Célia Šašić (* 27. Juni 1988 in Bonn als Célia Okoyino da Mbabi) ist eine ehemalige deutsche Fußballspielerin und heutige DFB-Funktionärin.
Sie spielte zwischen 2004 und 2013 fast zehn Jahre lang für den SC 07 Bad Neuenahr, danach von 2013 bis zu ihrem Karriereende 2015 für den 1. FFC Frankfurt, bei dem sie mit dem Gewinn der UEFA Women’s Champions League 2015 und des DFB-Pokals 2014 ihre größten Erfolge auf Vereinsebene erlebte. Seit 2005 war sie außerdem in der Nationalmannschaft aktiv, mit der sie unter anderem zweimal Europameisterin wurde.
Šašić war zweimal Torschützenkönigin der Bundesliga sowie jeweils Torschützenkönigin der Champions League und der Weltmeisterschaft im Jahr 2015. 2012 und 2015 wurde sie zu Deutschlands Fußballerin des Jahres gewählt, 2015 nach Beendigung ihrer Laufbahn außerdem zu Europas Fußballerin des Jahres.
Seit März 2022 ist sie Vizepräsidentin des Deutschen Fußball-Bundes für Diversität und Vielfalt.
Ihre Karriere begann sie im Alter von fünf Jahren beim TuS Germania Hersel. Ihr älterer Bruder Nicolas hatte sie damals mit zum Training genommen. Über die Stationen SC Widdig, TuS Pützchen 05 und FC Sankt Augustin kam sie 2004 zum SC 07 Bad Neuenahr, wo sie auf Anhieb Stammspielerin wurde. Weil der Verein 2013 Insolvenz anmeldete, wechselte Okoyino da Mbabi zum 1. FFC Frankfurt. 2014/15 war sie mit 21 Toren die erfolgreichste Torjägerin der Bundesliga-Saison und mit 14 Toren in der UEFA Women’s Champions League 2014/15 und trug damit maßgeblich zum Titelgewinn bei.
Das fußballerische Talent von Okoyino da Mbabi fiel Talentsichtern des DFB auf. Anfang 2004 wurde die Spielerin, die bis dahin Staatsbürgerin Frankreichs war, auf ihren Antrag hin in die Bundesrepublik Deutschland eingebürgert. In der U-17-Nationalmannschaft erzielte sie in 13 Einsätzen 15 Tore. Am 2. Juli 2004 erzielte sie beim 7:0-Sieg gegen Island fünf Tore. Ihr größter Erfolg als Juniorennationalspielerin war der Sieg bei der U-19-Weltmeisterschaft 2004 in Thailand. Ein Jahr später erreichte sie mit ihrer Mannschaft bei der U-19-Europameisterschaft das Halbfinale.
Am 28. Januar 2005 gab Okoyino da Mbabi im chinesischen Quanzhou als bis dato zweitjüngste Spielerin einer DFB-Auswahlmannschaft ihr Debüt in der A-Nationalmannschaft: im Spiel gegen Australien wurde sie für Navina Omilade eingewechselt. Ihr erstes Tor erzielte sie am 4. September 2006 bei einem Freundschaftsspiel gegen Kanada. Bis dato ist sie die viertjüngste Torschützin der Nationalmannschaft. Mit der Nationalmannschaft gewann sie im Frühjahr 2006 den Algarve-Cup, wobei sie in allen Spielen eingewechselt wurde und im Finale gegen die USA im Elfmeterschießen einen Elfmeter verwandeln konnte.
Am 18. März 2007 erlitt sie beim Bundesligaspiel SC 07 Bad Neuenahr gegen FC Bayern München einen Schienbeinbruch. Zu diesem Zeitpunkt führte sie die Torjägerliste der Bundesliga an. Wegen des Bruchs konnte sie nicht an der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2007 teilnehmen.
Im August 2008 gewann sie mit der Nationalmannschaft die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen und im folgenden Jahr die Fußball-Europameisterschaft der Frauen 2009 in Finnland.
Bei der WM 2011 in Deutschland gehörte sie zum Mannschaftskader und erzielte im Eröffnungsspiel beim 2:1-Sieg gegen Kanada vor fast 74.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion das vorentscheidende 2:0.
