An diesem Tag

Carl von Frey

Österreichischer Kaufmann, Musiker, Maler, Heimatforscher, Fotograf, Alpinist und Kunstsammler

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Carl von Frey, auch Karl von Frey (* 2. Juni 1826 in Salzburg; † 24. Juli 1896 in Berlin), war ein österreichischer Kaufmann, Musiker, Maler, Heimatforscher, Fotograf, Alpinist und Kunstsammler.

Carl von Frey wurde als Sohn des kaiserlich-königlichen Kreiszeichners (ein technischer Beamter in der österreichischen Verwaltung des 19. Jahrhunderts) Carl von Frey (* 6. Oktober 1794; † 14. April 1828 in Salzburg) und dessen Ehefrau Marie (* 26. August 1803; † 5. August 1890 in Salzburg), geboren. Seine Mutter war die Tochter des Handelsherrn und Salzburger Bürgermeisters Anton von Heffter und damit Teil einer der angesehensten Salzburger Familiendynastien. Die Familie Heffter hatte durch ihre Handelsaktivitäten und politische Bedeutung einen erheblichen gesellschaftlichen Einfluss in der Stadt erlangt.

Noch nicht einmal zwei Jahre alt, verlor er seinen Vater, der verstarb. Die Verantwortung für seine Erziehung lag fortan bei seiner Mutter sowie seinen Großeltern Anton und Therese von Heffter (* 4. September 1774; † 5. Juni 1856), die eine prägende Rolle in seinem Leben einnahmen. Bereits in jungen Jahren unternahm er mit den Großeltern erste Reisen, die seinen Horizont erweiterten und sein späteres Interesse an Kultur und Geschichte prägten.

Im Jahr 1836 heiratete seine Mutter erneut. Sein Stiefvater, Hauptmann Maximilian Cantori (* 22. Juni 1812 in Arad; † 28. Februar 1877 in Salzburg), hatte eine politisch bewegte Vergangenheit; wegen seiner Sympathien für die ungarische Sache war er gezwungen worden, zu demissionieren und wurde von den österreichischen Behörden als politisch höchst bedenklich eingestuft und polizeilich überwacht. Diese familiäre Konstellation dürfte den jungen Carl von Frey mit den politischen Spannungen der Vormärzzeit vertraut gemacht haben.

Carl von Frey heiratete am 22. August 1850 Anna Maria (* 15. Januar 1829; † 11. Januar 1893), die Tochter des aus Salzburg stammenden Maschinendirektors der Kaiser Ferdinands-Nordbahn Franz Xaver Gugg und dessen Ehefrau Josepha (geb. Lürzer von Zehendthal); gemeinsam hatten sie fünf Kinder, von denen ihn nur eines länger überlebte; zu den Kindern zählten unter anderem die späteren Mediziner Maximilian von Frey und Rudolf von Frey (* 14. April 1864 in Salzburg; † 26. Juli 1896 in Berlin), Privatdozent an der deutschen Universität Prag. Dieser verstarb, als er seinen verstorbenen Vater aus Berlin nach Salzburg überführen wollte. Seine Tochter Julie von Frey († 1873) war mit dem Alpinisten Eduard Richter verheiratet, verstarb jedoch bei der Geburt ihrer Tochter Julie.

Zusammen mit seiner Familie bewohnte Carl von Frey, nach der Aufgabe seines Handelsgeschäfts, ein selbst geschaffenes Heim auf dem Mönchsberg, der Salzburg überragt. Alternativ hielt sich die Familie in den traditionsreichen Räumlichkeiten im Haus der Groß- und Urgroßeltern am Marktplatz in der Salzburger Altstadt auf.

1896 begab sich Carl von Frey aus gesundheitlichen Gründen nach Berlin. Dort erlag er am 24. Juli 1896, nach einer Blasensteinoperation, unerwartet einer Lungenentzündung.

Er wurde in der Heffterischen Familiengruft, die er 1890 von St. Sebastian in die Arkaden des Salzburger Kommunalfriedhofs verlegen ließ, beigesetzt.

Frey besuchte die ersten drei Klassen des Gymnasiums (siehe Akademisches Gymnasium Salzburg) in Salzburg, das er im Juli 1841 im Alter von fünfzehn Jahren verließ. Im Herbst desselben Jahres trat er als Praktikant in das traditionsreiche Handelsgeschäft Gebrüder Heffter ein, das zu diesem Zeitpunkt von Martin von Reichel geführt wurde. Reichel, der auch Obmann der Eisengewerkschaft Achtal-Hammerau war, hatte 1818 von Freys Großvater Anton von Heffter die Gerechtsame sowie den Heffterhof in Parsch erworben.

