Cat Stevens, auch Yusuf (* 21. Juli 1948 als Steven Demetre Georgiou in London, seit 1978 bürgerlich Yusuf Islam), ist ein britischer Sänger und Songwriter. Er spielt Gitarre und Klavier und wird musikalisch dem Folkrock zugerechnet. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen Matthew & Son (1966), Lady D’Arbanville, Father and Son (beide 1970), Wild World, Moonshadow und Morning Has Broken (alle 1971). Er hat mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft.
Georgiou wuchs als Sohn des Zyperngriechen Stavros Georgiou (1900–1978) und der Schwedin Ingrid Wickman (1915–1989) im Londoner Stadtteil Soho auf, wo sein Vater das Restaurant Moulin Rouge besaß. Heute lebt er mit seiner Familie in London und in Dubai.
Zu Beginn seiner Karriere spielte er in Cafés und Kneipen. Er hatte zunächst versucht, eine Band zu gründen, entschied sich dann aber, solo zu arbeiten. Da er nicht glaubte, dass sein Geburtsname einem breiten Publikum zugänglich sein würde, trat er zunächst als „Steve Adams“ auf und wählte dann den Künstlernamen „Cat“, nachdem eine Freundin gesagt hatte, er habe die Augen einer Katze, und „Stevens“ als Ableitung seines Vornamens. Er sagte dazu:
1966 kam er mit dem Produzenten und Manager Mike Hurst in Kontakt, der ihm einen Plattenvertrag mit Deram Records vermittelte. Die erste Single I Love My Dog wurde ein Achtungserfolg in den Top 30, die beiden Nachfolgesingles Matthew & Son und I’m Gonna Get Me a Gun waren Top-Ten-Hits. The Tremeloes coverten den Titel Here Comes My Baby seines Debütalbums Matthew & Son (März 1967) und erreichten damit Platz 4 der britischen Charts. 1967 tourte Cat Stevens mit verschiedenen Künstlern wie Engelbert Humperdinck, The Walker Brothers und Jimi Hendrix. Sein zweites Album New Masters, das im Dezember 1967 veröffentlicht wurde, platzierte sich nicht in den Charts, obwohl ein Titel daraus, The First Cut Is the Deepest, von P. P. Arnold und später auch von weiteren Künstlern erfolgreich gecovert wurde.
Anfang 1968 erkrankte Cat Stevens schwer an Tuberkulose. Er verbrachte drei Monate im Krankenhaus und brauchte weitere neun Monate zur Genesung. In dieser Zeit schrieb er viele Lieder, die auf seinen nächsten Alben erschienen. Er beschäftigte sich mit Religion und Meditationstechniken und veränderte 1969 sein Äußeres, indem er sich einen Vollbart zulegte. Im selben Jahr begann er, regelmäßig mit akustischer Gitarre aufzutreten.
Da auch seine folgenden Singles kommerziell nicht erfolgreich waren und er mit der Orchestrierung seiner Lieder durch Mike Hurst nicht mehr zufrieden war, wurde sein Plattenvertrag nicht verlängert. 1969 unterschrieb er einen neuen Vertrag bei Island Records in Europa und 1970 einen bei A&M Records in den Vereinigten Staaten. Chris Blackwell, Chef von Island Records, versprach ihm weitreichende künstlerische Freiheiten. Als neuer Produzent wurde der frühere Yardbirds-Musiker Paul Samwell-Smith verpflichtet, der Alun Davies als Studiomusiker hinzuzog. Dieser ergänzte sich mit Cat Stevens so gut, dass er bis 1978 und erneut ab 2006 mit ihm zusammenarbeitete.
Um 1970 hatte er eine kurze Affäre mit der Sängerin Carly Simon und inspirierte sie zu ihrem ersten Hit That’s the Way I’ve Always Heard It Should Be.
Im April 1970 erschien die Single Lady D’Arbanville, in der er seine zerbrochene Beziehung mit Patti D’Arbanville verarbeitete. Damit erreichte Cat Stevens erstmals wieder die Top Ten in Großbritannien, wobei er sich musikalisch, wie auch auf dem Album Mona Bone Jakon (Mai 1970), deutlich von seinen ersten beiden Alben unterschied. Mona Bone Jakon ist eher Folkrock- und nicht rein pop-orientiert und wies damit den künstlerischen Weg der beiden kommenden Alben.
Sein nächstes, im November 1970 veröffentlichtes Album Tea for the Tillerman brachte den endgültigen künstlerischen und kommerziellen Durchbruch. Das Album enthält die Titel Where Do the Children Play, Hard-Headed Woman, Wild World sowie Father and Son, die häufig im Radio gespielt wurden und Cat Stevens zunehmend populär machten. 1971 zeichnete er für den Soundtrack des Films Harold und Maude verantwortlich, für den er die beiden Lieder Don’t Be Shy und If You Want to Sing Out, Sing Out komponierte, die erst 1984 (in Deutschland schon 1981) zu kaufen waren. Das Soundtrackalbum zu Harold und Maude erschien erst 36 Jahre später.
