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Caracas

Hauptstadt Venezuelas

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Caracas [kaˈɾakas] (offiziell Santiago de León de Caracas) ist die Hauptstadt und größte Stadt Venezuelas. Sie gilt als Kultur- und Wirtschaftszentrum des Landes.

Mit 2,1 Millionen Einwohnern im eigentlichen Stadtgebiet und drei Millionen (2013) in der Agglomeration ist Caracas der größte städtische Ballungsraum Venezuelas.

In einer Rangliste der Städte nach ihrer Lebensqualität belegte Caracas im Jahre 2019 den 202. Platz unter 231 untersuchten Städten weltweit.

Caracas liegt im Norden Venezuelas in 760–920 m Höhe im Caracas-Tal, welches zum Küstengebirge (Cordillera de la Costa) Venezuelas gehört. Das Tal ist durch den über 2000 Meter hohen Ávila-Gebirgszug vom etwa 10 Kilometer Luftlinie vom Stadtzentrum entfernten karibischen Meer getrennt. See- und Flughafen von Caracas liegen in den Küstenorten La Guaira und Maiquetía, die über eine 20 Kilometer lange, durch Erdbebenaktivitäten gefährdete Autobahn erreichbar sind. Eine der Autobahnbrücken wurde 2006 zerstört, jedoch innerhalb eines Jahres durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzt.

Das Klima ist tropisch mit einer mittleren Jahrestemperatur von 22,5 °C und jährlichen Niederschlägen zwischen 900 und 1300 mm.

Christoph Kolumbus und seine Begleiter erreichten 1498 als erste Europäer die Küste von Caracas. Dort entstand eine kleine Kolonie, welche Karl V. 1526 als Lehen der Krone von Kastilien dem Handelsherrn Welser zu Augsburg als Entschädigung für eine Anleihe erblich übergab. Die Welser behielten indes die Besitzung nur bis 1546. Die eigentliche Stadt wurde 1560 vom spanischen Konquistador Francisco Fajardo unter dem ursprünglichen Namen Santiago de León de Carácas gegründet.

Zwischenzeitlich wieder aufgegeben, wurde Caracas 1567 von Diego de Losada, einem Offizier von Pedro Ponce de León, erneut gegründet. Caracas war Hauptstadt eines spanischen Generalkapitanats und Sitz des Gouverneurs. Um 1750 blühte die Stadt durch den zunehmenden Kakaoexport auf.

Im Unabhängigkeitskrieg wurde die Stadt am 29. Juli 1811 und wiederum 1814, nachdem sie durch Simón Bolívars Armee befreit worden war, von Spanien erneut eingenommen. 1821 erfolgte ihre abermalige Befreiung und Caracas war dann bis 1831 Bestandteil der Republik Großkolumbien, bis es am 17. November 1831 die Republik Venezuela zu bilden half, deren Hauptstadt es wurde.

Die Stadt wurde wiederholt von Erdbeben getroffen. Gänzlich zerstört wurde sie durch ein Beben am 26. März 1812, beschrieben von Alexander von Humboldt; etwa 12.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Danach wurde die Stadt regelmäßig wieder aufgebaut, jedoch meist ohne die zerstörten kolonialen Bauten, so dass Caracas nur wenige dieser Zeitzeugen beherbergt. Die Kathedrale, eine fünfschiffige Basilika von 1614 mit einer Fassade von 1710 bis 1713, ist indes erhalten geblieben.

Caracas hatte im Jahr 1873 erst 60.010, im Jahr 1883 aber bereits 70.198 Einwohner. Die Industrie war damals noch nicht sehr entwickelt, allerdings gab es schon zahlreiche Bildungseinrichtungen. Eine 45 Kilometer lange Wasserleitung versorgte die Stadt. Bis 1904 stieg die Einwohnerzahl auf 90.000 Ab 1930 bescherte der Ölrausch der Stadt eine Bevölkerungsexplosion.

Für den 21. Januar 1958 organisierten die verbotenen Oppositionsparteien in einem Vierparteienbündnis (PCV, AD, COPEI, URD) sowie die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände eine gigantische Demonstration in Caracas, die den Rücktritt des Diktators Marcos Pérez Jiménez forderte. Die Armee weigerte sich, gegen die Demonstranten vorzugehen. Am 23. Januar 1958 musste Pérez Jiménez zurücktreten, eine Demokratisierung wurde eingeleitet.

Heute ist Caracas eine sehr gefährliche Stadt, die Kriminalitätsraten sind extrem hoch. Mit 120 Morden pro 100.000 Einwohnern jährlich (280-mal so viele wie in Österreich) weist Caracas die relativ zur Einwohnerzahl höchste Mordrate der Welt auf.

Am 1. September 2016 gingen in Caracas etwa eine Million regierungskritische Demonstranten auf die Straße und forderten die Absetzung des sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro. Dabei handelte es sich um die größte politische Kundgebung in Venezuela seit Jahrzehnten.

Am 3. Januar 2026 wurden im Kontext des Konflikts zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela mehrere Punkte in der Stadt unter Bruch des Völkerrechts von der U.S. Air Force bombardiert, Staatspräsident Nicolás Maduro und seine Frau wurden bei einer US-Militäroperation entführt und in die Vereinigten Staaten gebracht. Seine Amtsgeschäfte als Staatschef wurden auf die Vizepräsidentin Delcy Rodríguez übertragen.

Caracas ist das Finanz- und Industriezentrum Venezuelas. Seine bedeutendsten Industriezweige sind die Textil-, Leder-, Maschinen-, Automobil- (z. B. MMC Automotriz) und die Metallindustrie. Die chemische Industrie, die Nahrungsmittelindustrie sowie das internationale Netz von Erdölraffinerien von „Petroleos de Venezuela“ (PDVSA) spielen politisch und wirtschaftlich ebenfalls eine wichtige Rolle. Caracas ist Sitz der einzigen Börse des Landes, der Bolsa de Valores de Caracas.

Laut der britischen Wochenzeitschrift The Economist war Caracas 2014 auf Platz sechs der teuersten Städte der Welt.

Die 1721 gegründete Zentrale Universität von Venezuela (Universidad Central) ist die größte Universität Venezuelas. Ihr Campus wurde vom Architekten Carlos Raúl Villanueva entworfen und beherbergt in 40 Gebäuden viele zeitgenössische Kunstwerke (u. a. von Alexander Calder, Victor Vasarely, Fernand Léger, Jean Arp und Henri Laurens). Der Universitätscampus wurde im Jahr 2000 durch die UNESCO zum Welterbe erklärt.

Die Universidad Simón Bolívar, die am 18. Juli 1967 gegründet wurde, zählt über 13.000 Studenten. Ihr Campus hat eine Größe von 3.489.000 m².

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