschenk einen Karton Wein dabei und nach ein paar Gläsern ließ sich Bukowski bereitwillig fotografieren. Aus dieser Begegnung entwickelte sich eine Freundschaft, die bis zu Bukowskis Tod anhalten sollte und im Laufe derer mehrere Fotobände über Bukowski entstanden. Das tausende Bukowski-Fotos umfassende Archiv von Montfort wurde von Montforts Tochter 2014 der Huntington Library vermacht.

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