An diesem Tag

British Broadcasting Corporation

Britische Rundfunkanstalt

Anúncio

Die British Broadcasting Corporation, kurz BBC [biːbiːˈsiː], ist eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt des Vereinigten Königreichs, die mehrere Hörfunk- und Fernsehprogramme sowie einen Internet-Nachrichtendienst betreibt. Sie hat ihren Sitz im Broadcasting House in Westminster, London, und ist die älteste nationale Rundfunkanstalt der Welt.

Die British Broadcasting Company Ltd. wurde am 18. Oktober 1922 in London von britischen und amerikanischen Elektrogeräteherstellern als Kapitalgesellschaft mit einem Startkapital von 60.006 Pfund zur Absatzsteigerung von Rundfunkgeräten durch Angebot eines Rundfunkprogramms gegründet. Die sechs Unternehmen, die ein Konsortium bildeten, waren:

Marconi’s Wireless Telegraph Company

The British Thomson-Houston Company

Auf den ausgeschriebenen Posten des Generaldirektors bewarb sich John Reith bei Sir William Noble, dem Vorsitzenden des Komitees des Konsortiums. Die Lizenz bekam die neue Gesellschaft am 1. November 1922 von der königlichen Postbehörde, die auch über Kapitalerhöhungen und die Dividende zu entscheiden hatte. Am 14. Dezember wurde Reith zum Managing Director ernannt, am 15. Dezember wurde die Gesellschaft ins Handelsregister eingetragen.

Die britische Post hatte sich zunächst aus Sicherheitsbedenken gegen die Entwicklung des Rundfunks gewehrt und eine Vielzahl von Anträgen zur Aufnahme eines Hörfunkbetriebes abgelehnt. Im Jahr 1922 änderte sich angesichts des steigenden Andrangs potentieller Anbieter und Interessenten ihre Haltung, und sie entschied, eine einzige Lizenz zu vergeben. Damit sollte eine als unübersichtlich empfundene Situation wie in den USA, in denen weitgehend ohne Aufsicht eine Vielzahl unterschiedlicher Anbieter Programme ausstrahlten, vermieden werden.

Die BBC erhielt somit eine konkurrenzlose Monopolstellung. Dies veranlasste den Unternehmer Leonard Plugge 1931 zur Gründung der International Broadcasting Company, die Sendezeit bei Rundfunkstationen im europäischen Ausland mietete und an britische Werbekunden vermittelte. Das Monopol der BBC wurde erst 1955 mit der Einführung der Independent Television gebrochen, das Hörfunkmonopol 1973 mit dem Betriebsbeginn von Independent Local Radio.

Reiths Vision war ein Sender, der neben Bildung und Information (1930 wurde eine Abteilung mit dem Namen Research Department geschaffen) Unterhaltung bot und dabei unabhängig von der Regierung und frei von Werbung sein sollte. Die Einnahmen der Betreibergesellschaft ergaben sich aus dem Verkauf von Rundfunkgeräten und der Ausstrahlung von Sendungen, die von Tageszeitungen wie der Daily Mail gesponsert wurden. Die Gesellschaft erhielt einen Teil der von den Rundfunkgerätebesitzern bei der Post zu entrichtenden Nutzungsgebühr.

Die Entwicklung des Umsatzes und der Beschäftigtenzahlen verlief positiv: Am 31. Dezember 1922 gab es 35.774 Empfangsgenehmigungen. Das Personal der BBC bestand anfangs aus 4 Angestellten, von 1923 an aus 177. Ende 1924 gab es bereits mehr als eine Million Gebührenzahler, 20 Sendestationen und 465 Angestellte. Ende 1926, vor der Umwandlung der Gesellschaft, gab es 2,5 Mio. Gebührenzahler und 773 Angestellte.

Ebenso verlief die technische Entwicklung: Die erste Ausstrahlung eines Hörfunkprogramms fand schon am 14. November 1922 aus einem Londoner Studio statt. Einige Tage später wurde auch aus Birmingham und Manchester gesendet. Bis 1925 wurde durch Inbetriebnahme des Langwellen-Senders Daventry das Sendegebiet nahezu auf die ganze britische Insel ausgedehnt.

Gründe für eine sich anbahnende Aufgabe der Unternehmensform einer privaten Kapitalgesellschaft im Jahr 1926 waren die geringen Gewinne aus dem Verkauf von Rundfunkgeräten (viele Kunden bauten sich ihre Geräte selbst) und die Investitionskosten für die schnelle Expansion, für die die der BBC zugewiesenen Gebührenanteile nicht ausreichten. Angesichts der Finanzierungslücke schien den Anteilseignern eine künftige Finanzierung durch allgemeine Gebühren und damit eine stärkere Anbindung der BBC an den Postmaster General und die Regierung attraktiv.

