An diesem Tag

Carl Maria von Weber

Deutscher Komponist

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Carl Maria von Weber (vollständiger Name Carl [Maria] Fri[e]drich Ernst [von] Weber; getauft am 20. November 1786 in Eutin, Hochstift Lübeck; † 5. Juni 1826 in London) war ein deutscher Komponist, Dirigent und Pianist der Romantik.

Carl Maria von Weber war das erste von drei Kindern von Franz Anton von Weber (1734–1812) und dessen zweiter Ehefrau, der Opernsängerin und Schauspielerin Genovefa Weber (1764–1798). Er wurde am 20. November 1786 in der Eutiner Schlosskapelle auf die Vornamen Carl Friedrich Ernst katholisch getauft; der zusätzliche Name Maria ist erst in späteren Jahren belegt. Die Vorfahren seiner Mutter stammten aus Marktoberdorf, die seines Vaters aus Stetten. Franz Fridolin Weber, ein Halbbruder seines Vaters, war der Vater von Mozarts Frau Constanze. So war Carl Maria ein angeheirateter Vetter von Wolfgang Amadeus Mozart.

Franz Anton von Weber war 1779 als fürstbischöflich-lübischer Hofkapellmeister nach Eutin gekommen und wechselte, nachdem die Hofkapelle aus Sparzwängen 1781 aufgelöst wurde, in das Amt des Eutiner Stadtmusikus. Damit unzufrieden, verließ er 1787 diesen Dienst und versuchte im nächsten Jahrzehnt mehrfach, eine reisende Theatergruppe zu gründen. Dabei wirkten auch seine Kinder aus erster Ehe als Musiker, Sänger und Schauspieler mit. Alle diese Gründungen scheiterten nach wenigen Jahren. Sein Adelsprädikat führte er angemaßt, denn die Linie, von der er seine Herkunft ableitete, war ausgestorben. Von Geburt an litt Carl Maria an einer Fehlbildung der Hüfte. Erst mit vier Jahren, als er schon Sänger und Klavierspieler war, lernte er gehen.

Ab 1796 widmete sich Franz Anton vor allem der musikalischen Ausbildung seines Sohnes Carl Maria in der Hoffnung, ihn als musikalisches Wunderkind präsentieren zu können. In Salzburg, wohin die Familie im Herbst 1797 zog, unterrichtete ihn Michael Haydn, der Bruder Joseph Haydns, ab 1798 in Komposition. Die Salzburger Zeit wurde durch den Tod von Carl Marias Mutter Genovefa am 13. März 1798 überschattet, die an Tuberkulose starb. Carl Maria hatte ersten professionellen Unterricht im Klavierspiel, in Harmonielehre und Tonsatz von Kammermusiker Johann Peter Heuschkel erhalten, der bei Herzog Friedrich von Sachsen-Hildburghausen als Kapellmeister, Organist, Pianist und Oboist angestellt war.

Nach dem Tod der Mutter zog die Familie nach München. Franz Anton schrieb danach am 19. Januar 1799 in einem Brief an Franz Kirms in Weimar: „Mein 11jähriger Karl küßt die Hände, ein Talent gottlob! der ersten Gattung, da er schon die erste Oper componirt, ein Schüler von Michel Haydn. … Gott sey es gedankt! er hat das Glück, daß man ihn hier nicht anderst als der kleine Mozardt heißt.“ In München wurde Carl von Johann Evangelist Wallishauser (Künstlername: Valesi; Gesang) und Johann Nepomuk Kalcher (Komposition) unterrichtet.

Ab Herbst 1799 erwarb Carl Maria in der Werkstatt von Alois Senefelder und Franz Gleißner auch handwerkliche Grundkenntnisse in Lithographie. Eine eigene Lithographiewerkstatt von Vater und Sohn in Freiberg (Sachsen) blieb erfolglos.

Dort wurde 1800 die Oper Das Waldmädchen des Vierzehnjährigen aufgeführt; sie fand wenig Anerkennung.

Maßgeblich für Webers späteren Erfolg als Komponist wurde der Unterricht bei Abbé Georg Joseph Vogler 1803/04 in Wien und später noch einmal in Darmstadt, dort gemeinsam mit seinem Mitschüler Jakob Meyer Beer (Giacomo Meyerbeer).

1804 wurde Weber auf Empfehlung von Vogler Kapellmeister am Theater in Breslau. Erst siebzehnjährig und ohne Erfahrung erwarb er sich durch seine ernsthafte Probenarbeit große Anerkennung. Die Breslauer Erfahrungen wurden das Fundament für Webers spätere Arbeit als Kapellmeister in Prag und Dresden und begründeten seinen Ruf als Dirigent.

Weil ihm die alltäglichen Pflichten am Theater zu wenig Raum für eigene schöpferische Arbeit ließen, verzichtete er nach zwei Jahren auf die Verlängerung seines Vertrages. Bis zum Februar 1807 lebte er als Gast des preußischen Generals Herzog Eugen von Württemberg auf dessen kleinem Schloss in Carlsruhe bei Oppeln. Der General, der gegen Napoleon gekämpft hatte, empfahl Weber nach Stuttgart zu seinem Bruder Friedrich, der – mit den Franzosen verbündet – 1806 von Napoleon zum König von Württemberg erhoben worden war. Weber fand aber bei Hofe keine Anstellung als Musiker, sondern musste einem weiteren Bruder des Königs, „Herzog Louis“, als Geheimsekretär und Privatlehrer von dessen Kindern dienen, fand deshalb aber wieder Zeit zu intensivem Komponieren.

