An diesem Tag

Brian May

Britischer Musiker und Astrophysiker

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Sir Brian Harold May, CBE (* 19. Juli 1947 in Hampton, Middlesex, heute im London Borough of Richmond upon Thames) ist ein britischer Gitarrist, Komponist, Sänger, Doktor der Astrophysik, Sachbuchautor und Tierschützer. Er ist bekannt als Leadgitarrist der britischen Rockband Queen.

May war zusammen mit Leadsänger Freddie Mercury und Schlagzeuger Roger Taylor Gründungsmitglied von Queen, nachdem er zuvor mit Taylor und Tim Staffell in der Band Smile gespielt hatte. Nach der Komplettierung der Besetzung durch Bassist John Deacon etablierten sich Queen als eine der führenden britischen Rockbands. Von Mitte der 1970er Jahre bis zu Beginn der 1990er Jahre war Queen fast ständig in den britischen Musikcharts vertreten. Mit Queen erlangte May weltweite Bekanntheit als virtuoser Musiker. Zu seinen typischen Stilmitteln gehören die Rückkopplung und der Echo-Effekt seiner selbstgebauten Gitarre Red Special. Die Verwendung von Münzen anstelle eines Plektrums prägte Queens typischen Gitarren-Klang ebenfalls. Zu Mays Kompositionen für die Band gehören unter anderem We Will Rock You, Tie Your Mother Down, I Want It All, Fat Bottomed Girls, Flash, Hammer to Fall, Save Me, Who Wants to Live Forever und The Show Must Go On.

Nach Mercurys Tod im Jahr 1991 verfolgte May eine Solo-Karriere, bis er Queen zusammen mit Taylor und Gastsängern wieder aufleben ließ. 2007 kehrte May nach 33 Jahren an das Londoner Imperial College zurück, um seine Doktorarbeit zu beenden, die sich mit Radialgeschwindigkeiten im interplanetaren Staub befasst und 2007 angenommen wurde. Von 2008 bis 2013 war er Ehrenkanzler der Liverpool John Moores University. May ist ein Aktivist der Tierrechtsbewegung und seit 2012 Vizepräsident der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals.

Als Astrophysiker war May daran beteiligt, als die NASA 2023 mittels der Raumsonde OSIRIS-REx erstmals Proben einer Asteroidenoberfläche erfolgreich zur Erde zurückbringen konnte.

Vater Harold May war Elektroingenieur und diente während des Zweiten Weltkriegs in der Royal Air Force. Danach war er als Technischer Zeichner für das britische Luftfahrtministerium tätig und an der Entwicklung der Concorde beteiligt. Mutter Ruth May stammte aus Schottland. Die Familie lebte in Feltham, einem westlichen Vorort von London in der Grafschaft Middlesex. Brian May war ein Einzelkind, bastelte gerne und zeigte früh musikalisches Talent, was seine Eltern mit Klavierunterricht förderten. Als er sechs Jahre alt war, brachte ihm sein Vater die Grundlagen für das Spielen der Banjolele bei, einer Kombination aus Banjo und Ukulele, die in den 1930er Jahren durch George Formby jr. in Großbritannien populär geworden war.

Zu seinem siebten Geburtstag erhielt May das erste eigene Instrument, eine spanische Akustikgitarre. Für diese bastelte er einen Single-Coil-Tonabnehmer, um einen elektrischen Klang zu imitieren, wobei er das Radio der Familie als Verstärker benutzte. Er spielte Lieder auf Schallplatten nach und verbesserte so seine eigenen Fähigkeiten als Gitarrenspieler. May begann sich auch für die Sterne und den Nachthimmel zu interessieren und bastelte ein kleines Teleskop.

Nach dem Besuch der Grundschule an der Hanworth Road in Feltham kam May als Elfjähriger an die Grammar School in Hampton, unterstützt durch ein Stipendium, das er für seine hervorragenden schulischen Leistungen erhalten hatte. Bald merkte er, dass seine Akustikgitarre seinen Ansprüchen nicht mehr genügte. Da E-Gitarren teuer waren, kam er auf die Idee, selbst eine zu bauen. Zusammen mit seinem Vater begann er im August 1963 mit dem Bau der später berühmt gewordenen Red Special. Sie entstand aus Gegenständen, die im Haus der Mays zu finden waren, Teilen eines alten Motorrads, einem Eichenbrett und einer über hundertjährigen Mahagoni-Kaminverkleidung. Das Tremolo fertigten sie aus einem Brotmesser. Nur die Burns-Tonabnehmer musste er kaufen. Nach 18 Monaten war die Gitarre vollendet.

Die ersten Bands: 1984 und Smile (1964–1970)

Im Herbst 1964 gründete May zusammen mit Tim Staffell und anderen Mitschülern eine Band namens 1984, benannt nach dem gleichnamigen Roman von George Orwell. Ihren ersten Auftritt hatten sie am 28. Oktober in der St Mary’s Hall in Twickenham. In den folgenden drei Jahren hatten sie zahlreiche Auftritte in Pubs, Clubs und Schulen, dabei spielten sie eine Mischung aus Musikstilen von Sam & Dave und Otis Redding. May schloss die Grammar School mit dem General Certificate of Education ab, in den Fächern Physik, Mathematik und angewandte Physik mit dem Advanced Level. Er wollte Astronom werden und begann im Herbst 1965 am Londoner Imperial College mit dem Studium der Physik und der Infrarotastronomie. Am 13. Mai 1967 spielten 1984 im Imperial College als Vorband von Jimi Hendrix, am 23. Dezember desselben Jahres traten sie zusammen mit Tyrannosaurus Rex, The Herd, Jimi Hendrix, Traffic und Pink Floyd bei einem Weihnachtsfestival im Olympia Theatre auf.

