Cassandre Beaugrand (* 23. Mai 1997 in Livry-Gargan) ist eine französische Triathletin und Mitglied der Nationalmannschaft. Sie ist Olympiasiegerin Triathlon (2024) und ITU-Weltmeisterin Triathlon Sprint- und Kurzdistanz (2024).
Von 2006 bis 2011 trat Beaugrand für den Verein ihres Heimatortes, Livry-Gargan Athlétisme, an und wird seit damals von ihrem Vater Ludovic Beaugrand trainiert. 2012 trat Beaugrand dem Verein AS Monaco Athlétisme bei und war bis 2013 auch Elite-Triathletin von Saint-Raphaël Triathlon, wechselte dann aber in der Saison 2014 zum Club Poissy Triathlon, mit dem sie, obwohl noch in der Jugend-Kategorie, an der Triathlon-Serie Grand Prix de Triathlon teilnahm.
Seit 2012 nimmt Cassandre Beaugrand an ITU-Wettkämpfen teil. Mit erst 15 Jahren wurde sie bei den Europameisterschaften in Aguilas Zweite im Team-Bewerb der Jugend-Kategorie (16–17 Jahre). 2013 gewann Beaugrand die Silbermedaille bei den Französischen Staatsmeisterschaften in der Junioren-Klasse (18–19 Jahre), obwohl sie gerade erst der Jugend-Klasse (cadet(te), 16–17 Jahre) angehörte. In Holten wurde Beaugrand im Juni Europameisterin im Jugend-Staffel-Bewerb.
Staatsmeisterin Cross-Country 2013
In den Jahren 2013 und 2014 gewann Beaugrand die französischen Cross-Country-Staatsmeisterschaften und stellte 2013 und 2014 über 1500 Meter Laufen zweimal einen neuen französischen Jugendrekord auf.
2013 und 2014 nahm Beaugrand auch schon an ITU-Elite-Wettkämpfen teil, obwohl sie noch der Jugend-Kategorie (cadet(te): 16–17 Jahre) angehörte. International bekannt war Beaugrand aber spätestens seit dem EYOF (European Olympic Youth Festival) in Utrecht, wo sie im Juli 2013 die 1500-Meter-Disziplin gewann.
Staatsmeisterin Triathlon 2014
2014 gewann Beaugrand bereits ihre erste ITU-Einzelbewerb-Goldmedaille beim Junioren-Europacup in Quarteira (13. April 2014). Bei der Junioren-Europameisterschaft in Kitzbühel folgte im Juni die Bronzemedaille für die damals 16-Jährige. 2014 wurde Beaugrand in den französischen Medien als neuer „Superstar“ gefeiert – auch weil sie in jeweils höheren Kategorien, als ihrem Alter entsprachen, international Medaillen gewinnen konnte.
Am 29. August 2014 wurde Beaugrand in Edmonton im Rahmen des Grand Finals der Triathlon-Serie Vizeweltmeisterin bei den Juniorinnen und im September französische Triathlon-Staatsmeisterin in der Elite-Klasse. Beim Großen Finale der Clubmeisterschaftsserie am 28. September in Nizza, bei der Cassandre Beaugrand erstmals in dieser Saison in der Grand-Prix-Serie antrat, gewann sie den Einzelbewerb, die Mannschaftswertung, die Grand-Prix-Gesamt-Mannschaftswertung für Poissy Triathlon sowie die Kategorie „Beste Nachwuchs-Triathletin“ und Elite-Sprint-Staatsmeisterin. Am 27. Oktober 2014 stellte sie einen neuen nationalen Rekord auf der 10-Kilometer-Distanz (genannt semi-marathon bzw. Voie Royale) in ihrer Altersklasse (cadette) in Saint-Denis auf. Im Juni 2016 wurde sie Dritte bei der Europameisterschaft auf der Triathlon-Sprintdistanz.
Cassandre Beaugrand qualifizierte sich für einen Startplatz bei den Olympischen Sommerspielen. Sie ging am 20. August 2016 in Rio de Janeiro mit Audrey Merle für Frankreich an den Start und belegte den 30. Rang.
Im Mai 2018 wurde Beaugrand nur wenige Tage nach ihrem 21. Geburtstag zum dritten Mal französische Elite-Staatsmeisterin auf der Triathlon-Sprintdistanz. Im August wurde sie in Glasgow Dritte bei der Europameisterschaft auf der Kurzdistanz und im französischen Mixed-Team wurde sie auch Europameisterin mit der Staffel. Im September wurde sie in Australien U23-Vizeweltmeisterin Triathlon.
Im September 2020 wurde die damals 23-Jährige in Hamburg Elfte bei der Weltmeisterschaft – die Rennserie der ITU war im Zuge der Coronavirus-Pandemie auf ein einziges, entscheidendes Rennen über die Sprintdistanz reduziert worden. Im Mai 2021 qualifizierte sich Cassandre Beaugrand zum zweiten Mal nach 2016 für einen Startplatz bei den Olympischen Spielen, sie konnte das Rennen im Juli in Tokio aber nicht beenden.
Welt- und Europameisterin Triathlon Mixed Relay 2022
Im Juni 2022 wurde sie in Montreal Triathlon-Weltmeisterin im Team – zusammen mit Pierre Le Corre, Vincent Luis und Emma Lombardi. Im August wurde Cassandre Beaugrand in München Fünfte bei der Europameisterschaft auf der Kurzdistanz. Zwei Tage später konnte Beaugrand das Rennen in der gemischten Staffel mit Emma Lombardi, Dorian Coninx und Léo Bergère wieder für Frankreich entscheiden. Mit dem zehnten Rang im letzten Rennen (Grand Final) der ITU World Championship Series 2022 in Abu Dhabi belegte Beaugrand den fünften Rang in der Weltmeisterschaftsrennserie.
Im September 2023 wurde sie in Spanien hinter der Britin Beth Potter Vizeweltmeisterin im Triathlon.
Bei ihrer dritten Olympiateilnahme wurde Beaugrand in Paris vor heimischen Publikum Olympiasiegerin vor der Schweizerin Julie Derron. In der gemischten Staffel belegte sie fünf Tage später mit Pierre Le Corre, Emma Lombardi und Léo Bergère den vierten Rang. Im Oktober 2024 wurde Beaugrand im spanischen Torremolinos ITU-Weltmeisterin auf der Triathlon-Kurzdistanz.
Nach den ersten fünf Rennen der ITU World Championship Series 2025 lag die damals 28-Jährige im September 2025 an der ersten Stelle der laufenden Saison. Nachdem sie im letzten Rennen das Ziel aber nicht erreichen konnte, beendete sie im Oktober die Rennserie als drittbeste Französin auf dem siebten Rang – hinter Léonie Périault (Rang 2) und Jeanne Lehair (Rang 6).
Am 30. Mai 2026 gewann Beaugrand das dritte Rennen der WM-Rennserie auf Sardinien in Alghero. Im Juni konnte sie auch das vierte Rennen – das „Heimrennen“ im französischen Quiberon – gewinnen, im Juli gewann sie ebenso auch in Paris. Im August sicherte sich die 29-Jährige bei ihrem vierten Start auch den vierten Sieg beim Rennen im chinesischen Weihai und damit führt sie aktuell die Jahreswertung der Weltmeisterschaftsrennserie an.