Carl Merkle (* 30. März 1911 in Bamberg; † 30. Mai 1997 in Essen) war ein deutscher Generalarzt des Heeres der Bundeswehr.
Merkle, Sohn eines Oberpostinspektors, studierte von 1930 bis 1935 Humanmedizin an den Universitäten in Würzburg, München und Innsbruck. Am 20. November 1935 erfolgte die Approbation zum Arzt. Vom Dezember 1935 bis März 1936 absolvierte er ein medizinisches Praktikum am Krankenhaus Bamberg und trat am 1. April 1936 als Sanitätsoffizier-Anwärter beim Infanterie-Regiment 20 in Regensburg in die Wehrmacht ein. Anschließend war er von September 1936 bis April 1938 Arzt am Standort-Lazarett in Nürnberg, wo er am 1. Juni 1937 Assistenzarzt wurde und am 9. November 1937 die Promotion zum Doktor der Medizin erfolgte. Von April 1938 bis September 1939 durchlief er die Schulung des ehemaligen österreichischen Bundesheeres zum Sanitäts-Fähnrich in Wien.
Zum Beginn des Zweiten Weltkrieges war Merkle von September 1939 bis Januar 1941 Adjutant des Korpsarztes des XVII. Armeekorps, von Januar 1941 bis 1943 Kompaniechef der Sanitäts-Kompanie 1/290 in der Sowjetunion in den Räumen Ilmensee, Demjansk und Staraja Russa, wurde im Dezember 1942 Oberstabsarzt, war von 1943 bis Juli 1944 in der Abteilung IVb im Stab der Heeresgruppe B und von Juli 1944 bis Mai 1945 Adjutant in der Lehrgruppe C der Militärärztlichen Akademie in Berlin.
Merkle kam zum Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 in Kriegsgefangenschaft, aus der er im September 1947 entlassen wurde. Von Dezember 1947 bis Sommer 1948 war er Lastkraftwagenfahrer bei der Firma Andreas Saffer in Frankendorf und von September 1948 bis Oktober 1956 praktischer Arzt und Geburtshelfer mit eigener Arztpraxis in Burgebrach.
Am 16. Oktober 1956 trat Merkle als Oberfeldarzt in die Bundeswehr ein und war zunächst Bataillonskommandeur des Sanitätsbataillons 5 mit Standorten auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr, in Brannenburg und in Koblenz. Von August 1959 bis September 1963 war er Korpsarzt und Kommandeur des Sanitätskommandos 2 des II. Korps in Ulm.
Im Oktober 1966 wurde Merkle zum Generalarzt ernannt und Kommandeur der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München. Mit Ablauf des September 1969 wurde er in den Ruhestand versetzt.
1942: Eisernes Kreuz I. Klasse
1945: Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern II. Klasse
Liste der Generale des Heeres der Bundeswehr
Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 338.