Bruce Edward Babbitt (* 27. Juni 1938 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Politiker (Demokratische Partei). Er war von 1978 bis 1987 Gouverneur des Bundesstaates Arizona und von 1993 bis 2001 US-Innenminister im Kabinett Clinton.
Babbitt wurde am 27. Juni 1938 in Los Angeles, Kalifornien, als Sohn von Frances B. (geb. Perry) und Paul James Babbitt sen. geboren, einer angesehenen römisch-katholischen Familie aus Flagstaff, Arizona
Babbitt erhielt an der University of Notre Dame ein undergraduate Degree, mit einem Marshall-Stipendium an der Newcastle University in England einen Master und anschließend an der Harvard University sein Law Degree. Nach seinem Abschluss war er als Jurist für das Justizministerium in Washington, D.C. tätig. 1967 kehrte er nach Arizona zurück, wo er einer Anwaltskanzlei in Phoenix beitrat. Einige Jahre später wurde er 1974 zum Attorney General seines Staates gewählt.
Als der Gouverneur von Arizona, Wesley Bolin, 1978 im Amt verstarb, folgte Babbitt ihm als sein Nachfolger ins Amt. Offiziell wurde er 1978 für eine vierjährige Amtszeit gewählt sowie 1982 wiedergewählt. Babbitt bewarb sich 1988 um die Kandidatur der Demokraten für das Amt des US-Präsidenten. Nachdem er jedoch schlechte Ergebnisse bei den Vorwahlen in Iowa und New Hampshire erzielt hatte, zog er sich aus dem Rennen zurück. Demokratischer Bewerber wurde schließlich Michael Dukakis, der wiederum dem Republikaner George Bush unterlag.
Babbitt war in vielen ökologischen Verbänden tätig und erhielt mehrere Auszeichnungen von nationalen Umweltschutzgruppen. Präsident Bill Clinton ernannte ihn dann 1993 zum Innenminister der Vereinigten Staaten. Diesen Posten bekleidete er acht Jahre lang, also während Clintons gesamter Präsidentschaft.
1998 war Babbitt Gegenstand einer Untersuchung einer Bundes-Grand-Jury, die klären sollte, ob er den Kongress belogen hatte, als er bestritt, eine Indianer-Kasinolizenz in Wisconsin im Gegenzug für Parteispenden abgelehnt zu haben. Die Kontroverse wurde als Wampumgate bekannt. Im darauffolgenden Jahr wurde Babbitt im Abschlussbericht des Sonderermittlers zu dieser Untersuchung von jeglichem Fehlverhalten freigesprochen.
Leben nach der politischen Karriere
Nach seinem Ausscheiden aus dem Innenministerium übernahm Babbitt die Position des Chefsyndikus (Chief Counsel) der Abteilung für Umweltrechtsstreitigkeiten bei Latham & Watkins, einer internationalen Anwaltskanzlei. Während seiner Zeit bei Latham & Watkins verärgerte Babbitt viele Umweltschützer, da er zwei Mandanten vertrat, die große Bauprojekte in Küstennähe realisieren wollten. Babbitt verteidigte beide Projekte, eines auf einem Grundstück der Hearst Corporation in Zentralkalifornien und das andere auf der Ahmanson Ranch nördlich von Los Angeles.
Babbitt zog sich den Unmut einiger Umweltschützer und indianischer Gruppen zu, da er das Skigebiet Arizona Snowbowl bei dessen Bemühen vertrat, das Resort zu erweitern und Abwasser zur Herstellung von Kunstschnee einzusetzen.
Er ist Treuhänder (Trustee) des US-amerikanischen Kuratoriums des World Wildlife Fund und war bis 2012 Mitglied des Council on Foreign Relations. Seit 2009 gehört er zudem dem Vorstand der Amazon Conservation Association an, deren Ziel der Erhalt der biologischen Vielfalt des Amazonasgebiets ist. Babbitt ist außerdem Mitglied des ReFormers Caucus von Issue One.
1968 heiratete er Harriet Coons (genannt Hattie). Sie arbeitete als Rechtsanwältin in Arizona und in Washington, D.C. und war von 1993 bis 1997 Botschafterin der Vereinigten Staaten bei der Organisation Amerikanischer Staaten sowie von 1997 bis 2001, während der Regierung Clinton, stellvertretende Administratorin der United States Agency for International Development. Das Paar hat zwei gemeinsame Kinder.
Bruce Babbitt in: Internationales Biographisches Archiv 31/2001 vom 23. Juli 2001, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Bruce Babbitt in der National Governors Association (englisch)
Bruce Babbitt in der Notable Names Database (englisch)
Bruce Babbitt im Miller Center of Public Affairs der University of Virginia (englisch)