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Burundi

Staat in Ostafrika

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Burundi (deutsch [buˈʁʊndi], französisch [buʁunˈdi], rundisch Republika y’Uburundi) ist ein Binnenstaat in Ostafrika, im Großen Afrikanischen Grabenbruch. Er grenzt im Norden an Ruanda, im Osten an Tansania und im Westen an die Demokratische Republik Kongo und den Tanganjikasee, durch welchen der größte Teil der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo führt. Seine Hauptstadt Gitega liegt in der Mitte des Landes. Als eines der flächenmäßig kleinsten Länder Afrikas ist es eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von schätzungsweise rund 344 US-Dollar pro Kopf (Stand: 2024) ist das zweitniedrigste der Welt. In dem von der Landwirtschaft geprägten Land betreiben 90 % der Einwohner Subsistenzwirtschaft. Dreiviertel von ihnen gelten als arm. Wie auch im Nachbarland Ruanda teilt sich die Bevölkerung im Wesentlichen in die größere Gruppe der Hutu (85 %) und die kleinere Gruppe der Tutsi (15 %).

Im 16. Jahrhundert gründeten die zuvor in das Gebiet eingewanderten Tutsi das Königreich Burundi. Ende des 19. Jahrhunderts unterwarf das Deutsche Reich das Königreich und machte es zum Teil seiner Kolonie Deutsch-Ostafrika. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Burundi zusammen mit Ruanda ein belgisches Mandatsgebiet und 1962 unabhängig. Nach der Unabhängigkeit kam es regelmäßig zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Hutu und Tutsi, die in den 1990er Jahren in einem Bürgerkrieg eskalierten. Dem im Jahr 2000 geschlossenen Friedensvertrag folgten 2005 demokratische Wahlen, bei denen Pierre Nkurunziza zum Präsidenten gewählt wurde. Die politischen Spannungen im Land blieben. Anlässlich der Wahl zur dritten Amtszeit von Pierre Nkurunziza kam es 2015 zu gewaltsamen politischen Konflikten mit zahlreichen Toten. Nach dem Tod von Nkurunziza 2020 kam Präsident Evariste Ndayishimiye ins Amt. Seine Regierung wird von Nicht-Regierungsorganisationen als autoritär bezeichnet. Sie stellen zahlreiche Menschenrechtsverletzungen und mangelnde Pressefreiheit fest.

Burundi ist Mitglied der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union und des Gemeinsamen Marktes für das Östliche und Südliche Afrika.

Burundi ist einer der kleinsten Staaten Afrikas, aber – ebenso wie der nördlich gelegene Nachbarstaat Ruanda – dicht besiedelt. Zwischen dem Victoriasee und dem Tanganjikasee gelegen wird das Land von einem Hochplateau (1400–1800 Meter) durchzogen, das allmählich ansteigt und im Mont Heha mit 2684 Metern seine höchste Erhebung erreicht. Dieses Randgebirge des markanten Ostafrikanischen Grabenbruchs fällt schließlich zum Inneren der durch den Tanganjikasee gefüllten Grabensenke steil ab.

Das Klima ist tropisch-wechselfeucht mit zwei Regenzeiten. Die Temperaturen werden durch die Höhenlage gemildert. Niederschlag fällt durchschnittlich 1000 mm im Jahr.

Der ostafrikanische Binnenstaat ist hydrologisch etwa hälftig in zwei Einzugsgebiete geteilt. Der etwas größere Teil des Landes mit 50,6 % entwässert über den Tanganjikasee in den Kongo beziehungsweise in den Atlantik, der andere Teil über den Kagera und im Weiteren den Nil in das Mittelmeer. Im Gebirge entspringt der Luvironza, der in den Ruvuvu mündet und den längsten und südlichsten Quellfluss des Nil darstellt. Die Nilquelle befindet sich etwa 45 Kilometer östlich des Tanganjikasees zwischen Bururi und Rutana.

Zur artenreichen Tierwelt zählen Leoparden, Löwen, Paviane, Zebras und Antilopen­arten. In den Flüssen leben Krokodile und Flusspferde.