Im September 1971 kam das Album Teaser and the Firecat heraus, das wie sein Vorgänger viele bekannte Titel wie Tuesday’s Dead, The Wind, Rubylove, Moonshadow, Peace Train und Morning Has Broken enthält, mit denen Cat Stevens seinen internationalen Erfolg festigte. Anschließend folgte eine Tournee durch die Vereinigten Staaten. Im September 1972 erschien sein erstes Nummer-eins-Album in den Vereinigten Staaten, Catch Bull at Four mit Sitting und Can’t Keep It In, das weniger akustisch klingt.
Zwischen August und November 1972 führte ihn eine Tournee unter dem Titel Moonshadow-Tour durch Australien, Japan und die Vereinigten Staaten. 1973 veröffentlichte er auf Jamaika in einem mehr soulorientierten Sound mit Begleitmusikern das Album Foreigner. Im August 1974 verließ er Großbritannien aus steuerlichen Gründen, ließ sich in Brasilien nieder und kehrte offiziell erst im September 1979 in seine Heimat zurück.
Das Album Buddha and the Chocolate Box (mit Oh Very Young und Ready), das im März 1974 veröffentlicht wurde, war musikalisch eher eine Rückkehr zu Tea for the Tillerman und Teaser and the Firecat – auch Alun Davies war wieder als Gitarrist und Hintergrundsänger dabei. Es folgte zwischen März und Juli 1974 eine ausverkaufte Welttournee, genannt Bamboozle Tour. Im Juli 1975 erschien sein erstes, sehr erfolgreiches Greatest-Hits-Album, aus dem die Titel Two Fine People und Another Saturday Night als Singles ausgekoppelt wurden.
Im November folgte das weniger erfolgreiche Konzeptalbum Numbers (A Pythagorean Theory Tale), das in Kanada aufgenommen worden war. Die sich im November 1975 anschließende Welttournee The Majikat Earth Tour brach er im Juni 1976 in Griechenland wegen nicht ausreichend ausverkaufter Hallen ab. Eine Konzertaufnahme dieser Tour erschien 2004 auf der DVD Majikat. Im Mai 1977 wurde das Album Izitso mit (Remember the Days of the) Old Schoolyard veröffentlicht, das in den Vereinigten Staaten und Dänemark ohne Alun Davies aufgenommen worden war.
Hinwendung zum Islam und musikalische Pause
1975 wäre er vor Malibu (Kalifornien) laut eigenen Angaben beinahe ertrunken und bezeichnete es als Gottesfügung, dass ihn eine Welle wieder ans Ufer getragen habe. Am 30. Dezember 1977 legte er seinen Künstlernamen Cat Stevens ab. Zuvor hatte ihm sein Bruder David Gordon einen Koran geschenkt, der seinen Worten zufolge sein Leben völlig verändert habe. Nachdem er im Dezember 1977 zum Islam konvertiert war, änderte er seinen Namen am 4. Juli 1978 in Yusuf Islam und verzichtete vorerst darauf, weitere Tonträger zu veröffentlichen. Vor diesem erheblichen Einschnitt war ihm seine Musik das Wichtigste gewesen. Den dazugehörigen Ruhm sowie den Rummel um seine Person hatte er nach eigenem Bekunden stets abgelehnt.
Aus vertraglichen Gründen veröffentlichte er im Dezember 1978 bei Island/A&M Records noch ein Album als Cat Stevens. Dieses Album trug den Titel Back to Earth; dabei wirkten wieder Alun Davies als Gitarrist und Mitkomponist bei zwei Liedern sowie Paul Samwell-Smith als Koproduzent mit. Seinen vorläufig letzten Auftritt als Popstar hatte er am 22. November 1979 beim Benefiz-Konzert Year of the Child. Am 7. September 1979 heiratete er Fauzia Ali, im Laufe der Jahre wurde er sechsfacher Vater.
Nach einem Besuch 1986 in Peschawar, wo er sich mit der Situation der afghanischen Flüchtlinge vertraut machte, begann er eine Zusammenarbeit mit Abdallah Azzam, dem Dschihadisten und Mentor Osama bin Ladens. Das Magazin al-Jihad veröffentlichte Werbung für Stevens’ Hilfsorganisation, und Azzams Dienstleistungsbüro produzierte und veröffentlichte von ihm gesungene Dschihad-Hymnen.
Musikalischer Neubeginn als Yusuf Islam