Carel Hendrik Verhuell (* 11. Februar 1764 in Doetinchem, Geldern; † 25. Oktober 1845 in Paris) war ein niederländisch-französischer Admiral und Diplomat.
Graf Carel Hendrik Ver Huell stammte aus einer niederländischen Adelsfamilie protestantischen Glaubens. Sein Vater, Quirijn Maurits Ver Huell, war unter anderem Bürgermeister von Doetinchem, und seine Mutter war Judith Elsabeen Anna, Baronin von Rouwenoort.
Am 23. Februar 1789 heiratete er seine Jugendliebe Maria Johanna de Bruijn, mit der er drei Söhne hatte. Während der Epidemie von 1793 wurde seine Frau mit Pocken infiziert und blieb entstellt. Ver Huell hatte eine außereheliche Beziehung mit Marie-Thérèse Corneillan. Aus dieser Verbindung gingen ein weiterer Sohn und eine Tochter hervor. Gerüchte besagten darüber hinaus, Verhuell hätte eine romantische Beziehung mit Hortense de Beauharnais, der Frau von Louis Bonaparte gehabt und sei somit der Vater von deren Sohn Charles Louis Napoleon Bonaparte, besser bekannt als Napoleon III.
Sein Neffe Quirijn Maurits Rudolph Ver Huell (1787–1860), Sohn seines Bruders Everhard Alexander Ver Huell, war Konteradmiral der Königlich Niederländischen Marine.
Ausbildung bei der niederländischen Marine
1775 trat Verhuell im Alter von elf Jahren als Kadett in ein niederländisches Infanterieregiment ein, beantragte 1778 den Übertritt in den Seedienst und wurde dort im folgenden Jahr als Gardemarin aufgenommen.
Seine erste Verwendung hatte Verhuell auf der Fregatte Argo. Er war sowohl an dem Zwischenfall am 31. Dezember 1779 beteiligt, als der britische Commodore Charles Fielding einige Handelsschiffe des niederländischen Admirals Lodewijk van Bylandt vor der Isle of Wright als Prisen nahm, als auch an der Schlacht auf der Dogger Bank am 5. August 1781. Während dieser Schlacht wurde Verhuell verwundet und blieb neben dem Kapitän der einzige überlebende Offizier der Argo. Er erhielt daraufhin die Beförderung zum Oberleutnant, nachdem er bereits Anfang 1781 zum Leutnant befördert worden war.
Anschließend war er an Bord einer Korvette in den Gewässern im Norden Großbritanniens eingesetzt, auf der er wegen der Krankheit des Kapitäns und der anderen Offiziere für den Großteil der Fahrt das Kommando führte.
Von 1782 bis 1785 war er im Mittelmeer und in der Nordsee eingesetzt. Er erhielt die Beförderung zum Korvettenkapitän und diente bis 1789 in der Ostsee, der Nordsee sowie im Mittelmeer als Stellvertretender Kommandant einer Fregatte.
Während der Französischen Revolution
Als Fregattenkapitän erhielt Verhuell 1791 sein erstes eigenes Kommando, eine Korvette in den Westindischen Inseln. In der Folge war er erster Adjutant von Admiral Jan Hendrik van Kinsbergen und wurde in den Rang eines Kapitäns erhoben.
Als 1795 der Statthalteramt gestürzt wurde, schied Verhuell wie fast alle Offiziere der Marine aus dem Dienst aus und trat dem Comité tot de zaken van de Oost-Indische handel en bezittingen bei, der Nachfolgeorganisation der Niederländischen Ostindien-Kompanie. Im Jahr XI (1802/03) kehrte er auf Wunsch der batavischen Regierung im Rang eines Konteradmirals zur Marine zurück und wurde nach Paris geschickt, um die Koordinierung der französischen und niederländischen Marinestreitkräfte sicherzustellen.
Im Dienst des französischen Kaiserreichs
Im Rahmen der Vorbereitung der Invasion Englands 1804 war Verhuell für die Ausrüstung einer Flottille von Invasionsbooten mit flachen Rümpfen in Vlissingen verantwortlich, die Davouts Truppen befördern sollte und begab sich dafür nach Ostende.
Im Laufe des Jahres 1804 brachte er einen Großteil der Flottille von Vlissingen nach Dünkirchen. Während dieser Mission konnte er einen Angriff des Admirals Sir William Sidney Smith auf seine Flottille in der Nähe von Ostende abwehren. Diese Leistung unter den Augen Napoleons selbst brachte ihm die Mitgliedschaft in der Ehrenlegion und die Beförderung zum niederländischen Vizeadmiral ein. Er sollte auch Niederländischer Marineminister werden, lehnte diese Position allerdings ab, solange die Invasionsvorbereitungen liefen. Weiterhin war er von Napoleon zum Kommandeur des rechten Flügels der Marinestreitkräfte für die Invasion ernannt worden. Im Sommer 1805 wurde er erneut mit der Überführung einer Flottille beauftragt und konnte sie trotz eines Angriffs am 18. Juli 1805 vor dem Cap Gris-Nez durch ein größeres und stärkeres britisches Geschwader nach Boulogne-sur-Mer bringen.
Nachdem das Invasionsunternehmen abgesagt wurde, trat Verhuell schließlich das Amt als Marineminister an und behielt dieses auch unter dem neuen Regierungschef Rutger Jan Schimmelpenninck.
Während seiner Aufenthalte in Frankreich war Verhuell jedoch zu einem Vertrauten Napoleons geworden und führte in der Folge mit ihm und Talleyrand geheime Briefwechsel, in dem er Schimmelpennincks Position untergrub. Somit war er an dem von Napoleon gewünschten Übergang zum Königreich Holland beteiligt und leitete die Delegation der niederländischen Regierung, die am 6. Juni 1806 Napoleons Bruder Louis Napoleon die „holländische Königswürde“ antrug. Für diesen Dienst wurde er zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt.
Im Dienst des Königreichs Holland