Cardillac ist eine Oper in drei Akten (vier Bildern) von Paul Hindemith (Musik) und Ferdinand Lion (Libretto). Die Handlung basiert auf der Novelle Das Fräulein von Scuderi (1819/21) von E. T. A. Hoffmann. Das Werk wurde am 9. November 1926 in der Dresdner Staatsoper (Semperoper) uraufgeführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erstellte Hindemith eine vieraktige Neufassung, die am 20. Juni 1952 im Stadttheater Zürich erstmals gezeigt wurde.
Die Oper spielt in Paris Anfang der 1680er Jahre.
Erstes Bild: Freier Platz vor Cardillacs Haus
Eine Serie seltsamer Morde hat das Volk von Paris in Aufruhr versetzt. Allen Verbrechen ist gemeinsam, dass jedes der Opfer kurze Zeit vorher ein Schmuckstück bei dem angesehenen Goldschmied Cardillac gekauft hatte und dieses nun verschwunden ist. Ein Kavalier entdeckt in der Menge eine junge Dame, für die sofort sein Herz entbrennt. Um ihre Aufmerksamkeit zu erregen, erzählt er ihr von dem berühmten Goldschmied, dessen Arbeiten selbst bei Hofe die größte Bewunderung fänden. Die Dame verspricht ihm eine Liebesnacht, wenn es ihm gelingen sollte, ihr Cardillacs schönstes Schmuckstück zu besorgen.
Der Kavalier hat den Wunsch der Dame erfüllt. In höchster Erregung auf das versprochene Abenteuer folgt er ihr ins Schlafzimmer und nimmt die Angebetete zärtlich in seine Arme. Cardillac schafft es, im Dunkel der Nacht bei ihr einzusteigen. Bevor der Kavalier seinen Lohn empfangen kann, wird er von dem Goldschmied hinterrücks ermordet. Cardillac flieht unerkannt durchs Fenster.
Drittes Bild: Cardillacs Laden und Werkstatt
Ein Goldhändler betritt den Laden und bewundert die ausgelegten Schmuckstücke. Obwohl er bereit wäre, für eines von ihnen eine hohe Summe auf den Tisch zu legen, verweigert ihm Cardillac den Kauf.
Die Tochter des Goldschmieds hat vergangene Nacht mit einem Offizier geschlafen, dem sie hoffnungslos verfallen ist. Seinetwegen will sie ihren Vater verlassen, hat aber Angst davor, es ihm zu sagen. Umso überraschter ist sie, als ihr Geliebter bei Cardillac um ihre Hand anhält und dieser keinerlei Einwände hegt. Anscheinend ist sie ihm weniger wert als seine geliebten Schmuckstücke. Doch als der Offizier sich anschickt, von Cardillac eine wertvolle Kette zu kaufen, zeigt er sich überhaupt nicht erfreut. Sein anfängliches Zögern gibt er schließlich auf und überlässt dem Offizier das gewünschte Schmuckstück. Kaum hat der Soldat den Laden verlassen, kann sich Cardillac nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren. Unablässig denkt er an die Kette. Eine geheime Macht zwingt ihn, sich eine Maske aufzusetzen und den Offizier zu suchen.
Viertes Bild: Straße mit angrenzendem Gasthaus
Mit dem Dolch in der Hand stürzt sich Cardillac auf den Offizier. Dieser aber kann ihn abwehren. Trotz der Maskierung bleibt dem Offizier nicht verborgen, wer der Angreifer in Wirklichkeit ist.
Der Goldhändler hat das Geschehen beobachtet und ruft die Polizei. Als diese Cardillac verhaften will, deutet der Soldat auf den Goldhändler und bezeichnet ihn als den wahren Täter. Jetzt wird der Goldhändler verhaftet und abgeführt. Das Volk lässt Cardillac hochleben und fordert ihn auf, mit ins Wirtshaus zu gehen.
Der Offizier enthüllt Cardillacs Tochter das Geheimnis ihres Vaters. Das Mädchen ist so entsetzt, dass es sich von seinem Vater lossagt. Keine Stunde länger möchte sie mit ihm unter einem Dach wohnen.
Cardillac ist des Zechens bald überdrüssig. Vom Wahn getrieben kehrt er auf die Straße zurück und brüllt, es sei der Falsche verhaftet worden. Vom Volk bedrängt, den wahren Täter zu offenbaren, bleibt Cardillac nichts anderes übrig, als sich selbst der Untaten zu bezichtigen. Zu seiner Entschuldigung behauptet er, die von ihm geschaffenen Kunstwerke seien Eigentum ihres Schöpfers und müssten zu ihm zurückkehren. Die wütende Menge erschlägt ihn.
Erstes Bild: Freier Platz vor Cardillacs Haus
Eine Serie seltsamer Morde hat das Volk von Paris in Aufruhr versetzt. Allen Verbrechen ist gemeinsam, dass jedes der Opfer kurze Zeit vorher ein Schmuckstück bei dem angesehenen Goldschmied Cardillac gekauft hatte und dieses nun verschwunden ist. Die Primadonna der Pariser Oper kommt am aktuellen Tatort vorbei. Sie hat schon unzählige Erfolge feiern können und ist inzwischen der vielen Huldigungen überdrüssig. Ein junger Verehrer spricht sie an und erzählt ihr schwärmend von Cardillacs großer Kunst. Daraufhin äußert sie den Wunsch, ein Diadem aus dem Bestand des Goldschmieds für eine Rolle am Theater zu besitzen.
Zweites Bild: Schlafzimmer im Haus der Sängerin
Der Kavalier hat den Wunsch der Primadonna erfüllt und bei Cardillac den gewünschten Kopfschmuck erworben. Nachdem er ihn seiner Angebeteten überreicht hat, lädt sie ihn in ihr Schlafzimmer ein. Cardillac gelingt es, im Dunkel der Nacht unerkannt bei ihr einzudringen und den Kavalier zu erstechen. Fassungslos steht die Sängerin vor der Leiche. Sie muss feststellen, dass ihr Geschenk fehlt.
Drittes Bild: Cardillacs Laden und Werkstatt