An diesem Tag

Catherine Howard

5. Ehefrau des englischen Königs Heinrichs VIII.

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Catherine Howard, auch Katheryn Howard oder Katherine Howard (* zwischen 1521 und 1525; † 13. Februar 1542 in London), war von 1540 bis zu ihrem Tod die fünfte Ehefrau des englischen Königs Heinrich VIII.

Sie war die Tochter von Lord Edmund Howard, einem jüngeren und mittellosen Sohn des zweiten Duke of Norfolk. Ihr Geburtsdatum und -ort sind unbekannt. Catherine Howards Cousine Anne Boleyn war die zweite Frau Heinrichs VIII. und wurde 1536 auf dessen Befehl enthauptet. Heinrich und Catherine Howard heirateten am 28. Juli 1540 im Oatlands Palace in Surrey, unmittelbar nach der Annullierung der Ehe mit Anna von Kleve. Die Ehe blieb kinderlos. Keine zwei Jahre nach ihrer Hochzeit ließ der König Catherine Howard unter dem Vorwurf vor- und außerehelicher Beziehungen zu anderen Männern anklagen und wegen Hochverrats ebenfalls enthaupten.

Ihr Wahlspruch lautete: „No other will but his“ (dt.: „Kein anderer Wille als der seine“).

Catherine Howard war das zehnte Kind von Lord Edmund Howard und seiner ersten Frau Joyce Culpeper, einer Tochter von Sir Richard Culpeper und Nachfahrin von Edward I. Für Joyce Culpeper war die Ehe mit Edmund Howard, einem der jüngeren Söhne des Herzogs von Norfolk, die zweite Ehe. Die Verbindung mit dem Herzogssohn war für die Culpeper-Familie prestigeträchtig, auch wenn Edmund Howard als nachgeborener Sohn nicht erbberechtigt und damit mittellos war. Die Howards zählten zu den alten normannischen Adelsgeschlechtern, mit denen die meisten englischen Adelsfamilien verwandt waren. In der Schlacht von Bosworth hatte die Familie auf der Seite von Richard III. gestanden. Entsprechend verlor sie an Einfluss, als Heinrich VII., der Sieger der Schlacht, den englischen Thron bestieg und die Dynastie der Tudors begründete. Auch wenn Familienmitglieder der Howards weiterhin am englischen Königshof verkehrten und militärische Führungsämter übernahmen, blieb das Verhältnis zwischen den Tudors und Howards angespannt.

Catherine Howard kam mit großer Sicherheit im Zeitraum 1520 bis 1525 zur Welt. Ihre Biografin Joanna Denny geht auf Basis von Testamenten davon aus, dass sie nicht vor 1524 geboren wurde, und führt weitere Indizien dafür auf, dass sie eher am Ende der Zeitspanne 1520 bis 1525 zur Welt kam. Eine zeitgenössische Quelle behauptet, dass sie 15 Jahre alt war, als sie 1540 das erste Mal Heinrich VIII. begegnete, und auch andere Quellen aus dieser Zeit betonen ihre Jugend. Dies wäre sicherlich nicht der Fall gewesen, wenn sie bereits 1520 geboren wäre, da eine Zwanzigjährige in diesem Umfeld nicht als auffällig jung empfunden wurde.

Großen Einfluss auf den Lebensweg von Catherine Howard hatte die Ehe ihrer Cousine Anne Boleyn mit Heinrich VIII., die zu Beginn des Jahres 1533 geschlossen wurde. Die gebildete Anne Boleyn war die Tochter von Elizabeth Howard, einer der Schwestern von Catherine Howards Vater. Anne Boleyn hatte, anders als ihre Schwester Mary Boleyn, mehrere Jahre lang dem Werben des verheirateten englischen Königs widerstanden. Dank ihres Vaters Sir Thomas Boleyn hatte sie eine überdurchschnittlich gute Erziehung genossen und unter anderem einige Zeit am französischen Hof gelebt. Sie stand dem protestantischen Glauben nahe und war selbstsicher genug, sich der Rolle einer königlichen Geliebten zu entziehen, obwohl sogar ihr Onkel Thomas Howard, 3. Duke of Norfolk, sie dazu drängte. Heinrich VIII. heiratete Anne Boleyn kurz nach der Annullierung seiner Ehe mit Katharina von Aragon und ließ sie zur englischen Königin krönen. Dem mittellosen Edmund Howard brachte die Verbindung zur englischen Königin eine Beamtenstelle in Calais ein. Seine junge Tochter Catherine fand Aufnahme im Haushalt ihrer Stiefgroßmutter Agnes Tilney, der verwitweten Duchess of Norfolk.

