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Calgary

Großstadt in Alberta, Kanada

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Calgary [ˈkʰæɫ.gə.ɹi] ist mit 1.239.220 Einwohnern die größte Stadt in der Provinz Alberta sowie die viertgrößte in ganz Kanada. Calgary liegt im Süden der Provinz an der Mündung des Elbow Rivers in den Bow River. 1988 trug Calgary als erste kanadische Stadt die Olympischen Winterspiele aus.

Calgary liegt im Süden von Alberta in der Prärie und ist die größte Stadt dieser Provinz vor Edmonton, der Provinzhauptstadt, welche sich etwa 300 Kilometer nördlich befindet. Damit ist Calgary gleichzeitig die größte Stadt zwischen Vancouver im Westen am Pazifik und Toronto im Osten an den Großen Seen. Etwa 80 Kilometer westlich erstrecken sich die Rocky Mountains.

Vom Zusammenfluss von Bow River und Elbow River breitet sich die Stadt gleichmäßig in alle Richtungen aus. Das Stadtgebiet ist leicht hügelig, liegt es doch an den östlichen Ausläufern der Foothills, einer hügeligen Übergangsregion zu den Rocky Mountains. Die umgebende Landschaft ist Teil der auch als Aspen Parkland bezeichneten Ökoregion.

Der größere Bow River fließt vom Westen nach Süden durch Calgary und begrenzt die Innenstadt an ihrem nördlichen Ende. Der Elbow River durchquert die Stadt von Süden her bis zum Zusammenfluss mit dem Bow River östlich der Innenstadt am Fort Calgary.

Die Sommer in Calgary sind warm, die Winter können dagegen sehr kalt sein, so dass die Temperatur über einen längeren Zeitraum den Gefrierpunkt nicht übersteigt. Diese Kältephase kann plötzlich durch eine Warmphase mit Temperaturen von fast 20 °C abgelöst werden. Das wird durch den Chinook verursacht, einen warmen föhnartigen Wind, der von den Rocky Mountains auf Calgary herunterweht. Dagegen ist es ebenso möglich, dass bereits Anfang Oktober Schneestürme hereinbrechen. Calgary genießt ein sehr sonniges Klima mit durchschnittlich 2396 Sonnenstunden pro Jahr.

Bevor die ersten Europäer die Gegend um Calgary besiedelten, war dieses Gebiet die Heimat der Blackfoot. Ihre Spuren lassen sich dort mindestens 11.000 Jahre zurückverfolgen. Einer der ersten Europäer, der hier den Bow River erreichte, war der Kartograf David Thompson im Jahr 1787. Die ersten Siedler ließen sich in den frühen 1860er Jahren nieder, meist um Jagd auf Bisons zu machen. Im Jahr 1875 wurde ein Polizeiposten der Royal Canadian Mounted Police eingerichtet, der zunächst Fort Brisebois genannt wurde. 1876 erfolgte die Umbenennung in Fort Calgary, benannt nach dem Ort Calgary (schottisch-gälisch Cala Ghearraidh, „Strand an der Wiese“) auf der Insel Mull. Im Jahr 1883 erreichte die Canadian Pacific Railway die Siedlung. Die Siedler, die jetzt schnell von der Ostküste mit der Eisenbahn hierher gelangen konnten, bekamen Land geschenkt und die Bevölkerungszahl stieg rapide an. Gleichzeitig suchten die Viehzüchter aus den südlich gelegenen Vereinigten Staaten neues Weideland für ihre Rinder und trieben die Herden immer nördlicher bis in die Prärie von Alberta, das damals noch nicht zu Kanada gehörte. Calgary wurde ein Zentrum der Rinderzucht und der Cowboys. Die Tradition lebt noch heute im Calgary Stampede fort. Die Stadtgründung wurde offiziell 1884 vollzogen.

Ende der 1940er Jahre wurden in Alberta riesige Ölvorkommen gefunden, und Calgary wandelte sich von einer durch Viehzucht geprägten Stadt zu einer Wirtschaftsmetropole. Die Ölkrise von 1973 beschleunigte die Entwicklung, so dass in den 1970er Jahren 450 Ölfirmen ihre Zentrale in Calgary hatten und die Arbeitsplätze in Calgary zu 70 Prozent vom Öl abhingen. Durch den Fall des Ölpreises Anfang der 1980er Jahre geriet die Stadt in eine schwere Krise, von der sie sich erst Ende des Jahrzehnts langsam erholen konnte. Zur Erholung trugen unter anderem 1988 die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele und die Verbreiterung der wirtschaftlichen und kulturellen Basis bei. Seitdem wachsen die Wirtschaft, die Bevölkerung und der Tourismus stetig.