Im Jahr 1843 unternahm der junge Frey seine erste größere selbständige Reise, die ihn über Tirol und Vorarlberg nach Konstanz, Basel und Straßburg bis nach Frankfurt am Main führte. Diese Reise markierte den Beginn seiner kaufmännischen Wanderjahre.

In Frankfurt am Main trat Frey, nach dem Tod seines Großvaters, in das Bankhaus Heffner und Prévôt ein, wo er bis Ende April 1847 beschäftigt war. Anschließend unternahm er eine ausgedehnte Bildungsreise, die ihn den Rhein entlang, nach Belgien, London, Paris, durch verschiedene deutsche Regionen und schließlich nach Prag führte. Diese Reisen dienten nicht nur seiner kaufmännischen Weiterbildung, sondern auch seiner kulturellen Horizonterweiterung.

Ab Oktober 1847 nahm Frey eine Stelle in der Handlung der Gebrüder Steinbrecher in Wien an. Frey erlebte im März und April 1848 die ersten Tage der Revolution (siehe Revolution von 1848/1849 im Kaisertum Österreich) mit, jener Erhebung gegen den Metternich’schen Polizeistaat, der letztendlich die Gewährung wichtiger, bis heute gültiger Bürgerrechte zu verdanken ist. Er schrieb sich als Gardist der 1. Kompagnie des Bezirks IV Stubenviertel in die Nationalgarde ein und trug das schwarz-rot-goldene Band der Revolution. Damit reihte er sich ein in den Kreis seiner Salzburger Schul- und Alterskollegen Alois Spängler (1824–1903), Ignaz Harrer und seinen Freund Adolph von Steinhauser (1825–1888), die im Mediziner- bzw. Juristenkorps der Akademischen Legion dienten. Gemeinsam mit Spängler und Steinhauser bildete Frey das Begrüßungskomitee einer nach Wien gereisten Salzburger Deputation. Am 1. April 1848 zählte er zu jenen 20 Salzburgern, die unter Führung des Maschinendirektors der Nordbahn, Franz Xaver Gugg – seinem späteren Schwiegervater – den ersten „Salzburger Verein“ in Wien gründeten.

Wie der spätere Bankier Carl Spängler (1825–1902) und der Jurist Adolph von Steinhäuser wandte sich Frey jedoch bald von der Revolution ab und kehrte bereits im Mai 1848 nach Salzburg zurück. 1849 übergab ihm seine Großmutter die beiden Heffter-Häuser am Alten Markt 4 (Heffterhaus) und 5 (zweites Heffterhaus), was seine wirtschaftliche Basis erheblich stärkte.

Am 1. Juli 1850 startete Carl von Frey mit einem Anfangskapital von 20.000 Gulden seine kaufmännische Tätigkeit und übernahm von Martin von Reichel die beiden Handlungsrechte der Firma Gebrüder Heffter und etablierte sich damit als selbständiger Kaufmann. Er war nun Inhaber einer Gerechtsame für den Handel mit Weiß-, Seiden- und Krämereiwaren sowie einer Leinwandhandlung.

Freys geschäftlicher Erfolg manifestierte sich in systematischen Immobilieninvestitionen im Zentrum Salzburgs. Er erwarb ein Altstadthaus und den Ansitz am Mönchsberg. Sein Hauptaugenmerk galt jedoch den Liegenschaften am Alten Markt, wo er ein zusammenhängendes Ensemble von Häusern aufbaute und modernisierte, so ließ er bereits 1890 elektrische Leitungen verlegen. Zu seinen Mietern gehörte unter anderem der Historiker Hans Widmann.

Obwohl Frey das Handelsgeschäft über zwei Jahrzehnte führte, entsprach diese Tätigkeit nie seinen eigentlichen Neigungen. Am 2. Juli 1871 verkaufte er das Geschäft an Josef Zulehner (1833–1888) und hatte bis dahin sein Privatvermögen auf fast 55.000 Gulden gesteigert. Hinzu kam der Wert seiner Liegenschaften, der auf 70.000 Gulden angewachsen war. Er konnte sich fortan seinen wahren Leidenschaften widmen: der Kunst, der Natur und der historischen Forschung.

Nach seinem Rückzug aus dem aktiven Geschäftsleben hatte Frey sein Kapital klug diversifiziert. Er investierte in Staatsanleihen, Rentenscheinen und Pfandbriefen – sichere Anlageformen, die den Kapitalerhalt und regelmäßige Einkünfte gewährleisteten.

Im Frühjahr 1879 führte ihn eine Reise nach Algier. Diese Nordafrikareise war für die damalige Zeit außergewöhnlich und zeugte von Freys Weltoffenheit und seinem Interesse an fremden Kulturen.

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