An diesem Tag

César Klein

Deutscher Maler, Grafiker und Bühnenbildner (1876-1954)

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César Carl Robert Andreas Klein, auch Caesar Klein oder Cesar Klein (* 14. September 1876 in Hamburg; † 13. März 1954 in Pansdorf, Kreis Ostholstein), war ein deutscher Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Kostümbildner.

César Klein war ein Sohn des Tischlers Carl August Heinrich (1850–1928) und dessen Ehefrau Johanna Catharina Margaretha Elsabe, geborene Münster (1852–1931) aus Elmshorn. Nach einer Malerlehre besuchte er ab 1894 die Hamburger Kunstgewerbeschule, ab 1897 kurz die Kunstakademie Düsseldorf und anschließend bis 1900 die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin bei Max Seliger. 1902 folgte Klein diesem nach Leipzig, um ihm, als Direktor der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe, bei dekorativen Monumentalaufgaben zu helfen, so etwa bei den Mosaiken für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. Zunächst war er vom Impressionismus beeinflusst, wandte sich dann aber dem Expressionismus zu. 1903 heiratete er seine erste Ehefrau Martha, geborene Steffen (1879–1929) in Hamburg.

Klein war 1910 Mitbegründer der Neuen Secession in Berlin. Bei der Ausmalung des Marmorhaus-Kinos in Berlin verwendete er 1913 erstmals eine expressionistische Formgebung im Kunstgewerbe. Schon früh wurde er Mitglied des Deutschen Werkbundes, stellte auf der Werkbundausstellung 1914 in Köln aus und lernte dabei auch Walter Gropius kennen. Der berief ihn 1919 an das Bauhaus nach Weimar zur Erweiterung des Architekturbereiches, was Klein jedoch ablehnte, da er zeitgleich einen Lehrauftrag an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin erhielt. 1919 wurde er in den Vorstand des Deutschen Werkbundes gewählt. Infolge der Novemberrevolution schloss er sich mehreren avantgardistischen Künstlergruppen an, die von den revolutionären Umwälzungen inspiriert waren: 1918 gehörte er zu den Mitbegründern der Novembergruppe. Zudem engagierte er sich in der Leitung des Arbeitsrates für Kunst.

In den frühen 1920er Jahren schuf Klein expressionistische Filmszenografien für die Filme Genuine (1920) und Der Puppenmacher von Niang-King (1923) von Robert Wiene und in Österreich für Sodom und Gomorrha von Mihály Kertész. Gleichzeitig war er auch als Bühnenbildner in Berlin tätig. Sein Hauptberuf war 1919 bis 1924 eine Lehrtätigkeit an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin in der Klasse für Dekorationsmalerei. 1921 wurde er dort zum Professor ernannt. Ab 1924 unterrichtete er Wand- und Glasmalerei sowie Bühnengestaltung in der Abteilung für Architektur an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst. Am 1. April 1933 initiierte der Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund einen Boykott gegen César Klein, Karl Hofer und Ludwig Gies. Klein wurde daraufhin für einige Monate beurlaubt. 1937 wurde er entlassen.

César Klein konnte zwar bis mindestens 1935 noch ausstellen, erhielt dann jedoch Malverbot. 1937 wurden während der NS-Aktion „Entartete Kunst“ sieben Bilder Kleins aus der Anhaltinischen Gemäldegalerie Dessau, dem Museum Folkwang Essen, der Kunsthalle Hamburg und der Städtische Kunsthalle Mannheim beschlagnahmt. Die meisten wurden zerstört.

1930 heiratete Klein seine zweite Ehefrau, die Geigerin Paula Bock (* 1889) aus Leer. Seine Schwiegermutter war die Malerin Marie Bock, die später ihren Lebensabend in seinem Haus verbrachte. Von 1935 bis 1954 lebte Klein mit seiner Frau zurückgezogen auf dem Land im ostholsteinischen Pansdorf. Sein Bruder Bernhard Klein (1888–1967) war ebenfalls Künstler. Teile seines graphischen Nachlasses befinden sich heute in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln.

Seine Werke werden gesammelt in der Berlinischen Galerie, der Architektur-Sammlung (Berlin), dem Museum Folkwang (Essen), dem Ostholstein-Museum (Eutin), im Museumsberg (Flensburg), dem Altonaer Museum (Hamburg), der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln, der Kulturstiftung des Landes Schleswig-Holstein (Kiel), der Stadtgalerie (Kiel), dem Stadtmuseum Warleberger Hof (Kiel), dem Museum Ludwig (Köln), dem Museum Behnhaus (Lübeck) und dem Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum im Schloss Gottorf (Schleswig).

Als „entartet“ beschlagnahmte Werke (1937)

Frau in Landschaft (Holzschnitt, 27,6 × 19,8 cm; um 1912)

Massa Maritima (Öl auf Leinwand, 70 × 80 cm; 1916)

Stillleben mit drei Blumenvasen (Holzschnitt, 33,8 × 31 cm)

Zwei weitere Stilleben (Druckgrafiken, davon ein Holzschnitt)

Weiblicher Akt (Holzschnitt, 27,8 × 20, 6 cm; um 1918)

Weitere Werke der Malerei und Zeichenkunst (Auswahl)

1920: Mann mit Pfeife (Öl auf Leinwand, 114 × 88 cm; Berlinische Galerie)

1930: Expressionistischer Vogel (Öl mit Materialcollage auf Holz; 35,5 × 27,0)

1933: Kreuz vor Barbaren (Mischtechnik auf Holz; 105 × 80,5 cm; Berlinische Galerie)

1950: Portrait einer jungen Frau (Tusche auf Malkarton; 41 × 30)

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