An diesem Tag

Calvin Coolidge

US-amerikanischer Politiker, 30. Präsident der Vereinigten Staaten

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Calvin Coolidge (* 4. Juli 1872 in Plymouth Notch, Vermont als John Calvin Coolidge Jr.; † 5. Januar 1933 in Northampton, Massachusetts) war ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei und von 1923 bis 1929 der 30. Präsident der Vereinigten Staaten.

Er begann seine politische Karriere als Kommunalpolitiker in Northampton und stieg über beide Kammern des Massachusetts General Court bis zum Gouverneur von Massachusetts auf. Anschließend war er von 1921 bis 1923 US-Vizepräsident unter Warren G. Harding. Nach Hardings Tod im August 1923 rückte er zum Präsidenten auf. Er beendete die verbleibenden eineinhalb Jahre der Amtszeit seines Vorgängers und wurde bei der nächsten Präsidentschaftswahl im November 1924 für eine volle Amtsperiode im Amt bestätigt.

Seine Präsidentschaft war gekennzeichnet von einer stark wachsenden, wenig regulierten Wirtschaft, einem Haushaltsüberschuss, der Verringerung der Staatsschulden und mehrfachen Steuersenkungen. Er betrieb eine nicht unumstrittene Laissez-faire-Politik und verzichtete weitgehend auf Eingriffe des öffentlichen Sektors. Außenpolitisch war der kriegsächtende Briand-Kellogg-Pakt das wichtigste Ergebnis seiner ansonsten eher isolationistischen Politik.

Calvin Coolidges Eltern waren John Calvin Coolidge und Victoria Josephine Moor Coolidge. Sein Vater bewirtschaftete in Plymouth Notch die Familienfarm, betrieb einen kleinen Laden und hatte zeitweise auch eine Vielzahl weiterer Tätigkeiten inne. Seine Mutter gärtnerte und nähte. Calvin Coolidge hatte eine jüngere Schwester, Abigail Grace Coolidge, die aber schon früh verstarb.

Coolidges Familie war seit Generationen puritanisch bzw. kongregationalistisch geprägt und seine Vorfahren waren vor religiösen Verfolgung um 1630 aus England nach Massachusetts geflohen, bevor sich sein Ur-Ur-Großvater dann nach seinem Dienst im Unabhängigkeitskrieg in Plymouth Notch niederließ. Auch Calvin Coolidge besuchte während seiner Amtszeit als Vizepräsident und Präsident regelmäßig die Congregational Church in Washington D.C. Benannt ist Calvin Coolidge, dessen Geburtsname John Calvin Coolidge junior lautete, nach dem französischen Reformator Johannes Calvin. Seinen ersten Vornamen verwendete Coolidge jedoch ab 1897 nicht mehr.

Schulbildung, Studium und Beruf

Als High School besuchte Coolidge ab 1887 die Black River Academy in Ludlow. Später besuchte er außerdem die St. Johnsbury Academy. Seinen Studienabschluss machte er von 1891 bis 1895 am Amherst College cum laude. Um seinem Vater, der finanziell unter der andauernden Wirtschaftskrise von 1893 zu leiden hatte, die Kosten für ein Jura-Studium zu ersparen, ließ sich Coolidge zum Anwalt ausbilden, was damals nicht nur erlaubt, sondern insbesondere im ländlichen Vermont auch noch sehr üblich war. Er fragte bei der Kanzlei des ehemaligen Gouverneurs von Vermont und späterem US-Senators William P. Dillingham in Montpelier nach einer unbesetzten Stelle an. Während Coolidge auf eine Antwort wartete, lud ihn ein Studienfreund nach Northampton ein, wo dieser bereits eine Anwaltslehre begonnen hatte, und stellte Coolidge bei Hammond & Field, der führenden Anwaltskanzlei der Stadt, vor. Coolidge begann daraufhin bei der Kanzlei seine Ausbildung. Kurze Zeit später erhielt er auch ein Stellenangebot von Dillingham, der wegen einer Geschäftsreise verspätet antworten konnte. Nach 20-monatiger Ausbildungszeit wurde Coolidge am 29. Juni 1897 als Anwalt zugelassen. Mit seinem Ersparten und dem Erbe seines Großvaters eröffnete Coolidge 1898 in Northampton seine eigene Kanzlei. Coolidge zog als Anwalt nur dann vor Gericht, wenn es wirklich unvermeidlich war und erwarb somit die Reputation als ein Anwalt, an den man sich wenden konnte, ohne direkt einen kostspieligen Prozess fürchten zu müssen. Wie die meisten jungen Anwälte zu dieser Zeit kümmerte sich Coolidge neben klassischen Rechtsstreitigkeiten um Inkassos, verwaltete Immobilien, wickelte Erbschaften ab und kümmerte sich als Rechtsbeistand der örtlichen Nonotuck Savings Bank um deren Hypotheken. Von 1918 bis 1921 war er auch Präsident dieser Bank und verblieb bis zu seinem Tod im Aufsichtsrat. Coolidge bildete 1915 eine Partnerschaft mit Ralph Wilbur Hemenway, der die Anwaltskanzlei eigenständig weiterführte, während Coolidge sich ganz dem Amt als Vizegouverneur widmete. Coolidge nahm die Anwaltsarbeit aufgrund weiterer Spitzenämter nie wieder auf, und Hemenway leitete die Kanzlei auch über dessen Tod hinaus.