Selbst durch eine Liebschaft mit Margarethe Bernbrunn, deren aufwändigen Lebenswandel er nachahmen wollte, hochverschuldet, wurde Weber durch seinen Dienstherrn in eine Stuttgarter Korruptionsaffäre hineingezogen. Er und sein Vater wurden Anfang 1810 aus Württemberg ausgewiesen. Franz Anton von Weber nahm Wohnung in Mannheim, Carl Maria wirkte zunächst auch dort als freischaffender Pianist, Dirigent und Komponist, wie in den folgenden drei Jahren auch in Frankfurt, wo am 16. September 1810 seine Oper Silvana uraufgeführt wurde, und in München, wo er den Klarinettisten Heinrich Joseph Baermann kennenlernte, der ihn zu bedeutenden Werken für Klarinette inspirierte.

Förderung fand er nun auch am Hofe von Emil Leopold August, Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg, und durch bürgerliche Kreise in Berlin.

Im August 1810 gründete Carl Maria mit Giacomo Meyerbeer, Gottfried Weber und Alexander von Dusch den Harmonischen Bund, dem kurz darauf Johann Gänsbacher und später Carl Ludwig Roeck und Friedrich Wilhelm Berner beitraten. Ziel des im Geheimen arbeitenden Bundes war es, „das Gute zu erheben und hervorzuziehen“, womit insbesondere die gegenseitige Unterstützung von Werken und Wertungen durch auch pseudonym verfasste Rezensionen gemeint war. Auch wenn die publizistische Tätigkeit nach wenigen Jahren erlosch, so blieben die Mitglieder des Bundes brieflich bei der Anrede „Bruder“.

Von 1813 bis 1816 war Weber Operndirektor am Ständetheater in Prag. In dieser Zeit vertonte er mehrere Gedichte von Theodor Körner, unter anderen (ebenso wie Franz Schubert (D. 205)) Lützows wilde Jagd. Im späteren 19. Jahrhundert brachte ihm dies den unverdienten Ruf, ein politischer Komponist gewesen zu sein. Musikalisch schildert Webers Vertonung eine zunächst lauernde, dann angaloppierende Reiterstaffel, nicht Schlachtenlärm wie Beethoven in Wellingtons Sieg oder Tschaikowski in der Ouvertüre 1812.

Ab 1817 wirkte er als Königlicher Kapellmeister und Direktor der deutschen Oper am Dresdner Hoftheater. Heinrich Carl Graf Vitzthum von Eckstädt, der Direktor der musikalischen Kapelle und des Theaters, setzte Webers Berufung gegen den Widerstand des sächsischen Königs und des Ministers Grafen Einsiedel durch. Die vom Hof favorisierte italienische Oper des Hoftheaters leitete Francesco Morlacchi, mit dem zusammen Weber auch für die Kirchenmusik an der Katholischen Hofkirche zuständig war. Beide Musiker standen zueinander nicht nur in lebhafter Konkurrenz; ebenso arbeiteten sie eng zusammen, da sie sich auch als gegenseitige Urlaubsvertretung brauchten, so dass Weber auch mit großem Beifall aufgenommene Operneinstudierungen der „Italiener“ erarbeitete.

Am 30. Januar 1817 hatte Weber mit einer Aufführung von Méhuls Joseph (unter dem Titel Jakob und seine Söhne) das neue deutsche Opern-Departement eröffnet, wie er zuvor auch schon in Prag einen „deutschen Opernspielplan“ mangels geeigneter Werke nur mit Adaptionen französischer Titel verwirklichen konnte. In Dresden führte Weber auch seine schon in Breslau begonnene Praxis einer systematisch organisierten Probenarbeit erfolgreich fort.

Wenige Tage nach seiner Ankunft in Dresden erwähnt Webers Tagebuch den Schriftsteller Friedrich Kind, den Weber vier Wochen später für eine Zusammenarbeit an einer Oper, dem Freischütz, begeistern konnte. Ihre Aufführung machte Weber schlagartig international berühmt.

Am Erfolg des Freischütz zerbrach das herzliche Einvernehmen beider. Weber hatte Kind 1817 unmittelbar nach Beginn der Arbeiten am Freischütz mit einem Honorar die Rechte am Buch für fünf Jahre abgekauft, um spätere Streitigkeiten über die Einnahmen zu vermeiden. Als sich die Oper als unvorhergesehen erfolgreich erwies, deutete Kind wohl an, eine Beteiligung an den Einnahmen zu erwarten. Als ihm Weber umgehend noch einmal das Honorar übersandte, lehnte Kind die Annahme ab und antwortete nicht auf einen Brief, mit dem Weber trotz der unterschiedlichen Auffassungen begütigen wollte. Erst nach Jahren besserte sich ihr Verhältnis wieder.

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