An diesem Tag

Bundespressekonferenz

Zusammenschluss von Journalisten, die aus Berlin und Bonn berichten

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Die Bundespressekonferenz e. V. (BPK) ist ein als Verein organisierter Zusammenschluss von rund 900 hauptberuflichen Journalisten, die ausschließlich für deutsche Medien und ständig oder überwiegend aus Berlin und Bonn berichten. Nach dem Vorbild von Journalisten der Weimarer Republik ist ihr Ziel, Vertreter der Bundesregierung, der Parteien und Verbände oder einzelne Personen von bundesweiter politischer Bedeutung zu Pressekonferenzen einzuladen und zu befragen. Das im Jahr 2000 fertiggestellte Haus der Bundespressekonferenz befindet sich in Berlin-Mitte, Schiffbauerdamm 40 Ecke Reinhardtstraße 55.

Gegründet wurde die Institution im Herbst 1949 zunächst als Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Seit dem 19. Mai 1953 ist sie ein eingetragener Verein, dessen Zweck es ist, Pressekonferenzen zu veranstalten und den Mitgliedern „Möglichkeiten einer umfassenden Unterrichtung der Öffentlichkeit zu verschaffen“, wie es in der Satzung heißt. Sie finanziert sich aus den Mitgliedsbeiträgen.

Anfangs gehörten auch ausländische Korrespondenten zur BPK, bis im Januar 1951 der Verein der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP) entstand. Er war ursprünglich 1906 gegründet worden, ruhte aber seit 1945 und wurde dann 1951 in BRD und DDR als getrennte Vereinigungen neu gegründet. Neben den Mitgliedern der BPK haben nur die im VAP zusammengeschlossenen Auslandskorrespondenten in den Veranstaltungen Teilnahme- und Fragerecht. Die Bundespressekonferenz hat rund 900 Mitglieder. Der Verein hat seinen Sitz im gleichnamigen Haus am Schiffbauerdamm. Entgegen der vorherrschenden Wahrnehmung gehört das Gebäude jedoch nicht dem Verein. Der Verein Bundespressekonferenz e.V. ist selbst Mieter in diesem Gebäude, ebenso wie zahlreiche Korrespondentenbüros namhafter großer Medien. Das Haus der Bundespressekonferenz wurde von den Architekten Johanne und Gernot Nalbach 1998 entworfen und zwei Jahre später fertiggestellt.

Der Verein wählt einen Vorsitzenden sowie sieben weitere Vorstandsmitglieder, die rotierend die Veranstaltungen der BPK leiten.

Im Gegensatz zur Praxis in vielen anderen Staaten sind die Hausherren der Bundespressekonferenz die Journalisten selbst und nicht die Regierung, Ministerien, Parteien, Verbände, Weltanschauungsgemeinschaften oder einzelne Politiker. Dadurch kommen auch Journalisten, die für ihre kritischen Fragen bekannt sind, stets zu Wort, während in vergleichbaren Veranstaltungen in anderen Staaten diese Journalisten vielfach keine Fragen stellen können.

Aus dem gleichen Grund verzichten manche Gäste darauf, vor der Bundespressekonferenz zu erscheinen. Die Bundeskanzler etwa kommen in der Regel nur einmal im Jahr in die Bundespressekonferenz und veranstalten ansonsten ihre eigenen Pressekonferenzen im Kanzleramt. Auch Joschka Fischer war bekannt dafür, in seiner Zeit als Bundesaußenminister die Bundespressekonferenz zu meiden.

Drei Mal wöchentlich (montags, mittwochs und freitags) findet eine sogenannte Regierungspressekonferenz statt. Dazu werden routinemäßig die Pressesprecher der Bundesregierung und der Ministerien eingeladen, die nach ihren kurzen einleitenden Erklärungen auf Fragen der Journalisten antworten.

Die Gäste in der Pressekonferenz können einzelne Erläuterungen als vertraulich kennzeichnen und es entspricht der im Pressekodex festgehaltenen freiwilligen Selbstverpflichtung der Journalisten, diese Vertraulichkeit auch zu wahren. In der Praxis nutzen die Gäste diese Möglichkeit aber sehr selten.

