Prinz Friedrich Carl Alexander von Preußen (* 29. Juni 1801 im Schloss Charlottenburg bei Berlin; † 21. Januar 1883 in Berlin) war der dritte Sohn von König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise. Er war ein preußischer General.
Von seiner Mutter, die bereits seine Geschwister Friedrich Wilhelm (1795–1861), Wilhelm (1797–1888 als Kaiser) und Charlotte (1798–1860 als Zarin Alexandra Fjodorowna) geboren hatte, wurde Carl als „das schönste [ihrer] Kinder“ bezeichnet. Nach Carl wurden noch die Geschwister Alexandrine (1803–1892), Luise (1808–1870) und Albrecht (1809–1872) geboren.
1811 trat Carl als 10-Jähriger in die Armee ein und erhielt den Rang eines Sekondeleutnants im Garderegiment. Seine ältere Schwester Charlotte umsorgte ihn auch noch nach ihrer Heirat 1817 mit dem späteren Zar Nikolaus I. von Russland. Carl war 1825 bei der Krönung seiner Schwester zur Zarin Alexandra Fjodorowna in Moskau anwesend und er begleitete sie auch im Alter noch oft auf Reisen. Nachdem er konfirmiert worden war, wurde Carl 1819 stimmfähiges Mitglied des 1817 gegründeten Preußischen Staatsrats.
1820 begann Carl seine aktive Militärlaufbahn als Major im 1. Garde-Regiment zu Fuß. Als Oberst übernahm er 1822 das 12. Infanterieregiment und das kaiserlich russische Infanterieregiment Liebau. Am 30. März 1824 wurde er zum Generalmajor ernannt. Am 17. Januar 1830 wurde Carl Kommandeur der 2. Garde-Division, am 30. März 1832 folgte die Beförderung zum Generalleutnant. Am 30. März 1836 wurde er Kommandierender General des IV. Armee-Korps. Nachdem 1840 der Vater Friedrich Wilhelm III. gestorben war, und sein Bruder Friedrich Wilhelm IV. König wurde, erreichte Carl am 23. September 1844 den Rang eines Generals der Infanterie und wurde im März 1848 Inspekteur der 2. Armee-Abteilung. Am 30. März 1854 stieg er zum Generalfeldzeugmeister und Chef der preußischen Artillerie auf. Unter Carl wurden gezogene Geschützrohre statt der bisherigen glatten Rohre eingeführt.
Daneben reiste Carl häufig nach Russland zu seiner Lieblingsschwester Charlotte, der Frau des Zaren Nikolaus I. Während der Revolution von 1848 blieb Carl in Berlin und stellte sein Palais für Bürgerversammlungen zur Verfügung. Außerdem nahm er regelmäßig an den Sitzungen des Staatsrates teil und reiste mehrfach in diplomatischer Mission für Friedrich Wilhelm IV. ins Ausland. Nach dem Tod seines Bruders Friedrich Wilhelm übernahm nunmehr sein zweiter Bruder als König Wilhelm I. die Regierung.
Von 1864 bis 1866 wirkte Carl als Gouverneur von Mainz. Carl war seit dem 16. Juni 1871 Chef des Schleswig-Holsteinischen Ulanen-Regiments Nr. 15 und seit 1. Januar 1873 auch Chef des 3. Garde-Grenadier-Landwehrregiments. Trotz aller Ehrungen konnte sich Carl nicht mit den neuen Verhältnissen durch die Machtübernahme seines Bruders Wilhelm anfreunden.
Carl wurde 1883 in der Kirche St. Peter und Paul in Berlin-Wannsee bestattet.
1866: Pour le Mérite für die Bewährung der von Carl geführten Artillerie im Deutschen Krieg
1878: Komturkreuz des Militär-Wilhelms-Ordens, verliehen vom niederländischen König Wilhelm III.
1827: Namensgeber für den Karlplatz in Berlin-Mitte.
Der Karlplatz in Berlin-Lichterfelde war von 1895 bis 1934 nach ihm benannt. Ein historisierendes Straßenschild erinnert bis heute an die einstige Benennung des Platzes nach dem Prinzen Carl.
Durch Heinrich von Minutoli, einen Historiker und Archäologen, begann Carl, eine Sammlung antiker Kunstwerke anzulegen. Sein historisches Interesse ging so weit, dass er den Fußboden des Teepavillons „Kleine Neugierde“ im Park von Glienicke mit antiken Mosaiken aus Karthago auslegen ließ. Er reiste viele Male für seine Sammlungen nach Italien.
Auch besaß Carl eine umfangreiche Sammlung historischer Waffen, zu welcher Georg Hiltl 1876 einen Katalog veröffentlichte.
1820 vor seiner Ägypten-Expedition vermachte Minutoli ihm den 1815 erworbenen Goslarer Kaiserstuhl. 1824 kaufte der Prinz ein im heutigen Landschaftspark Klein-Glienicke gelegenes Landhaus, das Schinkel bis 1826 als Schloss Glienicke umbaute und ein Casino und die „Kleine Neugierde“ errichtete. 1828 erfolgte die Einweihung des Glienicker Jägerhofes.
Ab 1829 nahm Carl von seiner Winterresidenz, dem Palais Prinz Carl in Berlin am Wilhelmplatz Nr. 8–9 Besitz, das er ebenfalls von Schinkel umbauen ließ.
1835 wurde die Rotunde „Große Neugierde“ errichtet und der Park in Glienicke wird in den Folgejahren konsequent ausgebaut.
1859 kaufte Carl das Glienicker Jagdschloss für seinen Sohn, den Prinzen Friedrich Karl.
Zum Gedenken an seine im Jahr 1860 gestorbene Lieblingsschwester Charlotte (Alexandra Fjodorowna) ließ Carl 1869 auf dem Böttcherberg die Loggia Alexandra errichten.