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Châlons-en-Champagne

Französische Gemeinde

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Châlons-en-Champagne ([ˌʃaˈlɔ̃ː.ɑ̃ .ˌʃɑ̃ːˈpaɲə] ; bis 1997 Châlons-sur-Marne [ˌʃaˈlɔ̃ː.syʁ.maʀn] ) ist eine Stadt mit 42.971 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Nordosten Frankreichs in der historischen Landschaft Champagne. Sie ist die Hauptstadt des Départements Marne und war die Hauptstadt (chef-lieu) der bis 2015 bestehenden Region Champagne-Ardenne, die heute zur Region Grand Est gehört.

Zur Römerzeit hieß Châlons-en-Champagne Catalaunum oder Durocatalaunum und war der Hauptort des gallischen Volksstamms der Catalauni sowie eine bedeutende Stadt der Gallia Belgica. In der Nähe von Châlons besiegte Kaiser Aurelian in einer Schlacht 274 n. Chr. den gallischen Gegenkaiser Tetricus. Der heilige Memmie predigte hier in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts das Christentum und wurde erster Bischof von Châlons. Im Jahr 451 fand möglicherweise bei Châlons die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern statt, in der das Heer Attilas eine Niederlage gegen die Westgoten unter Theoderich I., der fiel, und die Römer unter Aëtius erlitt.

Die Bischöfe von Châlons, der Gau und die Grafschaft Châlons sowie Herrscheraufenthalte in Châlons erscheinen in der Karolingerzeit in zahlreichen Urkunden. Davon seien nur vier hervorgehoben:

813 ließ Kaiser Karl der Große in Châlons eine Synode abhalten.

841 feierte König Karl der Kahle dort Weihnachten.

845 bestätigte Karl der Kahle dem Bischof der „Cathalaunis ecclesiae“ (lat.: Kirche von Châlons) unter anderem Predigt- und Amtsfreiheit. Ab 845 wurde Chalons in 12 weiteren Urkunden Karls des Kahlen erwähnt.

Im Jahr 921 wurde im Kartular des Bistums, das mit diesem Eintrag schließt, ein „Bovo Cathalaunensis ecclesie episcopus“ (lat.: Bovo, Bischof der Kirche von Châlons) genannt.

Im Jahr 931 wurde die Stadt von Rudolf von Burgund, 963 von Robert von Vermandois erobert und verwüstet.

Im Mittelalter wurde die Stadt seit dem 10. Jahrhundert von den Bischöfen von Châlons verwaltet, was ihr zahlreiche Sakralbauten bescherte, u. a. die Kathedrale Saint-Etienne, Notre-Dame-en-Vaux und Saint-Jean. Die geistliche Herrschaft schränkte jedoch das Bürgertum und damit die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt ein. Dies führte dazu, dass die Agrarindustrie bis heute wichtigster Wirtschaftszweig ist.

Im 12. und 13. Jahrhundert entwickelte sich Châlons zu einem wichtigen französischen Handelsplatz. 1147 predigte hier Bernhard von Clairvaux den Kreuzzug in Anwesenheit des Königs Ludwig VII. und des Papstes Eugen III., die zur feierlichen Einweihung der Kathedrale in die Stadt gekommen waren. 1214 nahm die Miliz von Châlons an der Schlacht von Bouvines teil. 1360 vereinigte König Johann II. die Grafschaft Châlons mit der Krondomäne. Während des Hundertjährigen Kriegs schlugen die Einwohner von Châlons 1430 und 1434 etwa 8000 anrückende Engländer zurück.

Ende des 16. Jahrhunderts stellte sich die Stadt auf die Seite des französischen Königs Heinrich IV., der daher 1589 das Parlament von Paris nach Châlons verlegte. Am 15. Juni 1591 wurde hier auch die gegen Heinrich IV. gerichtete Exkommunikationsbulle Papst Gregors XIV. sowie 1592 die Bulle Clemens’ VIII. öffentlich durch den Henker verbrannt.

Im Verlauf des 17. und 18. Jahrhunderts war Châlons der Schauplatz mehrerer Hochzeiten des Hochadels. So heirateten hier am 16. November 1671 Philippe d’Orléans und Liselotte von der Pfalz, am 7. März 1680 der Große Dauphin und Maria Anna Victoria von Bayern, am 13. Juli 1724 Louis d’Orléans und Auguste von Baden-Baden sowie am 24. Juli 1728 Louis IV. Henri de Bourbon, prince de Condé und Caroline Charlotte von Hessen-Rheinfels-Rotenburg. (Letztere beide Eheschließungen fanden in Sarry ganz in der Nähe von Châlons statt.)

Die Konstituante richtete Châlons 1790 als den Ort der zentralen Verwaltung des Départements Marne ein. Am 20. Juni 1791 passierte die Familie Ludwigs XVI. auf ihrer Flucht nach Varennes die Poststation von Châlons. Am 4. Februar 1814 eroberten die Preußen unter York die Vorstadt St. Memmie, die MacDonald verteidigte, und besetzten nach dessen Abzug am folgenden Tag die Stadt selbst. Am 3. Juli 1815 wurde sie von Tschernyschow erobert. Das 1790 aufgehobene Bistum Châlons wurde 1822 wiedererrichtet.

Napoleon III. errichtete 1856 das 24 km nordöstlich der Stadt gelegene Lager von Châlons, das zunächst für Übungszwecke für die französische Armee bestimmt war, später aber im Deutsch-Französischen Krieg eine wichtige Rolle spielte. Im August 1870 sammelte sich die französische Armee unter Mac-Mahon in einer Stärke von 130.000 Mann nach ihrem Rückzug aus dem Elsass in Châlons, wo Napoleon III. am 16. August zu ihr stieß. Die daher so genannte Armee von Châlons sollte von hier aus Marschall Bazaine in Metz entsetzen, musste aber vor den Preußen nordwärts ausweichen – erst nach Reims, später nach Beaumont und schließlich in die Niederlage der Schlacht bei Sedan.

Während des Ersten Weltkriegs erreichten am 4. September 1914 deutsche Truppen von Norden kommend die Stadt und konnten ohne größeren Widerstand einrücken. Die französische Garnison zog sich eilig unter Zurücklassung von Ausrüstung zurück.

Der deutliche Bevölkerungsrückgang steht im Zusammenhang mit der Verlegung von rund 1000 Armeeangehörigen und dem Wegfall der damit verbundenen Arbeitsplätze. Bis zum Jahr 1997 hieß die Stadt Châlons-sur-Marne. 2016 verlor Châlons zahlreiche Stellen in der Verwaltung, als die neue Region Grand Est gebildet wurde.

Blasonierung: „In Blau ein durchgehendes goldenes Balkenkreuz, bewinkelt von vier goldenen Lilien.“

Bobo-Dioulasso in Burkina Faso

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