An diesem Tag

Brian Wilson

US-amerikanischer Musiker (1942–2025)

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Brian Douglas Wilson (* 20. Juni 1942 in Inglewood, Kalifornien; † 11. Juni 2025 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Musiker, der als kreativer Kopf der Beach Boys bekannt wurde. Er komponierte in den 1960er und 1970er Jahren die meisten Songs der Band und produzierte bis 1967 alle und in den darauffolgenden Jahren noch einige Alben. Er sang insbesondere die zweite Leadstimme und die hohe Falsettstimme sowie die Balladen. Wilson gilt als einer der bedeutendsten Songwriter und Musikproduzenten des 20. Jahrhunderts.

Brian Wilson wurde 1942 im kalifornischen Inglewood als ältester Sohn von Audree Neva Korthof und Murry Wilson geboren. Er wuchs mit seinen Brüdern Dennis und Carl in Hawthorne auf, einem Vorort von Los Angeles. Sein Vater Murry erkannte früh das musikalische Talent seines Sohnes und begann dieses zu fördern.

Während seiner frühen Kindheit fanden Ärzte heraus, dass Wilson auf seinem rechten Ohr taub ist. Aussagen seines Bruders Dennis legen die Vermutung nahe, dass diese Behinderung durch Schläge seines als Tyrann beschriebenen Vaters verursacht wurde. In seiner 2016 erschienenen Autobiografie schrieb Wilson hingegen, dass die Ertaubung die Folge eines Unfalls sei: Ein Nachbarskind habe ihn beim Spielen mit einem Eisenrohr am Kopf getroffen, was den 8. Hirnnerv durchtrennt und die irreversible Taubheit verursacht habe.

Neben der Musik galt seine Leidenschaft dem Sport, vor allem Baseball und Football.

Zu seinem 16. Geburtstag bekam er ein Aufnahmegerät geschenkt. Das gab ihm die Möglichkeit, mit Audio-Overdubs zu arbeiten und verschiedene Arten von Satzgesang auszuprobieren. Er hatte sich schon früh für den Harmoniegesang interessiert und fand in den Four Freshmen seine musikalischen Vorbilder. Er begann, die Stücke dieser Formation zu analysieren und mit seinen Brüdern und der Mutter nachzusingen.

Brian Wilson und die Beach Boys

1961 entschloss er sich, gemeinsam mit seinen Brüdern sowie ihrem Cousin Mike Love und seinem Schulfreund Al Jardine eine Band zu gründen. Zu diesem Zweck begann Wilson eigene Stücke zu komponieren, zu denen Mike Love Texte verfasste. Bei der regionalen Plattenfirma Candix veröffentlichten sie schließlich unter dem Namen The Beach Boys den Song Surfin’, der in Kalifornien sofort zum Hit wurde. Danach nahm Capitol Records sie unter Vertrag.

Die ersten beiden Alben wurden, wie damals üblich, von dem Capitol-Produzenten Nick Venet betreut. Das führte häufig zu Spannungen, da der damals erst 20-jährige Wilson eigene Vorstellungen des Beach-Boys-Sounds hatte und die Stücke selber produzieren wollte. Capitol bestand aber auf Venet. Wilson erhielt allerdings die Möglichkeit für Rachel & the Revolvers, die bei DOT Records unter Vertrag standen, deren Single zu produzieren. The Revo-Lution wurde ein kleiner Charterfolg. Bereits im darauffolgenden Monat erschien die nächste von Wilson produzierte Single für das Duo Bob & Sherry.

Ab dem dritten Beach-Boys-Album Surfer Girl genehmigte Capitol Records Wilson, auch die Musik der Beach Boys zu produzieren. Diese Belastung aus Auftritten, Komposition und Produktion kostete den empfindsamen Wilson sehr viel Energie. Neben den Beach Boys produzierte er eine Reihe anderer Bands, darunter die seiner Freundin Marilyn Rovell, The Honeys. Zudem schrieb er gemeinsam mit Jan Berry für das Duo Jan & Dean, die bei Liberty unter Vertrag standen, einige Lieder. Der Song Surf City, bei dem Wilson selbst mitsang, erreichte überraschend Platz eins der US-Billboard-Charts und brachte ihm bei Capitol Ärger ein.

1963 musste Wilson wegen gesundheitlicher Probleme bei einer Tournee aussetzen und holte seinen alten Schulfreund Al Jardine in die Band zurück. Im Jahr darauf hatte er während einer weiteren Tournee einen Nervenzusammenbruch. Das veranlasste ihn, seinen Rückzug vom Tourneeleben bekanntzugeben, um künftig nur noch im Studio als Komponist und Produzent zu arbeiten. Sein Ersatz bei den Beach Boys wurde Bruce Johnston.