Im März 2012 war sie beim Algarve-Cup mit sechs Treffern die erfolgreichste Torschützin des Turniers. Im abschließenden Gruppenspiel gegen den FIFA-Weltranglisten-Fünften Schweden erzielte sie drei Tore (Endstand 4:0). Mit weiteren drei Toren im Finale in Faro gegen Weltmeister Japan (4:3) hatte sie maßgeblichen Anteil am Titelgewinn ihrer Mannschaft. Mit diesen drei Toren ist sie die erste deutsche Spielerin, der drei Tore in einem Spiel gegen eine Mannschaft der Top 3 der FIFA-Weltrangliste gelangen. Im EM-Qualifikationsspiel gegen Spanien am 31. März konnte sie viermal erfolgreich abschließen und ist somit die erste deutsche Spielerin, die in drei aufeinander folgenden Spielen jeweils mindestens drei Tore erzielte. Diesen Rekord konnte sie durch vier weitere Treffer im EM-Qualifikationsspiel gegen die Schweiz am 5. April noch ausbauen.
Im August 2012 wurde sie mit deutlichem Vorsprung zu Deutschlands Fußballerin des Jahres gewählt. Sie erhielt die Auszeichnung am 19. September 2012 vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei.
Bei der vom 10. bis 28. Juli 2013 ausgetragenen Europameisterschaft in Schweden bestritt sie alle Turnierspiele. Ihre beiden Turniertore erzielte sie am 14. Juli im zweiten Gruppenspiel beim 3:0-Sieg gegen die Auswahl Islands mit dem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 in der 55. Minute und dem Treffer zum Endstand in der 84. Minute. Mit dem 1:0 gewonnenen Finale gegen die Auswahl Norwegens wurde sie mit der Mannschaft Europameisterin.
Am 24. Mai 2015 wurde sie von Bundestrainerin Silvia Neid in das Aufgebot für die Weltmeisterschaft 2015 in Kanada berufen. Beim 10:0-Sieg gegen die Elfenbeinküste im ersten Gruppenspiel gelangen ihr drei Tore. Zwei weitere Treffer erzielte sie im Achtelfinale gegen Schweden (4:1). Im Viertelfinale gegen Frankreich gelang ihr mit einem Handelfmeter in der 84. Minute der 1:1-Ausgleich. Im anschließenden Elfmeterschießen führte ihr Treffer zum 5:4 die Nationalmannschaft ins Halbfinale. Dort hatte Šašić gegen die USA beim Stand von 0:0 per Foulelfmeter die Chance zum Führungstor, verschoss diesen jedoch. Am Ende hieß es 0:2, und nach einer weiteren Niederlage gegen England musste sich das DFB-Team mit Platz 4 begnügen. Mit insgesamt sechs Toren und einer Vorlage wurde Šašić aufgrund der geringeren Einsatzzeit als beste Torschützin mit dem Goldenen Schuh des Turniers ausgezeichnet, zweite wurde Carli Lloyd (USA). Damit war sie im selben Jahr Torschützenkönigin der Bundesliga, der Champions League und der Weltmeisterschaft.
Nachdem Šašić bereits zuvor ihren Vertrag beim 1. FFC Frankfurt aufgelöst hatte, beendete sie am 16. Juli 2015 kurz nach der Weltmeisterschaft mit 27 Jahren ihre Laufbahn im Profifußball, um ihr Studium zu beenden, sich anschließend beruflich neu zu orientieren und eine Familie zu gründen. Im gleichen Monat wählte eine Jury aus Sportjournalisten sie zum zweiten Mal zu Deutschlands Fußballerin des Jahres. Im August folgte, ebenfalls durch Sportjournalisten, die Auszeichnung zu Europas Fußballerin des Jahres.
Vor dem Freundschaftsspiel gegen England am 27. November 2015 wurde sie zusammen mit der ebenfalls nach der WM zurückgetretenen Nadine Angerer offiziell aus der Nationalmannschaft verabschiedet und zudem wurden beide für mehr als 100 Länderspiele geehrt.
Am 30. November wurde sie als eine von drei Spielerinnen für den FIFA Ballon d’Or 2015, der Auszeichnung für die weltbeste Fußballerin, nominiert. Bei der Wahl belegte sie den zweiten Platz.
Seit Oktober 2010 ist Šašić zusammen mit den Nationalspielern Cacau und Serdar Taşçı sowie der Schiedsrichterin Sinem Turac als DFB-Integrationsbotschafterin tätig.