Carlo van Putten (* 16. Mai 1962 in Amsterdam, Niederlande) ist ein niederländischer Songwriter und Sänger und war Mitgründer von The Convent, White Rose Transmission, Dead Guitars und In2TheSound.
Da der Vater Angehöriger der Niederländischen Armee war, kam die Familie 1975 nach Zeven in Norddeutschland, wo sich im benachbarten Seedorf von 1963 bis 2006 eine niederländische Garnison mit entsprechender ergänzender Infrastruktur befunden hatte. Carlo van Putten besuchte bis 1976 die niederländische Prins Willem Alexander School und als sich seine Eltern scheiden ließen, folgte Carlo seiner Mutter nach Utrecht. 1979 kehrte er zu seinem Vater nach Zeven zurück, da seine Mutter verstorben war.
Er war bis 1982 Schüler im Beruflichen Bildungszentrum Kivinan in Zeven; später besuchte er von 1989 bis 1993 Wernickes Privat-Handelsschule (Wirtschaftsschule) in Bremen.
1981 wurde er Mitglied der Punkband Fleischextrakt, die auf Englisch und Deutsch sangen und 1983 bei The Invisible Reality einer elektronischen Wave-Band. Joachim „Jojo“ Brandt und van Putten kennen sich seit 1981; dessen Vater hatte van Putten 1984 für Blackout als Sänger angeheuert, die in Richtung Progressive Rock tendierten.
1985 gründete er die Band The Convent, die bis heute besteht und deren einzig verbliebenes Gründungsmitglied er ist. Die Band veröffentlichte 1987 und 1989 zwei Singles; die Zweite wurde von der Band zunächst selber vermarktet und auf diese Weise entstand Red Sunshine Records (später Red Sun Records) mit Postfach in Zeven; ab 1988 in Hambergen da van Putten nach Vollersode gezogen war.
Neben van Putten hat sich Jojo Brandt als Songwriter der Band etabliert, welcher 1991 van Putten in die Band gefolgt war. Die aktuelle Besetzung besteht des Weiteren aus Carsten Lienke (Bass), Stefan Bornhorst (Keyboard) und Roland Kaufmann (Schlagzeug), mit denen van Putten oft auch in anderen Projekten zusammenarbeitet.
Eine intensive Beziehung besteht zu Mark Burgess (The Chameleons). Er hat Teile des ersten Albums von 1993 (Counting the Stars) und das komplette zweite Album von 1994 (Tales from the Frozen Forest) produziert und die Zusammenarbeit und der Einfluss zieht sich auch über die nachfolgenden Alben der Band.
Im Zusammenhang mit der eigenen Tour 2002 war die Band auch Supporter der Chameleons auf deren Tour; der letzte Auftritt fand im Oktober 2002 in Bochum statt. Das Jahr wurde zur Zäsur für The Convent, die sich nicht auflösten, aber deren Mitglieder anderen Projekten nachgingen und erst seit 2016 wieder vermehrt öffentlich auftraten.
Der Kontakt zu Mike Burgess ist nicht abgerissen; Carlo van Puten war am 30. Januar 2011 Gastsänger der Chameleon Vox auf dem Chameleons Vox @ Winterborn II Festival im Baroeg in Rotterdam.
2003 war van Putten an dem Projekt The Electric Family von Tom „The Perc“ Redecker beteiligt. Hier traf er auch wieder auf das Ex-Convent-Mitglied Ben Schadow, der nun bei Bernd Begemann & Die Befreiung war. Auf der Platte Ice Cream Phoenix wirkten neben ihnen u. a. auch Rolf Kirschbaum (Pachinko Fake), Hermann Lammers-Meyer (Emsland Hillbillies), Ingo Yorck (alias Ingo Griese) und Rainer Kirchmann (beide vormals Pankow), Tex Morton (vormals Lolitas), Volker Kahrs (vormals Grobschnitt), Burghard Rausch (vormals Agitation Free, dann Bel Ami) und Ulla Meinecke mit.
1988 im Anschluss an seine Zeit mit The Sound startete Adrian Borland eine Solokarriere. 1994 plante The Convent das Stück Winning zu covern und fragte bei Borland an, woraus eine tiefe Verbindung entstand: Borland wurde quasi zum „Special Guest“ der Band und sang den Song gleich selber, auch im Zusammenspiel mit Carlo van Putten. Auch privat war Borland nun oft in Norddeutschland bei van Putten und durchstriff mit ihm auch das Bremer Viertel.
Ab 1995 war Borland an der Entstehung der ersten beiden Alben des gemeinsamen Projekts White Rose Transmission beteiligt. Die zweite Platte 700 Miles of Desert von 1999 gilt damit auch als letztes fertiggestelltes Borland-Werk zu Lebzeiten. Das letzte Stück dieses Albums war der Namensgeber für ein Neues Projekt: Dead Guitars. 1997 hatte Borland außerdem sein Solo-Album 5:00 AM veröffentlicht und das Stück City Speed Carlo van Putten gewidmet.
Nach Borlands Tod hat van Putten White Rose Transmission mit unterschiedlicher Unterstützung weitergeführt; insbesondere ab 2015 ist er mit Mitgliedern der niederländischen Band Aestrid auf seine minimalistischen Touren gegangen.
Carlo van Putten zog 2002 in die Niederlande und war im gleichen Jahr auch Mitgründer der Dead Guitars, die im Juni 2007 ihr Debütalbum veröffentlichten und im Frühjahr 2008 The Mission auf ihrer Europatournee als Support begleiteten.
Carlo von Putten kombiniert seine Projekte des Öfteren; am 28. März 2009 war es seine Ur-Band The Convent, die für die Dead Guitars im Tower (Bremen) die Vorgruppe gegeben hatte. Am 21. November 2009 spielten die Dead Guitars im Messajero (Mönchengladbach) und White Rose Transmission trat als Vorgruppe auf.
Von etwa 2011 bis 2015 gingen die Dead Guitars auch auf punktuelle minimalistische Sommer-Touren, die van Putten danach auch mit White Rose Transmission unternahm.
Seit Mitte 2018 pausieren die Dead Guitars und die Rest-Band trat mit eigenem Material als The Wide auf. Außerdem ist der Gitarrist Ralf Aussem 2019 nach Berlin gezogen, so dass seine Position sowohl bei The Wide als auch bei den Dead Guitars vakant ist.
Am 4. Juni 2006 war Carlo van Putten an einem niederländischen Event beteiligt, der zu Ehren von Adrian Borland im Paradiso (Amsterdam) stattfand und das (im gleichen Jahr postum veröffentlichte) Album The Amsterdam Tapes von Adrian Borland präsentierte, welches auf Aufnahmen von 1992 basiert.