Die frühesten Wurzeln liegen in den vom Großen Generalstab des Kaiserlichen Heeres organisierten Pressekonferenzen während des Ersten Weltkrieges, die ab 1915 der frühere Börsenjournalist und Major Georg Schweitzer abhielt. Er hatte schon zu den Gründungsmitgliedern des kaiserlichen Presseballs gehört. Die „Unterrichtung des Volkes“ entsprach der damals vorherrschenden patriotischen Grundstimmung. Die Pressekonferenzen begannen improvisiert am 3. August 1914 im Reichstag, wurden bald täglich veranstaltet und erhielten nach einigen Wochen feste Regeln; außerdem wählten die Journalisten einen Ausschuss, der als Mittler, Schlichter in Streitfällen sowie quasi Ko-Organisator diente. Regional wurden Bezirkspressekonferenzen eingerichtet.

Nach Abschaffung der Monarchie nahmen die in Berlin tätigen Journalisten der führenden deutschen Tageszeitungen die Organisation der Pressekonferenzen bereits im November 1918 in die eigenen Hände und luden selbst Politiker und Regierungssprecher als Gäste ein, statt umgekehrt. Die Vereinigung der Korrespondenten, die regelmäßig einen Vorstand wählten, wurde allgemein als „Berliner Pressekonferenz“ bezeichnet.

Sie wurde von den Nationalsozialisten zunächst geduldet, aber im Juni 1933 aufgelöst und durch eine straff kontrollierte Regierungspressekonferenz des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda ersetzt; diese wurde meist „Reichspressekonferenz“ genannt.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges griff man die Form der Pressekonferenzen der Weimarer Republik wieder auf. 1947 entstand zuerst die Landespressekonferenz in Hannover und 1948 die Frankfurter Pressekonferenz beim Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebietes. Sie löste sich mit der Gründung der Bundesrepublik Ende 1949 wieder auf und gilt als direkter Vorläufer der Bonner BPK. Viele ihrer Gründungsmitglieder waren aus der Frankfurter Pressekonferenz nach Bonn gewechselt, nachdem sich dort 1949 Bundesregierung und Parlament konstituiert hatten.

Am 15. September 1949, dem Tag der ersten Bundeskanzlerwahl, rief eine Gruppe von Zeitungskorrespondenten per Aushang im Bonner Bundeshaus „alle beim Bundestag akkreditierten Journalisten zur Gründung einer Bundespressekonferenz“ auf.

Vier Tage später fand die Gründungsversammlung statt, offiziell konstituierte sich die BPK allerdings erst am 11. Oktober 1949 mit der Wahl eines geschäftsführenden Ausschusses.

Auf der ersten Bundespressekonferenz in eigener Verantwortung, die am 17. oder 18. Oktober 1949 im Plenarsaal des Bundesrates abgehalten wurde, standen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Wirtschaftsminister Ludwig Erhard den Mitgliedsjournalisten Rede und Antwort. Später fanden die Pressekonferenzen für gewöhnlich im Raum 117a des Altbaus des Bundeshauses statt, dem Saal des Verteidigungsausschusses.

Schon unmittelbar nach der Gründung der BPK 1949 wurden bestimmte Mitglieder des Vorstandes mit einer der dringlichsten organisatorischen Aufgaben der Nachkriegszeit betraut: der Beschaffung von Wohnraum für die Bonner Journalisten. Es konnte damals eine Quote von 10 % für die ortsansässigen Mitglieder bei der Belegung von Sozialwohnungen durchgesetzt werden, die ursprünglich nur für Angestellte des Bundestages vorgesehen waren. Daher wohnten eine Reihe von Journalisten auch in der Reutersiedlung. Nachdem noch weitere Beihilfen (wie z. B. die Unterstützung Hinterbliebener) dazukamen, wurde der Sozialfonds Bundespressekonferenz ins Leben gerufen.

Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 kam es im Herbst eigens zur Satzungsänderung, um alle DDR-Korrespondenten von der BPK ausschließen zu können. Es blieb in der über 40-jährigen Geschichte der Bonner Republik der einzige Ausschluss gegen akkreditierte Journalisten. Er bestand fast 10 Jahre, bis der „Ausschluss-Paragraf“ am 8. Februar 1971 für ostdeutsche Journalisten wieder aus der Satzung entfernt und ihnen drei Jahre später auch die geforderte Aufnahme in den Verein der Auslandspresse ermöglicht wurde.

Ab Oktober 1967 war die Bundespressekonferenz mit ihrem Saal im sogenannten „Pressehaus“ der Allianzbauten am Tulpenfeld beheimatet. Ihr Erkennungszeichen dort war eine meterhohe, mit Quadraten versehene Palisander-Wand.

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