Die britische Unterhauswahl 2001 vom 7. Juni 2001 wurde von den Medien auch als „stiller Erdrutsch“ bezeichnet. Nachdem die Labour Party bei der Wahl 1997 einen erdrutschartigen Sieg errungen hatte, konnte sie 2001 ihren Sieg wiederholen und ihren großen Vorsprung halten. Sie erhielt 412 von 659 Unterhaussitzen (1997: 418 von 659).
Tony Blair war der erste Premierminister der Labour Party, der nach einer vollen Amtszeit wiedergewählt wurde.
Diese Wahl war von großer Stabilität geprägt. 620 der 641 Sitze in England, Wales und Schottland blieben bei derselben Partei wie 1997. Die Conservative Party konnte netto nur einen Sitzgewinn verbuchen und ihr katastrophales Ergebnis von 1997 nur marginal verbessern. Die Liberal Democrats gewannen sechs Sitze dazu und waren mit total 52 Sitzen so gut wie seit den 1920er Jahren nicht mehr, als sie letztmals in der Regierung waren.
Die Wahl stieß bei der Bevölkerung auf geringes Interesse. Die Wahlbeteiligung betrug nur gerade 59 %, der tiefste Wert seit 1918. Labour hatte in den Meinungsumfragen einen derart komfortablen Vorsprung, dass einige Buchmacher die Gewinne für Wetten auf einen Labour-Wahlsieg bereits vor dem Wahltag auszahlten.
In Nordirland war die Wahl weitaus spannender. Dabei gewannen diejenigen Parteien, die das Karfreitagsabkommen bekämpften. Die moderaten Parteien UUP und SDLP verloren Sitze an die extremen Parteien DUP und Sinn Féin. Die UK Unionist Party verlor ihren einzigen Sitz.
Die Labour Party geführt von Tony Blair erhielt bei der Unterhauswahl 1997 43,8 % der Stimmen, weit mehr als die Konservative Partei (30,7 %). Blair und seine Regierung betrieben ihr Konzept New Labour und setzten zahlreiche Reformen durch, unter anderem in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Devolution. Die Arbeitslosigkeit und die Kinderarmut fielen auf den niedrigsten Wert seit Jahrzehnten. Angesichts dieser Erfolge war die Wiederwahl fast sicher; die Umfragen sagten konstant einen Labour-Sieg voraus.
Mit kaum veränderter Mehrheit bildete Tony Blair seine zweite Regierung. Obwohl die Fortsetzung der Reformpolitik auch auf der Agenda stand, war die zweite Amtszeit geprägt durch die Terroranschläge am 11. September 2001 und den folgenden Krieg gegen den Terror. Vor allem durch den kontroversen Einsatz britischer Truppen im Irakkrieg sank Blairs Beliebtheit in der Bevölkerung zusehends. Anders als bei dieser Wahl war die Wiederwahl 2005 keine ausgemachte Sache mehr, allerdings gelang diese trotz aller Schwierigkeiten aufgrund der Schwäche der Conservative Party doch.
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