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Bretagne

Region Frankreichs

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Die Bretagne (französisch [bʀəˈtaɲ(ə)] , bretonisch Breizh, je nach Gegend [brɛɪ̯s] oder [brɛɪ̯h] ausgesprochen, deutsch veraltet auch Kleinbritannien) ist eine westfranzösische Region. Sie besteht heute aus den Départements Côtes-d’Armor (bretonisch Aodoù-an-Arvor), Finistère (bretonisch Penn-ar-Bed), Ille-et-Vilaine (bretonisch Il-ha-Gwilen) und Morbihan (bretonisch Mor-bihan). Die Region hat eine Fläche von 27.208 km² und 3.449.370 Einwohner (Stand 1. Januar 2023). Hauptstadt der Region ist Rennes (bretonisch Roazhon).

Das Département Loire-Atlantique (bretonisch Liger-Atlantel), das zum historischen Herzogtum Bretagne gehörte, wurde bei Schaffung der Regionen der Französischen Republik in den 1960er Jahren mitsamt der alten bretonischen Hauptstadt Nantes (bretonisch Naoned) von der Bretagne abgetrennt und der Region Pays de la Loire zugeteilt.

Die Bretagne ist die größte Halbinsel Frankreichs und der westlichste Ausläufer des europäischen Festlands nördlich der Iberischen Halbinsel. Die Gallier nannten dieses Land Aremorica (bretonisch Arvorig), was „Land am Meer“ bedeutet. Die Einwohner der Bretagne werden Bretonen genannt.

Armor ist die bretonische Bezeichnung für Meer, doch damit ist nicht allein die Küste gemeint, sondern auch die Inseln, die amphibische Zone des Watts und der breite Küstenstreifen. Als Argoat, Waldland, wird das Hinterland bezeichnet.

Die Bretagne ist eine große Halbinsel im äußersten Westen des französischen Festlands. Im Norden, Westen und Süden ist sie vom Atlantik (bretonisch Meurvor Atlantel) umgeben. Die Bretagne trennt hier den Ärmelkanal (bretonisch Mor Breizh) im Norden von der Biskaya im Süden. Auf dem Festland grenzt sie im Nordosten an die Region Normandie und im Südosten an die Region Pays de la Loire.

In der Nähe der Bretagne liegt bei den Koordinaten nahe der Stadt Nantes das Zentrum der Landhemisphäre, also jener Halbkugel (Hemisphäre) des Erdglobus, die (rechnerisch ermittelt) den größten Festlandanteil aufweist.

Geologisch ist die Bretagne ein Teil des armorikanischen Gebirges, das im Karbon aufgefaltet wurde. Die Landmasse der Bretagne ruht in weiten Teilen auf sehr altem und hartem Gestein. Die Bretagne besitzt eine sehr zerklüftete Küstenlinie, die – besonders im Westen – über weite Strecken als Steilküste ausgebildet ist. Am Cap Fréhel, nahe der alten Festung Fort La Latte, ragen die Granitklippen über 70 Meter aus dem Atlantik heraus. Andernorts stellt sich die Landschaft eher als hügelig dar; besonders steile oder hohe Berge sucht man vergebens. Die höchste Erhebung ist der Roc’h Ruz (385 Meter) im Höhenzug der Monts d’Arrée (bretonisch Menez Are).

Entsprechend ihrer atlantiknahen Lage am Westrand des europäischen Festlandes und im Einflussbereich des Golfstroms hat die Bretagne ein ausgesprochen ozeanisches Klima mit relativ milden Temperaturen, die im Jahresmittel zwischen 9 und 12 °C liegen. Schnee und Frost treten nur selten auf, die Sommer sind mäßig warm mit jährlich bis zu 2000 Sonnenscheinstunden.

Den Wetterverlauf prägt ein rascher Wechsel von Hoch- und Tiefdruckgebieten, die vom Atlantik heranziehen. Die vorherrschenden Westwinde erreichen vor allem im Winter nicht selten Sturmstärke. Regenschauer und starke Winde können sehr kurzfristig auftreten, sind jedoch meist nur von kurzer Dauer. Mit durchschnittlich zwischen 700 und 800 mm pro Jahr sind die Niederschlagsmengen relativ gering; während die Regenfälle in den Küstengebieten geringer ausfallen, ist das Landesinnere feuchter.

Deutlich spürbar ist der Einfluss der starken Gezeiten auf den Wetterverlauf, aber auch den Jodgehalt der Luft, der in der Bretagne sehr hohe Werte erreicht. Die starken Winde bedingen zudem einen geringen Schadstoffgehalt der Luft.

In der Jungsteinzeit war die Bretagne überwiegend von Wald bedeckt, dieser existierte aber schon in der Antike nicht mehr und war in viele einzelne Wälder zerstückelt. Es gibt zahlreiche größere Überreste dieses riesigen Waldgebiets, zum Beispiel die drei größten Wälder von Paimpont westlich von Rennes, von Le Gâvre bei Nantes oder der Wald von Lanouée im Norden des Morbihan. Manchen Wäldern wird eine legendäre bzw. mythische Rolle zugesprochen, so dem Wald von Paimpont, der von romantisierenden Celtomanen des 19. Jahrhunderts mit der Brocéliande der Artus-Sagen identifiziert wurde, oder dem Wald von Scissy in der Bucht des Mont-Saint-Michel, der durch eine Sturmflut Anfang des 8. Jahrhunderts untergegangen sein soll.

Das ursprüngliche Landschaftsbild im Innern ist seit den mittelalterlichen Rodungen stark verändert worden. Es ist inzwischen weitgehend einer industrialisierten Landwirtschaft gewichen. So finden sich im Inneren der Bretagne nur noch wenige größere Buchen- und Eichenwälder. Die Landschaft wird heute von Äckern und Grünland beherrscht, welches durch die unzähligen Hecken (bocage) und Steinmauern schachbrettartig aufgeteilt wird.

Die bevölkerungsreichsten Städte der Bretagne sind:

Die historische Flagge der Bretagne war die Hermelinflagge. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird hauptsächlich die „Gwenn ha du“ verwendet.

Ursprung des Namens „Bretagne“

Zur Zeit der Römer gehörte die Halbinsel zwischen der Region um Condate/Civitas Redonensis, dem aktuellen Rennes, im Osten und dem Ozean im Westen zu einer geografisch nur vage definierten Küstenregion im Westen Galliens, die als Aremorica bezeichnet wurde.

Während einer relativ kurzen Periode im 4. Jahrhundert taucht der Name Letavia als Bezeichnung für die Halbinsel auf. Der Ursprung dieses Namens ist unklar. Manche meinen, er wäre von der Bezeichnung für die hier installierten Bauernsoldaten der römischen Armee, laeti, abgeleitet. Der Name könnte aber auch von einem ähnlich klingenden Wort aus einer keltischen Sprache der Britischen Insel stammen, mit dem Sinn „weites Land, Kontinent“. In der modernen bretonischen Sprache bedeutet ledan „weit“, in der aktuellen walisischen Sprache bezeichnet Llydaw die Bretagne. Zu dieser Zeit bezeichneten die Römer mit Britannia die britische Insel.

In den Schriften Gregors von Tours und Prokopios’ von Caesarea der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts taucht der Name Britannia für die von den Britonnes, also von aus der britischen Insel eingewanderten bretonischen Einwanderern, beherrschten Teile der Halbinsel auf. Am Ende des 9. Jahrhunderts spricht man dann von der Britannia minor, der kleinen Bretagne, im Gegensatz zur „großen“, heute Großbritannien.

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