Politische Karriere bis zur Präsidentschaft

Bereits Coolidges Vater und auch sein Großvater Calvin Galusha Coolidge waren für die Republikaner im Repräsentantenhaus von Vermont gewesen. Calvin Coolidge selbst unterstützte die Partei seit der High School und verfolgte interessiert die nationalen Präsidentschaftswahlkämpfe. Über John C. Hammond und Henry P. Field, die Partner von Hammond & Field, welche beide politisch in Northampton für die Republikaner aktiv waren, fand Coolidge zur Lokalpolitik. Er unterstützte Field bei dessen Wahl zum Bürgermeister 1896 und war als Ersatzdelegierter auf einem Parteitag in Chester zur Nominierung eines Staatssenators anwesend. Im Präsidentschaftswahlkampfes 1896 sprach sich Coolidge in einem Artikel für die Lokalzeitung für den Goldstandard und damit die Position des republikanischen Kandidaten William McKinley aus. 1897 wurde Coolidge für den zweiten Stadtbezirk – eine republikanische Hochburg – in das Republican City Committee, den Parteivorstand der Republikaner in Northampton, gewählt. Das City Committee bestand aus je fünf Mitgliedern aus allen sieben Stadtbezirken und war vor allem für die Auswahl der republikanischen Kandidaten für die kommunalen Ämter verantwortlich. Im Juni 1898 war Coolidge als Delegierter auf einem Parteitag in South Deerfield, auf dem John C. Hammond erneut zum District Attorney nominiert wurde. 1898 ließ sich Coolidge für das nächste Jahr in den Stadtrat von Northampton wählen. Im zweiten Stadtbezirk sicherten sich die Republikaner alle drei Sitze, wobei Coolidge die zweitmeisten Stimmen erhielt. Er verzichtete auf eine Wiederwahl und ließ sich stattdessen im Jahr 1900 vom Stadtrat zum Rechtsbeistand der Stadt (City Solicitor) ernennen, vor allem damit er mehr praktische Erfahrungen vor Gericht sammeln konnte, die Coolidge bisher mangelte. 1901 wurde er im Amt bestätigt. 1902 ernannte der Stadtrat stattdessen den Demokraten Theobald M. Connor an seiner Stelle. Als im Juni 1903 der Gerichtsschreiber vom Hampshire County starb, übernahm Coolidge den Posten bis zum Ende der einjährigen Amtszeit im nächsten Januar. Obwohl das Amt gut bezahlt war verzichtete er auf eine Wahl für eine volle Amtszeit, da er hoffte mit ausreichend Erfahrung als Anwalt noch mehr Geld zu verdienen. Nach seinem Ausscheiden als Gerichtsschreiber wurde Coolidge 1904 zum Vorsitzenden des Republican City Committee gewählt. In dieser Funktion organisierte er den lokalen Wahlkampf für Präsident Theodore Roosevelt in der Präsidentschaftswahl dieses Jahres und den Wahlkampf für die Bürgermeisterwahl, bei der jedoch Henry C. Hallett knapp gegen Theobald M. Connor seine vierte Amtszeit verpasste, wofür Coolidge später seine Wahlkampfstrategie verantwortlich machte. Über Robert N. Weir, einem Verwaltungsangestellten an der Clarke School for the Deaf, bei dem Coolidge jahrelang als Untermieter lebte, lernte er Grace Anna Goodhue kennen, die an der Schule unterrichtete.

Am 4. Oktober 1905 heiratete das Paar in Graces Elternhaus in Burlington. Aus der Ehe gingen die beiden Söhne John Coolidge (1906–2000) und Calvin Coolidge junior (1908–1924) hervor. Die geplanten zweiwöchigen Flitterwochen in Montreal brach Calvin Coolidge nach nur einer Woche ab, um für den Schulrat von Northampton zu kandidieren. Da in Coolidges Wahlbezirk noch ein weiterer Republikaner kandidierte und sich die Wählerschaft spaltete, verlor Coolidge knapp gegen seinen demokratischen Gegenkandidaten. Im August 1906 mieteten Calvin und Grace Coolidge in der Massasoit Street eine Doppelhaushälfte, die sie bis 1930 bewohnten und die seit 1976 im National Register of Historic Places eingetragen ist.

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