Trotz der seit den 1980er Jahren vorangetriebenen Diversifizierung ist Calgarys Wirtschaft nach wie vor stark durch die Gas- und Mineralölindustrie geprägt. Firmen wie BP, Canadian Natural Resources, EnCana, Enerplus, Imperial Oil, Pembina Pipeline, Petro-Canada, Shell, Suncor Energy, Precision Drilling, Crew Energy und TC Energy haben ihren Hauptsitz in Calgary. Auch Großkonzerne anderer Branchen wie etwa die Canadian Pacific Railway, Dow Chemical, NOVA Chemicals, General Dynamics Canada, Shaw Communications und WestJet Airlines führen ihre Geschäfte von Calgary aus.

2007 wurden in der Metropolregion Calgary rund 703.200 Arbeitsplätze und eine Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent verzeichnet. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf sieben Prozent im Dezember 2009.

In einer Rangliste der wichtigsten Finanzzentren weltweit belegte Calgary den 38. Platz (Stand: 2018).

Durch Calgary verläuft der wichtige CANAMEX Corridor. Diese Handelsroute wurde im Rahmen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens definiert und dient dem Transport zwischen Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko.

In Calgary befinden sich 223 öffentliche Schulen mit mehr als hunderttausend schulpflichtigen Kindern bis zur Klasse 12 (High School). Die Schulen unterstehen der Aufsicht des Calgary Board of Education.

Die University of Calgary ist die größte Universität der Stadt. Die Universität wurde 1966 gegründet und zählt somit zu den jüngeren Universitäten Kanadas. Im Studienjahr 2010 waren etwa 30.000 Studenten an der Universität immatrikuliert. Die zweitgrößte Universität ist die Mount Royal University mit rund 15.000 Studenten. Kleinere Universitäten sind das Southern Alberta Institute of Technology (SAIT), das Bow Valley College, Alberta College of Art and Design (ACAD), Ambrose University College, St. Mary’s University College und die DeVry University.

Die Calgary Herald und die Calgary Sun sind die wichtigsten Zeitungen in Calgary. Zudem haben die Fernsehsender Global TV, CityTV, CTV und CBC ihre lokalen Studios in Calgary. Daneben befinden sich mehrere Hörfunksender wie unter anderem Country 105 FM, X 92.9 FM, Virgin 98.5 FM und Kool 101.5 FM.

Die Innenstadt von Calgary bietet mehrere Einkaufszentren und -straßen mit Restaurants verschiedener Küchen, Bars, Cafés sowie Diskotheken und Clubs. Eines dieser Zentren ist The Core Shopping Centre, welches neben Cafés und Restaurants rund 160 Geschäfte auf vier Ebenen beherbergt. Eine weitere Einkaufsmöglichkeit bietet die Stephen Avenue und der Eau Claire Market in einem Stadtteil, der sich etwas außerhalb der Innenstadt befindet und an den Bow River grenzt. Das größte Einkaufszentrum von Calgary, das Chinook Centre, befindet sich etwa fünf Kilometer südlich der Innenstadt und verfügt über 250 Geschäfte, ein Kino und mehrere Restaurants und Cafés.

Für die Sicherheit sind die 2000 Beamten des Calgary Police Service zuständig. Sie verteilen sich auf acht Polizeidienststellen. Unterstützt werden die Beamten von der Royal Canadian Mounted Police (RCMP), die über Provinz-Hauptdienststellen in der Stadt verfügen. Das Calgary Fire Department ist mit 39 Feuerwachen für Brandbekämpfung zuständig. Die medizinische Erstversorgung übernimmt Alberta Health Services (AHS) Emergency Medical Services (EMS).

Calgary verfügt über fünf größere Krankenhäuser. Das Foothills Medical Centre ist das größte Krankenhaus in der Stadt. Weitere Krankenhäuser sind das Peter Lougheed Centre, das Rockyview General Hospital, das Alberta Children's Hospital sowie der South Health Campus. Diese fünf größten Krankenhäuser verfügen über mehr als 2100 Betten und beschäftigen mehr als 11.500 Mitarbeiter. Alle Krankenhäuser unterstehen dem Alberta Health Services – Calgary Health Region.

Calgary ist eine moderne Stadt, die trotzdem sehr an traditioneller Kultur festhält. Es finden sich zahlreiche Saloons, Westernbars und Nachtclubs. Eine Vielzahl multikultureller Stadtviertel spiegelt die Einwandererstruktur wider.

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