Carl Hoffmann (* 2. Juni 1802 in Bernburg, Fürstentum Anhalt-Bernburg; † 29. Dezember 1883 in Stuttgart, Königreich Württemberg) war ein deutscher Verleger, Druckereibesitzer und Buchhändler.
Carl Hoffmann war sechstes Kind des Friedrich Hoffmann (1771–1833), Amts- u. Oberwundarzt in Bernburg und dessen Ehefrau Johanna (1775–1827), Tochter des Brückenverwalters König in Ballenstedt und Bernburg. Er hatte noch vierzehn Geschwister, von denen sechs früh starben, von seinen weiteren Geschwistern sind bekannt:
Friedrich August Hoffmann (1796–1874), Hofprediger und Rektor der Stadtschule in Ballenstedt, theol. Schriftsteller;
Ludwig Gottfried Hoffmann (1798–1850), Dr. med., Kreisphysikus in Ballenstedt;
Franz Hoffmann (1814–1882), Buchhändler, Jugend- u. Volksschriftsteller, Redakteur der Zeitschrift Jugendfreund;
Carolina Hoffmann, verheiratet mit Julius Weise (1804–1882), Buchhändler und Verleger in Stuttgart, Eigentümer von Julius Weise’s Hofbuchhandlung;
Maria Hoffmann, verheiratet mit Carl August Schmidt (1816–1881), übernahm 1843 die Jugendschriftenreihe Hoffmanns und gründete den Verlag Schmidt und Spring in Stuttgart.
Anton Hoffmann (1856–1915), Verleger;
Franz Hoffmann (1850–ca. 1920), Verleger;
Ernst Hoff (1872– 1932), Verbandsgeschäftsführer
Herbert Hoffmann (1891–1950), Verleger;
Kurt Hoffmann (* 1923), Inhaber des Verlags Julius Hoffmann.
Carl Hoffmann heiratete 1827 in Stuttgart Elisabeth (1801–64), Tochter des Pfarrers Johann Nikolaus Hoff in Mannheim und dessen Ehefrau Christine Laubinger. Gemeinsam hatten sie drei Söhne und drei Töchter, hiervon sind bekannt:
Julius Hoffmann (1833–1904), Buchhändler und Verleger, erwarb 1862 den Verlag K. Thienemann, verkaufte diesen 1885 an seine Vettern Anton und Franz Hoffmann; er gründete den Verlag Julius Hoffmann und leitete seit 1873 den C. Hoffmann-Verlag.
Julius Hoffmann (1864–1932), Verleger;
Robert Hoffmann (1868–1935), Maler.
Mit vierzehn Jahren wurde Carl Hoffmann 1816 in die Buchhandlung von Carl Cnobloch in Leipzig in die Lehre gegeben, worauf er als Gehilfe einige Jahre im Geschäft von Friedrich Ludwig Herbig (1781–1839) in Leipzig arbeitete und dann 1821 eine Stelle in der Löffler’schen Buchhandlung in Mannheim annahm. Später trat er als Gehilfe in die Franckh’sche Buchhandlung in Stuttgart, in welcher damals eine billige Ausgabe von Walter Scotts Romanen erschien und einen ungemeinen Erfolg hatte.
1826 kaufte er die J. D. Sattler’sche Buchhandlung und Leihbibliothek in Stuttgart und machte sich selbständig. Er baute sein Geschäft aus und machte es bereits nach kurzer Zeit zum ersten Sortimentsgeschäft in Stuttgart. Er erwarb auch Teile von Friedrich Franckh (1795–1865), intensivierte seine Leihbibliothek und den Lesezirkel und begann bald, selbst Bücher zu verlegen, hierbei war er der Erste, der die Bücher in gebundenen Exemplaren auf Lager hatte. Seinen Stuttgarter Journal-Lesezirkel erweiterte er um einen Lesezirkel für gute und interessante Werke in deutscher, französischer und englischer Sprache.