Brian Joubert (* 20. September 1984 in Poitiers) ist ein ehemaliger französischer Eiskunstläufer, der im Einzellauf startete. Er ist der Weltmeister von 2007 und der Europameister von 2004, 2007 und 2009.
Brian Joubert wurde am 20. September 1984 in Poitiers als Sohn von Jean-Michel und Raymonde Joubert geboren. Im Alter von elf Monaten litt er an einer lebensbedrohlichen Krankheit, die zur Entfernung einer Niere führte. Wegen seiner Erkrankung entschied sich Joubert später für das Eiskunstlaufen anstatt für gefährlichere Sportarten, die er eigentlich vorzog. Brian Joubert (er bevorzugt die englische Aussprache seines Vornamens) begann im Alter von vier Jahren, gemeinsam mit seinen beiden älteren Schwestern, mit dem Eislaufen. Seine Schwestern widmeten sich dem Eistanz, aber Joubert interessierten vor allem die Sprünge und so wechselte er die Disziplin. Zwei Jahre später wurde er von Véronique Guyon entdeckt, bei der er die Grundlagen des Eiskunstlaufens lernte.
Joubert hatte 2004 eine kurze Beziehung mit Lætitia Bléger, einer ehemaligen Miss Frankreich. Er verklagte sie auf 40000 Euro, nachdem sie angedeutet hatte, er sei homosexuell und hätte die Beziehung nur arrangiert, um dies zu verheimlichen. Bléger und zwei Zeitungen, die dies gedruckt hatten, wurden zur Zahlung von 17000 Euro verurteilt. Joubert führte später eine kurze Beziehung mit der italienischen Eiskunstläuferin Valentina Marchei.
Joubert ist ein Motorsportfan und liebt Tiere, besonders Hunde. Im März 2006 veröffentlichte Joubert seine erste Biografie, „Le Feu sur la Glace“. Ein zweites Buch über ihn, mit dem Titel „Brian Joubert sur papier glacé“, erschien im Februar 2010. Joubert engagiert sich für Kinder, die am Williams-Beuren-Syndrom leiden und für Tierorganisationen. 2014 nahm er an der fünften Staffel der französischen Tanzshow Danse avec les stars teil und erreichte den dritten Platz. Im Jahr 2015 begann er, als Trainer zu arbeiten.
Joubert hatte keine besonders erfolgreiche Juniorenkarriere. Bei der Juniorenweltmeisterschaft 2000 belegte er den 15. Platz. 2001 wurde Joubert bei den französischen Meisterschaften Dritter. Dies brachte ihm die Teilnahme an den Europa- und Weltmeisterschaften sowie den Olympischen Spielen in Salt Lake City ein. Bei seinem Europameisterschaftsdebüt gewann er in Lausanne auf Anhieb die Bronzemedaille. Er beendete sein Weltmeisterschaftsdebüt auf dem 13. Platz und sein olympisches Debüt auf dem 14. Platz.
Bereits in der nächsten Saison wurde Joubert erstmals französischer Meister. Es war der erste von sechs nationalen Titeln in Folge. Er gewann mit Skate America seinen ersten Grand-Prix-Wettbewerb. Dabei profitierte er von der verletzungsbedingten Aufgabe von Alexei Jagudin. Joubert qualifizierte sich erstmals für das Grand-Prix-Finale und konnte die Bronzemedaille erringen. Bei der Europameisterschaft 2003 in Malmö gewann Joubert die Silbermedaille und beendete die Weltmeisterschaft auf dem sechsten Platz. Im Sommer trennte er sich von seiner langjährigen Trainerin Véronique Guyon. Sein neuer Trainer wurde Laurent Depouilly.
Der große Durchbruch gelang Joubert im Jahr 2004, als er als amtierender französischer Meister in Budapest Europameister wurde. Es war der erste Titel für Frankreich in der Herrenkonkurrenz seit 40 Jahren und das erste Mal seit 1996, dass kein Russe siegte. Bei der Weltmeisterschaft in Dortmund gewann Joubert mit Silber hinter Jewgeni Pljuschtschenko, den er bei der EM noch bezwungen hatte, seine erste WM-Medaille.
Im Januar 2005 beendete Joubert seine Zusammenarbeit mit seinem Trainer Laurent Depouilly, die knapp ein Jahr gedauert hatte. Als Grund gab man ein gestörtes Vertrauensverhältnis an. Während dieser Zeit wurde er auch vom ehemaligen Olympiasieger Alexei Jagudin beraten, der wiederum die Zusammenarbeit beendete, da er sich nicht mit Jouberts Choreografen Nikolai Morosow verstand. Joubert wechselte 2005 wieder zu seiner ersten Trainerin Véronique Guyon, trennte sich jedoch sehr bald wieder von ihr wegen Meinungsverschiedenheiten. Andrei Berezintsev wurde sein neuer Trainer. 2005 konnte Joubert seinen EM-Titel nicht verteidigen. Er wurde Zweiter hinter Pljuschtschenko. Bei der Weltmeisterschaft reichte es nur zum sechsten Platz.