Anfang 1968 löste sich die Band auf. Ausschlaggebend waren musikalische Differenzen und die Tatsache, dass May mehr Zeit für sein Studium benötigte. Unter anderem leitete er den Bau einer kleinen Schutzhütte auf der Testa Grigia bei Zermatt in der Schweiz, um dort Geräte zur Beobachtung des Zodiakallichts zu lagern. Er verbrachte dort einige Zeit, wegen des andauernd schlechten Wetters wurden die Hütte und die Geräte aber bald nach Teneriffa gebracht und am Teide aufgestellt. May erhielt von Professor Bernard Lovell das Angebot, ihn bei seinen Forschungen im Jodrell-Bank-Radioobservatorium zu unterstützen. Nach langem Zögern lehnte er ab, da er in London bleiben wollte, um sich musikalisch weiterzuentwickeln.

Im Herbst 1968 gründeten May und Staffell die Band Smile. Zu ihnen gesellte sich der Zahnmedizinstudent Roger Taylor als Schlagzeuger. May schloss sein Studium ab und erhielt am 24. Oktober 1968 im Rahmen einer Feier in der Royal Albert Hall von der Königinmutter den akademischen Grad eines Bachelor of Science (BSc). Zwei Tage später hatten Smile im Imperial College ihr erstes Konzert, als Vorgruppe von Pink Floyd. Über Staffell lernten May und Taylor den Kunststudenten Farrokh „Freddie“ Bulsara (Freddie Mercury) kennen, der die Band als Fan unterstützte und ihr Erscheinungsbild mitgestaltete. Ein Plattenvertrag für ein Album kam nicht zustande. Staffell trennte sich im Frühjahr 1970 von der Band, wodurch Smile aufhörte zu existieren.

1970–1991: Weltweiter Erfolg mit Queen und Soloprojekten

Im April 1970 gründeten May, Taylor und Mercury die Band Queen. Nachdem sie mehrmals den Bassisten wechseln mussten, lernten sie den angehenden Elektrotechniker John Deacon kennen, womit die Besetzung im Februar 1971 komplett war. Über einen Bekannten gelang es May im September 1971, Studiozeit für Demo-Aufnahmen zu organisieren: Mehrere Monate lang konnten sie in den neu eröffneten De Lane Lea Studios unter professionellen Bedingungen arbeiten, was ihnen den Weg zum ersten Plattenvertrag ebnete. Im Juli 1973 wurde das Debütalbum Queen veröffentlicht.

May arbeitete in seiner freien Zeit weiterhin an seiner Dissertation, außerdem gab er private Nachhilfestunden am Imperial College. Im September 1973 nahm er für einige Monate eine Teilzeitstelle als Englischlehrer an einer Gesamtschule im Südosten Londons an. Im Mai 1974 mussten Queen einen Teil ihrer US-Tournee absagen, weil May wegen des Gebrauchs nicht-steriler Impfnadeln an Hepatitis erkrankt war und mehrere Wochen im Krankenhaus verbrachte. Auch die nachfolgende US-Tournee wurde abgesagt, weil er im Juli 1974 wegen eines Zwölffingerdarmgeschwürs operiert werden musste. Dessen ungeachtet schafften Queen den internationalen Durchbruch und wurden zu einer der weltweit bekanntesten Rockbands. May entschloss sich, die Arbeit an seiner Dissertation endgültig abzubrechen. Dies führte vorübergehend zu einem Zwist mit seinem Vater, der ihm vorwarf, seine Ausbildung fortzuwerfen; nach zwei Jahren versöhnten sie sich jedoch wieder.

Im April 1983, als die Bandmitglieder mit verschiedenen Solo-Projekten beschäftigt waren, traf sich May in einem Studio in Los Angeles mit Eddie Van Halen und weiteren Musikern. Die aus der Jamsession resultierenden Songs, die zunächst nur für den privaten Gebrauch aufgenommen worden waren, veröffentlichte May sechs Monate später auf dem Mini-Album Star Fleet Project. Im selben Jahr produzierte er zusammen mit Reinhold Mack das Album Lettin Loose der schottischen Band Heavy Pettin. 1987 produzierte er das Album Cancel der japanischen Sängerin Minako Honda und schrieb für sie zwei Songs. Im selben Jahr produzierte May für Anita Dobson (seine spätere zweite Ehefrau) das Album Talking of Love, wofür er auch die meisten Lieder schrieb. Ebenfalls 1987 produzierte er das selbstbetitelte Album der Comedy-Metal-Band Bad News; die Single Anyone Can Fall in Love erreichte Platz 4 in den britischen Single-Charts.

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