Das hohe Bevölkerungswachstum und die daraus resultierende Übernutzung der Landschaft hat dazu geführt, dass die Lebensräume der ehemals artenreichen Tierwelt stark eingeschränkt oder zerstört wurden. Viele der typischen afrikanischen Tierarten kommen nur noch als Restbestände vor, stehen auf der Roten Liste, oder sind bereits ausgestorben. Auch wäre Burundi fast vollständig von sehr unterschiedlichen und artenreichen Waldgesellschaften bedeckt. Diese wurden zugunsten landwirtschaftlicher Flächen oder zur Holzkohlegewinnung massiv abgeholzt: Allein zwischen 1990 und 2020 verlor Burundi eine Waldfläche von 117.000 ha (40,5 % der Waldbedeckung). Bei Wiederaufforstungsmaßnahmen werden häufig schnellwachsende und nicht einheimische Arten wie Eukalyptus verwendet.

Burundi hatte 2022 12,9 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 2,7 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 34,1 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 7,3 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 5,0, die der Region Ost- und Süd-Afrika betrug 4,3. Die Geburtenrate Burundis ist seit 2010 von 6,3 kontinuierlich um insgesamt 20,4 % gesunken. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 15,6 Jahren. Im Jahr 2023 waren 45,2 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 2,5 Prozent der Bevölkerung betrug.

Burundi hat eine sehr junge Bevölkerung. 42,67 % der Bevölkerung waren 2023 jünger als 15 Jahre, das Medianalter betrug 17,7 Jahre. Dies liegt an einer sehr hohen Fertilitätsrate von ca. 5 Kindern pro Frau im Jahr 2023, wenngleich diese seit den 1980er Jahren rückläufig ist. Damals lag der Wert noch bei über 7 Kinder pro Frau. Die Bevölkerung wächst mit jährlich über 3 % vergleichsweise stark. Für das Jahr 2050 wird laut der mittleren Bevölkerungsprognose der UN mit einer Bevölkerung von über 25 Millionen gerechnet, womit sich die Bevölkerungszahl mehr als verdoppeln würde.

Die Lebenserwartung der Einwohner Burundis ab der Geburt lag 2022 bei 62 Jahren (Frauen: 63,9, Männer: 60,1). Die Sterblichkeit bei unter 5-Jährigen betrug 2020 54,4 pro 1000 Lebendgeburten.

In Burundi gibt es entgegen gängiger Vorstellungen keine verschiedenen Völker oder ethnischen Gruppen der Hutu und Tutsi, sondern ein Volk mit einer Sprache: die Rundi. Sie teilen die Geschichte und Kultur und gehören dem gleichen sozialen und politischen Gefüge an. 85 % zählen sich zu den Hutu, die hauptsächlich die „einfache“, vorwiegend bäuerliche, Bevölkerung sind. Zirka 14 % der Bevölkerung bezeichnen sich als Tutsi, den Rest bilden die Twa (Pygmäen) mit 1 % Einwohneranteil. Im Jahre 2017 waren 2,8 % der Bevölkerung im Ausland geboren. Der größte Teil davon waren Flüchtlinge aus der benachbarten Demokratischen Republik Kongo.

Die Menschen sprechen als Muttersprache die zu den Bantusprachen gehörende Landessprache Kirundi, die neben Französisch eine der Amtssprachen Burundis ist. Kirundi ist mit der im Nachbarland Ruanda gesprochenen Sprache Kinyarwanda so nah verwandt, dass die beiden Sprachen zuweilen verwechselt werden. In der Zeit des Völkerbundmandates fungierte die Fremdsprache Französisch unter Einbeziehung von Swahili als Sprache der Verwaltung. Swahili diente während der deutschen Kolonialzeit in Burundi als Lingua franca, wurde aber unter belgischer Verwaltung als Unterrichtssprache zugunsten von Kirundi immer weiter zurückgedrängt und verschwand in der postkolonialen Zeit schließlich ganz aus dem Schulunterricht. Entlang des Tanganjikasees und in der Region der ehemaligen Hauptstadt Bujumbura ist sie jedoch immer noch als Verkehrssprache verbreitet.

Im Jahr 2005 erfolgte allerdings in der Sprachpolitik ein Kurswechsel. Dieser sah vor, dass in Zukunft Englisch und Swahili bereits ab dem ersten Schuljahr in der Grundschule unterrichtet werden.

Im August 2014 stimmte die Nationalversammlung einstimmig für einen Gesetzentwurf zur Einführung von Englisch als Amtssprache in Burundi.

Dieser Gesetzentwurf wurde jedoch vom Präsidenten der Republik nie verkündet.

Rund 62 % der Burundier sind Katholiken, 10 % sunnitische Muslime, 5 % Protestanten (vor allem Anglikaner), und 23 % Anhänger afrikanischer Religionen.

Monarchie und Kolonialgeschichte

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