2006 musste sich Joubert bei der Europameisterschaft mit der Bronzemedaille hinter Pljuschtschenko und Stéphane Lambiel begnügen. Seine zweiten Olympischen Spiele, bei denen er als Mitfavorit gehandelt worden war, beendete er in Turin auf dem sechsten Platz. Bei der Weltmeisterschaft gewann er hinter Lambiel die Silbermedaille. Nachdem Joubert in der Saison 2005/06 mit Andrei Berezintsev zusammengearbeitet hatte, wurde er seit Oktober 2006 von Jean-Christophe Simond trainiert.
Die Saison 2006/2007 wurde die erfolgreichste in Jouberts Karriere. Er gewann alle Wettbewerbe, an denen er teilnahm. Er siegte beim Cup of Russia und der Trophée Eric Bompard, qualifizierte sich damit für das Grand-Prix-Finale in Sankt Petersburg und gewann auch dies. Nachdem er zum fünften Mal in Folge französischer Meister geworden war, gewann Joubert die Goldmedaille bei der Europameisterschaft in Warschau und wurde in Tokio Weltmeister.
In der Saison 2007/08 gewann Joubert erstmals bei Skate Canada, musste aber bei der Trophée Eric Bompard aufgrund einer Erkrankung aufgeben. Bei der Europameisterschaft gewann er die Bronzemedaille und bei der Weltmeisterschaft die Silbermedaille hinter Jeffrey Buttle. 2008/09 hatte er sich für das Grand-Prix-Finale qualifiziert, musste aber wegen einer Rückenverletzung zurückziehen. Auch bei den nationalen Meisterschaften konnte er nicht antreten. Außerdem ersetzte er sein Kürprogramm durch ein Neues inmitten der Saison. Trotz alldem wurde er in Helsinki zum dritten Mal in seiner Karriere Europameister. Bei der Weltmeisterschaft führte er nach dem Kurzprogramm, machte aber Fehler in seiner Kür und fiel auf den Bronzerang zurück. Nach diesem für ihn enttäuschenden Ergebnis trennte er sich von Jean-Christophe Simond und trainierte fortan wieder mit seinem ehemaligen Trainer Laurent Depouilly, der im Mai 2010 jedoch seinen Trainerjob aufgab. Er heuerte dann erneut Véronique Guyon als Trainerin an.
In der Saison 2009/10 gewann Joubert erstmals die NHK Trophy. Er qualifizierte sich für das Grand-Prix-Finale, konnte daran aber wegen einer ernsthaften Fußverletzung, die eine Operation erforderte, nicht teilnehmen. Er verpasste abermals die nationalen Meisterschaften und viele Wochen Training. Bei der Europameisterschaft lief er im Kurzprogramm dennoch eine neue persönliche Bestleistung, fiel durch Fehler in der Kür jedoch auf den dritten Platz zurück. Zu seinen dritten Olympischen Spielen ging Joubert abermals als Mitfavorit auf den Olympiasieg. Dort lieferte er eine desaströse Leistung und erreichte lediglich den 16. Platz. Er kommentierte dies folgendermaßen: „Es ist wieder mal eine Enttäuschung bei den Olympischen Spielen. Diese Spiele haben mich geschafft. Ich kann es einfach nicht bei den Olympischen Spielen. Jedesmal läuft es schief. Ich weiß nicht warum. Ich kann es nicht erklären.“ Um für die Weltmeisterschaft nominiert zu werden, musste Joubert sogar eine Ausscheidung laufen. Für die Weltmeisterschaft qualifiziert, schaffte er aber ein beeindruckendes Comeback. Im Kurzprogramm landete er erfolgreich eine Vierfach-Toeloop-Dreifach-Toeloop-Kombination und beendete dieses Segment auf dem dritten Platz. In der Kür stand er zwei weitere vierfache Toeloops, machte aber einige kleinere Fehler, so dass es am Ende die Bronzemedaille wurde. Joubert sagte später, dass er sehr stolz auf diese Leistung sei und sein Hauptziel erreicht habe, welches darin bestand, wieder Selbstvertrauen herzustellen.
In der Saison 2010/11 musste er bei der Trophée Eric Bompard wegen einer Gastroenteritis aufgeben und qualifizierte sich somit nicht für das Grand-Prix-Finale. Bei den französischen Meisterschaften war er aber wieder genesen und gewann seinen siebten Titel. Bei der Europameisterschaft 2011 lag er nach einem fehlerhaften Kurzprogramm nur auf dem siebten Platz, lief dann aber die beste Kür und sicherte sich somit noch die Silbermedaille hinter seinem Landsmann Florent Amodio. Damit hatte Joubert zum zehnten Mal in Folge bei einer Europameisterschaft auf dem Podium gestanden. Dies war vor ihm nur Karl Schäfer im Zeitraum von 1927 bis 1936 gelungen. Mit insgesamt zehn EM-Medaillen zog Joubert außerdem gleich mit Ulrich Salchow und Karl Schäfer, die es ebenfalls auf zehn Medaillen brachten.