Durch die Beatles, die seit Rubber Soul begonnen hatten, das Album als Kunstform zu entwickeln, fühlte Wilson sich herausgefordert und wollte diese künstlerisch übertreffen. Im Mai 1966 veröffentlichte er mit den Beach Boys das Album Pet Sounds, das als sein bestes Werk angesehen wird. Dies gilt auch für das Stück Good Vibrations, das eigentlich für Pet Sounds vorgesehen war, nach mehrmonatiger Produktion aber erst im Oktober des Jahres erschien. Die komplexe Komposition wurde ein weltweiter Hit und markiert seinen künstlerischen Höhepunkt.

Das als nächstes Beach-Boys-Album geplante Smile konzipierte er zusammen mit Van Dyke Parks. Streitigkeiten mit der Plattenfirma und den anderen Beach Boys sowie zunehmende psychische Probleme hielten ihn jedoch davon ab, das Album fertigzustellen. Die unfertigen Aufnahmen verschwanden im Archiv und wurden erst 2011 unter dem Titel The Smile Sessions veröffentlicht. Wilsons Wille, an neuen Projekten zu arbeiten, war seit diesem Zeitpunkt gebrochen, und er konnte nur noch selten für etwas begeistert werden. Immer öfter hatte er Probleme, Lieder fertigzustellen.

Das Album Friends, an dem Wilson beteiligt war, entstand zum größten Teil unter Einbeziehung seiner Brüder und Al Jardines als Ko-Komponisten. Die wenigen Stücke, die Wilson in dieser Zeit alleine schrieb, waren zumeist autobiografisch gehalten und erzählten von seiner unglücklichen Lebenssituation. Als Beispiele für Liedtitel sind hier unter anderem Time to Get Alone, Busy Doin’ Nothing und ’Til I Die zu nennen.

Wilson begann, als Veganer zu leben und eröffnete mit Freunden ein veganes Geschäft, das bald wieder geschlossen wurde. Zudem arbeitete er mit dem kalifornischen Lyriker Stephen Kalinich an dem Album A World of Peace Must Come, das aber nicht veröffentlicht wurde. Zu Beginn der 1970er Jahre war Wilson nur noch sporadisch in neue Projekte der Beach Boys involviert. Er schwankte zwischen einem manischen, aufgedrehten Energiebündel und einem depressiven, lethargischen Menschen, der den gesamten Tag im Bett liegend verbrachte.

Eine fehlgeschlagene Operation an seinem Ohr führte schließlich dazu, dass er immer öfter an Schwindelanfällen litt und das Haus noch seltener verließ. Er erklärte sich dennoch bereit, American Spring, die neue Band seiner Frau, zu produzieren. Die wenigen Lieder, die er noch für die Alben der Beach Boys beisteuerte, nennen Tandym Almer oder den damaligen Beach-Boys-Manager Jack Rieley als Co-Autoren.

1972 begleitete er die Beach Boys auf deren sechsmonatiger Reise in die Niederlande, um ein neues Album aufzunehmen. Auf dem dabei entstandenen Album Holland singt er jedoch nur eine einzige Zeile und steuerte für Funky Pretty das Schlagzeug bei. Dafür konzipierte er mit Mount Vernon and Fairway (A Fairy Tale) ein modernes Märchen, das er schrieb und mit Musik unterlegte; ursprünglich hatte er es als zentrales Stück des Albums vorgesehen. Danach zog er sich für zwei Jahre komplett von den Bandaktivitäten zurück.

Erst Ende 1974, nachdem die Kompilation Endless Summer ein großer Erfolg geworden war, bereitete er sich auf ein Comeback vor. Seine Frau holte als Hilfe den Prominentenpsychologen Eugene Landy, der Wilson behandeln sollte. Er begann wieder zu arbeiten und fand in seinem alten Freund Stephen Kalinich einen Partner, mit dem er Mitte der 1970er Dutzende Songs schrieb. Wilson begann schließlich, wieder mit der Band zu arbeiten und feierte 1976 mit dem von ihm produzierten Album 15 Big Ones ein erfolgreiches Comeback. Er war sogar bei einigen Konzerten der Beach Boys zugegen und arbeitete verbissen an weiteren Projekten. Die Alben Adult/Child und California Feelin’ erschienen allerdings nicht.

1977 wurde das von Wilson nahezu komplett alleine komponierte und eingespielte Album Love You veröffentlicht. Dieses Werk verkaufte sich allerdings schlecht. Wilson trat mit einigen dieser Songs alleine in der Comedy-Sendung Saturday Night Live auf und war Gastredner bei den Grammy Awards. 1978 gelang ihm mit dem Lied Almost Summer, das die Band Celebration einspielte, schließlich noch ein Top-30-Erfolg in den Charts, bevor er sich abermals aus der Band zurückzog und privat erneut in die Selbstzerstörung abglitt.

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