Erziehung im Haushalt der Herzogswitwe

Der 2. Duke of Norfolk hatte seiner Witwe Agnes ein erhebliches Vermögen hinterlassen. Agnes Tilney konnte sich einer Wiederverheiratung entziehen und verfügte eigenständig über die Einkommen aus den zwei großen Landgütern Chesworth bei Horsham in Sussex und Lambeth in der Nähe von London. Catherine Howard war nur eine unter den vielen Howard-Nachkommen, die in Lambeth aufwuchs. Nach Ansicht von Joanna Denny war die Bereitschaft von Agnes Tilney, auch Catherine Howard in ihrem großen Haushalt großzuziehen, darauf zurückzuführen, dass diese dank der Verbindung zum englischen Königshaus eine interessante Partie auf dem Heiratsmarkt darstellte, auch wenn sie keine große Mitgift zu erwarten hatte. Das neue Oberhaupt der Howard-Familie, der 3. Duke of Norfolk, verfolgte eine gezielte Heiratspolitik, um den Einfluss seiner Familie auszudehnen, und dürfte darin die Unterstützung seiner Stiefmutter gehabt haben. Zu den Heiratsprojekten des Herzogs zählte die Verehelichung der Herzogschwester Catherine mit dem jungen Edward Stanley, 3. Earl of Derby, die Ehe seiner Tochter Mary Howard mit dem außerehelichen Königssohn Henry Fitzroy, 1. Duke of Richmond and Somerset sowie seine gescheiterten Versuche, seinen Sohn Henry mit der für illegitim erklärten Königstochter Mary und die Königsnichte Margaret Douglas mit seinem Halbbruder Thomas Howard zu verheiraten. Für Catherine Howard war eine solche prestigeträchtige Verbindung nicht zu erwarten. Sie hatte aber gute Aussichten, Anne Boleyn als Hofdame dienen zu können und dann in eine der weniger bedeutenden englischen Adelsfamilien einzuheiraten.

Die Erziehung der Kinder und Jugendlichen im Haushalt der Agnes Tilney erfolgte nicht sehr gezielt. Catherine Howard erlernte zwar offenbar Lesen und Schreiben, erhielt aber nicht die sorgfältige Erziehung, die ihre jungen Verwandten Mary Shelton, Mary Howard oder die Königsnichte Margaret Douglas durchlaufen hatten, die als Hofdamen bei Anne Boleyn dienten. Durch den Prozess gegen Catherine Howard weiß man, dass die Erziehung im Haushalt der Herzogswitwe moralisch nicht sehr strikt war. Dem Haushalt gehörten neben einer großen Anzahl von Männern auch Dutzende von Frauen an. Einige dienten der Herzogin als Hofdamen oder arbeiteten als Kammerfrauen, eine weit größere Anzahl arbeiteten als Wäscherinnen oder Küchenmägde. Die zum Teil verheirateten und sexuell erfahrenen Frauen und Mädchen schliefen in der Regel gemeinsam in großen Räumen, in denen nur ein paar dünne Vorhänge zwischen den Betten hingen. In einigen der großen Adelssitze wurden nachts die Innentüren abgeschlossen, um Affären zwischen den männlichen und weiblichen Haushaltsangehörigen zu verhindern. Einige wiesen separate Trakte für die beiden Geschlechter auf, die nur über separate Treppenaufgänge erreichbar waren. Die Herzogswitwe, die sich häufig am Königshof aufhielt, hatte vergleichbare Maßnahmen in ihrem Haushalt nicht umgesetzt und überließ ihre Schützlinge der Aufsicht einiger älterer Damen in der „unklugen Annahme, dass sie den Kindern auch korrektes und moralisches Benehmen beibringen würden“. In den Schlafsälen in Lambeth war mitternächtlicher Besuch von Männern nicht selten. Es kann davon ausgegangen werden, dass Catherine Howard nach ihrer Aufnahme im Hause Agnes Tilneys Ohren- und möglicherweise Augenzeuge sexueller Handlungen war. Treffen die Annahmen ihrer Biografin Joanna Denny zu, war Catherine Howard zu diesem Zeitpunkt erst acht Jahre alt. Ihr könnte nicht hinreichend klar gewesen sein, dass außerehelicher Geschlechtsverkehr für sie als weibliches Mitglied der englischen Oberschicht gravierende Auswirkungen haben könnte.

Henry Manox und Francis Dereham

Ab 1536 erhielt Catherine Howard Musikunterricht, wie für Frauen ihrer Schicht üblich. Ihr Lehrer war Henry Manox. Noch im selben Jahr kam es zu erotischen Spielereien zwischen ihnen. Catherine Howard war zu diesem Zeitpunkt zwischen 11 und 16 Jahren alt. Sowohl Henry Manox als auch Catherine Howard gestanden diese Spielereien im Ehebruchsprozess ein. Zum Geschlechtsverkehr kam es nach den Aussagen von beiden nicht. Catherine Howard und Henry Manox wurden von Agnes Tilney bei Tändeleien überrascht. Henry Manox wurde daraufhin aus dem Dienst der Herzogswitwe entlassen. Catherine Howard entging – abgesehen von den zwei oder drei Schlägen, die sie von Agnes Tilney erhielt – einer körperlichen Bestrafung. Im Auftrag von Agnes Tilney hielt William Howard, der älteste Sohn der Herzogswitwe, seiner Stiefnichte eine Strafpredigt, indem er sie unter anderem darauf hinwies, welche Schande ein uneheliches Kind für die Familie Howard bedeutete.

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