An diesem Tag

Carl Zimmermann (General)

Preußischer Offizier

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Carl Heinrich Zimmermann (* 7. September 1864 in Louisendorf (Frankenau); † 13. Januar 1949 in Hanau) war ein preußischer Offizier, Mitglied der Schutztruppe für Kamerun und von 1914 bis 1919 ihr Kommandeur. In dieser Funktion leitete er die Kampfhandlungen der Schutztruppe während des Ersten Weltkriegs. Nachdem die militärische Lage in der Kolonie unhaltbar geworden war, trat er im Februar 1916 mit der Truppe und dem Tross in die neutrale spanische Kolonie Rio Muni über, wo sie interniert wurde. Zimmermann wurde 1920 von der Vorläufigen Reichswehr mit dem Charakter als Generalmajor verabschiedet und lebte seitdem im Ruhestand.

Herkunft, Jugend und Ausbildung

Er war der Sohn des Pfarrers Wilhelm Friedrich Zimmermann (1825–1910) und dessen Ehefrau Amalie, geborene Frankfurt, Tochter des Pfarrers Peter Frankfurt in Kassel. Zimmermanns Großvater väterlicherseits war der Gymnasiallehrer Heinrich Zimmermann. Nach einer Erziehung im elterlichen Hause besuchte Carl Zimmermann eine Vorschule und anschließend das Gymnasium in Hanau, das er 1883 mit dem Abitur abschloss.

Ausbildung und erste Verwendung

Unschlüssig über eine künftige Berufswahl, trat Zimmermann am 1. April 1883 als Einjährig-Freiwilliger in das Infanterie-Regiment Nr. 97 der Preußischen Armee ein und wurde am 1. Oktober 1883 in das 3. Badische Infanterie-Regiment Nr. 111 in Rastatt versetzt. Am 10. Oktober erfolgte die Versetzung in die Kategorie der auf Beförderung Dienenden, am 13. Dezember wurde er zum Portepeefähnrich befördert. Die Beförderung zum Sekondeleutnant erfolgte am 14. Februar 1885. Unklar ist bislang, wann er welche Kriegsschule besuchte. Vom 1. April 1887 bis zum 1. März 1891 diente er als Bataillonsadjutant und Gerichtsoffizier. Am 15. Juli 1893 wurde er zum Premierleutnant befördert.

Instruktionsoffizier im chilenischen Heer

Am 18. August 1895 wurde Zimmermann der Abschied bewilligt zwecks Übertritt in chilenische Dienste. Von 1895 bis 1897 diente er in der chilenischen Armee als Instruktionsoffizier. Er gehörte zur Gruppe der deutschen Militärberater um den ebenfalls 1885 nach Chile entsandten Emil Körner, die in Chile die Modernisierung der Streitkräfte nach preußisch-deutschem Vorbild vorantrieben, die so genannte „Prussianisierung“ (prusianización).

Erneute Tätigkeit in Deutschland

Nach seiner Rückkehr aus Chile diente Zimmermann 1897/98 kurzfristig im 4. Thüringischen Infanterie-Regiment Nr. 72. Zum 1. April 1898 wurde er zur Dienstleistung zum Großen Generalstab kommandiert. Am 13. September 1899 erfolgte die Beförderung zum Hauptmann und Verwendung als Kompaniechef.

Erste Dienstzeit in der Schutztruppe Kamerun, 1900–1908

Am 5. Juli 1900 schied Zimmermann aus der Preußischen Armee aus und wurde am folgenden Tag als Hauptmann und Kompaniechef bei der Schutztruppe für Kamerun eingestellt. Nach einer kurzen Tätigkeit als Führer der Stammkompanie in Duala von Oktober 1900 bis Ende Februar 1901 war er von 1902 bis 1904 als Stationschef in Ebolowa tätig und dabei zeitweise stellvertretender Bezirksamtmann in Kribi. Von 1905 bis 1908 war er u. a. Vertreter des Kommandeurs in Soppo, Resident in Adamaua und Resident der Deutschen Tschadseeländer. 1907 war Zimmermann maßgeblich an der Niederschlagung eines muslimischen Aufstands (so genannte Mahdistenunruhen) in Adamaua beteiligt. Im April 1908 machte er eine Reise in das so genannte Zwischenstromgebiet.

Dienst im Kommando der Schutztruppen, 1908–1912

Am 1. November 1908 wurde er zum Kommando der Schutztruppen ins Reichskolonialamt nach Berlin abkommandiert und am 19. November zum überzähligen Major befördert. Mit Wirkung zum 1. April 1909 erfolgte die Versetzung zum Kommando; außerdem wurde er außeretatmäßiges Mitglied des Reichsmilitärgerichts. Dieser Stellung wurde er 1912 enthoben und erneut zur Schutztruppe Kamerun versetzt.

Kommandeur der Schutztruppe Kamerun. Einsatz im Ersten Weltkrieg

1912/13 war Zimmermann Oberleiter der deutschen Grenzexpedition im Süden Kameruns (so genannte Grenzexpedition Süd) und als Grenzkommissar tätig. Im April 1914 wurde er zum Kommandeur der Schutztruppe ernannt.

Die strategische Situation Kameruns bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs

Bereits 1913 hatte Gouverneur Karl Ebermaier Überlegungen für den Fall eines europäischen Krieges und seine Auswirkungen auf Kamerun angestellt und nach Optionen für eine Verteidigung der Kolonie gegen eindringende gegnerische Truppen gesucht. Dabei spielten Überlegungen eine Rolle, Duala als Sitz der Westafrikanischen Station der Kaiserlichen Marine zu befestigen und im Kriegsfall als Stützpunkt für die Kreuzerkriegführung zu nutzen. Diese Überlegungen scheiterten jedoch an der Absage des Reichsmarineamts, das zu Recht darauf verwies, dass die Marine nicht für die Verteidigung der Kolonien zuständig war. Außerdem wurde Duala aufgrund seines ungesunden Klimas selbst von den Stationären der „Westafrikanischen Station“ nach Möglichkeit gemieden; alle Reparaturen und Wartungen der Stationäre, meist ältere Kanonenboote, mussten aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten ohnehin in Kapstadt durchgeführt werden.

Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs einigten sich Ebermaier und Zimmermann auf ein Verteidigungskonzept. Die Schutztruppe sollte zusammen mit der Polizeitruppe Kamerun, Reservisten, Landwehrmännern und zusätzlich eingestellten Rekruten eine Defensivstrategie verfolgen. Deren Ziel lag nicht in der Bindung gegnerischer Kräfte, wie sie Paul von Lettow-Vorbeck in Deutsch-Ostafrika verfolgte, sondern diente dazu, den Herrschaftsanspruch auf die Kolonie gegenüber den Feindmächten zu demonstrieren. Diese Strategie machte insofern Sinn, als dass Ebermaier und Zimmermann – wie auch ein großer Teil der politischen und militärischen Führung in Europa – davon ausgingen, dass der Krieg nur wenige Monate dauern würde. Ein langfristiger Widerstand gegen feindliche Kolonialtruppen war schon deshalb ausgeschlossen, weil keinerlei militärische Reserven wie z. B. Munition vorhanden waren und der Seeweg von Kriegsbeginn an durch die Alliierten blockiert wurde. Deshalb wurde auch von Seiten der Kaiserlichen Marine, soweit bekannt, nicht erwogen, wie im Fall von Deutsch-Ostafrika Blockadebrecher wie die Rubens und die Marie nach Kamerun zu entsenden.

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