Außerdem blockierte der Generalstreik von 1926 alle Medien außer dem Rundfunk, sodass erstmals seine politische Bedeutung unübersehbar war. Während des Streiks gelang es Reith, das Vertrauen des Publikums zu erlangen und als neutraler Berichterstatter beider Seiten zu wirken, was die Reputation der BBC auf lange Sicht bestimmen sollte. Dabei entging dem Publikum jedoch, dass die Regierung Reith nur deshalb das Vertrauen ausgesprochen und ihm Sendeaufträge erteilt hatte, weil er ihre ablehnende Meinung gegenüber dem Streik teilte. Mangels alternativer Nachrichtenquellen konnte die Hörerschaft der BBC auch nicht wissen, dass Reith beispielsweise Vertretern der Labour Party keine Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben und einen Friedensaufruf des Erzbischofs von Canterbury mit Verzögerung gesendet hatte. Medienwissenschaftler kommen daher zu dem Schluss, dass die BBC während des Streiks die „moderne Propaganda in ihrer britischen Form“ erfunden habe.

Umwandlung in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts

Am 31. Dezember 1926 wurden die Arbeitsverträge der 773 Angestellten der BBC aufgehoben. Mit der Auflösung der Gesellschaft wurden alle Anteilseigner zum Nennwert ihrer Anlagen ausgezahlt. Alle Vermögenswerte, Anlagen und Urheberrechte wurden auf den Postmaster General übertragen. Damit hörte die British Broadcasting Company Ltd. auf zu bestehen. Am 1. Januar wurde stattdessen die British Broadcasting Corporation eingerichtet und alle Vermögenswerte auf sie übertragen. John Reith wurde in den Ritterstand erhoben und zum ersten Generaldirektor der neuen BBC ernannt. Die bisherigen Angestellten bekamen neue Arbeitsverträge. Mit Inkrafttreten der Royal Charter, die die Grundlage der Umwandlung war, gilt die BBC als die älteste nationale öffentliche Rundfunkanstalt der Welt.

Die Royal Charter vom 20. Dezember wurde von der Crawford-Kommission des Parlaments am 5. März 1926 gefordert: Die BBC Ltd. sollte durch eine regierungseigene nichtkommerzielle Kommission übernommen werden. In Hinsicht auf die Aktualität und Neutralität der Berichterstattung sowie die Transparenz der Quellen spielte die BBC weltweit eine Vorreiterrolle. Bereits Anfang der 1930er Jahre bezog die Redaktion der Nachrichtensendung News Bulletin ihre Informationen von vier Presseagenturen.

1929 war die BBC so populär, dass sich Animositäten mit den etablierten älteren Medien und Veranstaltungsstätten ergaben. So beklagten Bühnen und Orchester, die BBC halte viele Menschen davon ab, abends auszugehen. Künstleragenturen verboten ihren Kunden, im Rundfunk aufzutreten, da sie befürchteten, die vermeintlich „fade“ Präsentation im Hörfunk schade ihrem Ruf. Die Schallplattenindustrie dagegen begann um 1928 bereits Musiker unter Vertrag zu nehmen, die über die BBC berühmt wurden. Und das neue Genre des Hörspiels war so beliebt, dass dem Sender in den wenigen Jahren seines Bestehens 6.000 Manuskripte zugesandt wurden – die meisten jedoch für die Bühne geschrieben und als Hörstück ungeeignet.

1932 startete die BBC die ersten regelmäßigen Kurzwellensendungen über den Sender Daventry. Im Sommer 1933 koppelte die BBC zwei Sender, nämlich West National und London National, auf der Gleichwelle 1147 kHz. Dazu musste die Leistung beider Sender reduziert werden, um Störungen im Überlappungsgebiet zu minimieren. Der Versuch war der erste seiner Art.

Die erste regelmäßige Fernsehausstrahlung der BBC fand am 2. November 1936 durch den BBC Television Service statt, seit 1929 hatte es bereits Fernsehversuchssendungen gegeben. Die BBC produzierte dabei die Sendungen in zwei verschiedenen Verfahren, einerseits dem Zwischenfilmverfahren, andererseits dem Marconi-Emi-System mit 405 Zeilen, während das 1935 in Deutschland eingeführte System nur 180 Zeilen aufwies. Das Fernsehen pausierte jedoch für die Zeit des Zweiten Weltkrieges ab dem 1. September 1939; es bestand unter anderem die Befürchtung, dass feindliche Flugzeuge die Strahlen des Ultrakurzwellensenders als Leitstrahl verwenden könnten. John Reith wurde 1940 in den Adelsstand erhoben.

Anúncio

Bald in der World in Stories App

Audio, Offline-Download, keine Werbung und mehr.

Premium entdecken