Brigitte Kaethe Grothum (* 26. Februar 1935 in Dessau) ist eine deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin, Filmproduzentin und Regisseurin. Sie wirkt seit Mitte der 1950er-Jahre an bislang rund 120 Film- und Fernsehproduktionen mit. Einem breiten Publikum bekannt wurde sie unter anderem in den 1960ern durch mehrere Edgar-Wallace-Verfilmungen sowie von 1976 bis 1991 als eine der Drei Damen vom Grill in der gleichnamigen ARD-Serie. Von 1987 bis 2014 wirkte sie als Produzentin und Regisseurin der Berliner Jedermann-Festspiele.
Brigitte Grothum wurde 1935 als Tochter des Oberingenieurs Friedrich Wilhelm „Fritz“ Grothum und dessen Ehefrau Margarete Grothum, geborene Autenrieth, in Dessau geboren. Im Alter von 15 Jahren zog sie nach Berlin. Das Abitur absolvierte sie an der Ricarda-Huch-Schule in Berlin-Charlottenburg und begann danach eine Schauspielausbildung bei Marlise Ludwig und Herma Clement.
Ab 1956 war Grothum auf Bühnen in Berlin, Hamburg und Zürich sowie bei Film und Fernsehen tätig. Anfangs spielte Grothum hauptsächlich Theater an verschiedenen Berliner Bühnen. 1966 und 1967 trat sie bei den Salzburger Festspielen als Hermia in Shakespeares Ein Sommernachtstraum unter der Regie von Leopold Lindtberg auf. Auch später kehrte sie trotz vieler Engagements in Rundfunk und Film immer wieder an die Bühne zurück. Neben ihren Filmrollen stand Brigitte Grothum auch immer wieder auf deutschen Theaterbühnen, wie 2011 und 2012 in Berlin und Hamburg in der sehr erfolgreichen Theaterproduktion von Kalender Girls. Als Regisseurin inszenierte Grothum 1987 das Mysterienspiel Jedermann von Hugo von Hofmannsthal, das alljährlich im Herbst im Berliner Dom aufgeführt wurde. Sie übernahm auch in allen Aufführungen die allegorische Rolle des Glaubens. Die Berliner Jedermann-Festspiele bestanden bis 2014, stets produziert und inszeniert von Grothum.
Im Jahr 1955 gab sie als Dora ihr Filmdebüt in Ulrich Erfurths Filmmelodram Reifende Jugend. Im Jahr darauf spielte sie die Marion in dem Reiter-Drama Das Mädchen Marion. Bekannt wurde Brigitte Grothum 1961 vor allem durch ihre Hauptrolle in der Edgar-Wallace-Verfilmung Die seltsame Gräfin an der Seite von Klaus Kinski, mit dem sie damals auch privat befreundet war. Als weitere Wallace-Adaptionen folgten Das Gasthaus an der Themse und Der Fluch der gelben Schlange. Im Fernsehen war Grothum in über 100 verschiedenen Produktionen zu sehen. Das zeitlich längste Fernsehengagement erlebte sie als Magda Färber in der TV-Vorabendserie Drei Damen vom Grill, in der sie an der Seite von Brigitte Mira, Gabriele Schramm, Günter Pfitzmann und Harald Juhnke spielte. Vom 21. Juni bis zum 2. Juli 2012 verkörperte sie von Folge 30 bis 36 Gertrud Mahlbeck in der ZDF-Telenovela Wege zum Glück – Spuren im Sand und war von Folge 69 bis 74 erneut in dieser Rolle zu sehen.
Ab 1957 war die Schauspielerin in der Synchronisation tätig und lieh ihre Stimme prominenten Kolleginnen wie Lee Remick (Sie möchten Giganten sein), Diane Keaton (Der Schläfer), Barbara Eden (Unternehmen Feuergürtel), Virginia Mayo (Maschinenpistolen), Diana Rigg als Emma Peel in Mit Schirm, Charme und Melone oder Debbie Watson als Tammy in der Fernsehserie Tammy, das Mädchen vom Hausboot. In Die Halbstarken synchronisierte sie Karin Baal in ihrer ersten Rolle.
Grothum ist die Nichte des deutschen Flugpioniers und ersten deutschen Flugzeugkonstrukteurs Hans Grade. Sie war evangelisch und von 1957 bis 1965 mit dem Dirigenten Carl August Bünte, dem Leiter des Berliner Symphonischen Orchesters, verheiratet. Eine zweite Ehe ging sie mit dem aus Bayern stammenden Orthopäden und Hochschullehrer Manfred Weigert ein, die von 1969 bis zu dessen Tod am 15. Dezember 2019 bestand; aus der Verbindung gingen die zwei Kinder Debora und Tobias hervor. Sie wohnt in Berlin-Nikolassee, wie auch ihre Tochter, die ebenfalls Schauspielerin ist; ihr Sohn wurde Aufnahmeleiter in Berlin. Seit 2021 ist Brigitte Grothum im Stiftungsbeirat der IVQS Stiftung – gegen Altersarmut bei Schauspielern.
1986: Südstern-Kirche Berlin-Kreuzberg: „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal Produktion, Regie: Grothum/Geske
1988–1992: Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin: „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal Produktion, Regie
1993–2014: Berliner Dom „Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal, Produktion, Regie
1993: Hebbel-Theater Berlin: „Nie wieder Köpenick“ U.A. von Dieter Lenz, Produktion, Regie
1995: Hebbel-Theater Berlin: „David“ U.A. (Fragment von Bertolt Brecht) Bühnenbearbeitung, Produktion, Regie
1997: Theater im Palais am Festungsgraben, Berlin: „Der Millionär und sein Leibwächter“, E.A. von Lew u. Alexander Schargorodski, Produktion, Regie
1998: Die Stachelschweine Berlin: „Der Kaiser von Neukölln“ von Horst Pillau, Produktion, Regie
2000: Bambushalle Reinickendorf
2001: Hansa-Theater Berlin: „Eine total verrückte Entführung“ von Alain Renaud-Fourton, Regie „Jedermann für Kinder“, Produktion, Bearbeitung, Regie
2006: Kirche St. Nikolaus, Berlin-Reinickendorf
1989 (noch vor dem Mauerfall): Berlin: Marienkirche
1991: Berlin: Gethsemanekirche