Catterino Cavos (Katerino Albertowitsch Cavos, russisch Катери́но Альбе́ртович Ка́вос, wiss. Transliteration Katerino Al'bertovic Cavos; Catarino Camillo Cavos, auch: Kavos, * 30. Oktober 1775 in Venedig; † 28. Apriljul. / 10. Mai 1840greg. in Sankt Petersburg) war ein russischer Komponist italienischer Herkunft.
Der Sohn des Direktors des Teatro La Fenice, Alberto Giovanni Cavos absolvierte seine musikalische Ausbildung in seiner Heimatstadt und komponierte bereits im Alter von zwölf Jahren eine Kantate, die anlässlich eines Besuches des Großherzogs Leopold aufgeführt wurde. Vierzehnjährig wurde er Organist an der Basilica di San Marco.
1797 kam er mit einer italienischen Theatertruppe nach Sankt Petersburg, nach deren Auflösung er eine Anstellung am Kaiserlichen Theater erhielt. Nachdem er zunächst Vaudevilles für eine französische Truppe zu komponieren hatte (u. a. Soliman second und Les Trois bossus), wurde er 1803 Kapellmeister der italienischen und russischen Oper und zugleich Lehrer am Collegium St. Katharina. Seit 1811 unterrichtete er am Smolny-Institut.
Als Dirigent machte Cavos das russische Publikum mit den Opern von Luigi Cherubini, Étienne Méhul, Carl Maria von Weber und anderen bekannt. 1836 dirigierte er auch die Uraufführung von Michail Glinkas Oper Ein Leben für den Zaren nach einem Libretto von Jegor Fjodorowitsch von Rosen, das er selbst zwanzig Jahre zuvor vertont hatte – er räumte Glinka den höheren künstlerischen Rang ein.
Selbst komponierte Cavos mehr als dreißig Opern, außerdem Ballette und andere Bühnenmusiken. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Ausbildung der russischen Opernsängerinnen und -sänger. Aus seiner Schule gingen Sängerinnen und Sänger wie Anna Worobjowa, Jelisaweta Sandunowa, Jekaterina Semjonowa, Wassili Samoilow, Grigori Klimowski, Pjotr Slow und der berühmte Bassbariton Ossip Petrow hervor.
Sein Sohn Albert Cavos und dessen Sohn Caesar Cavos wurden als Architekten bekannt, sein Sohn Iwan Cavos leitete die Italienische Oper in Sankt Petersburg.
L’Intrigue dans les ruines, Oper, 1798–1803
Le Mariage d’Aubigny, Oper, 1798–1803
Le trois Bossus, Oper, 1798–1803
Soliman second, ou Les trois Sultanes (nach Charles-Simon Favarts gleichnamiger Verskomödie), Vaudeville, 1798
Die Dnjepr-Nixe (Libretto von Nikolai Stepanowitsch Krasnopolski nach Ferdinand Kauers Das Donauweibchen), komische fantastische Oper, 1804
Fürst Unsichtbar, oder Licharda der Zauberer (nach Jean-Baptiste-Auguste Hapdé: Le Prince invisible, ou Arlequin Protée), große komische fantastische Oper, 1805
Der Liebesbrief, komische Oper, 1806
Er flieht vor der eigenen Braut, komische Oper mit Chören und Balletten, 1806
Ilja der Recke (Libretto: Iwan Andrejewitsch Krylow), große komische fantastische Oper mit Chören, Balletten und Schlachten, 1806
Rusalka, komische fantastische Oper, 1807
Drei bucklige Brüder (Libretto: Aristarch Wladimirowitsch Luknitzki), 1808
Die Sonderlinge, oder Die von Dichtung und Musik Wahnwitzigen (Libretto: Pjotr Nikolajewitsch Kobiakow) nach Gaëtano Rossis Libretto zu Johann Simon Mayrs Farce Che originali, 1809