Die Braunschweiger Zeitung ist eine regionale Tageszeitung, die in Braunschweig erscheint und als Kopfblatt unter anderen Titeln im östlichen Niedersachsen verbreitet ist. Sie wurde in der BZV Medienhaus GmbH verlegt, die bis 1. Februar 2013 die Braunschweiger Zeitungsverlag GmbH und Co. KG war und seit Ende Januar 2007 zur Funke Mediengruppe (damals WAZ-Gruppe) gehört. Seit dem 22. Juli 2020 firmiert sie unter dem Namen FUNKE Medien Niedersachsen GmbH. Im Februar 2021 wechselte die Chefredaktion von Armin Maus zunächst zu einer Doppelspitze. Seit Jahresbeginn 2024 ist Kerstin Loehr alleinige Chefredakteurin.
Die Braunschweiger Zeitung erscheint montags bis samstags morgens im Berliner Format und ist die einzige Braunschweiger Lokalzeitung (siehe Einzeitungskreis). Die verkaufte Auflage beträgt 62.416 Exemplare, ein Minus von 62,1 Prozent seit 1998.
Am 1. Oktober 1945 wurde im Verlagshaus der ehemaligen Braunschweiger Landeszeitung die Braunschweiger Neue Presse, „herausgegeben von der britischen Militärregierung“, gegründet. Chefredakteur wurde Fritz Sänger, der spätere dpa-Chefredakteur. Die erste Ausgabe – vier Seiten Text ohne Anzeigen – erschien am 12. Oktober 1945. Die erste Ausgabe der Braunschweiger Zeitung war am 8. Januar 1946 erhältlich. Der Verleger Hans Eckensberger bekam die dafür notwendige Zeitungslizenz am 6. Januar 1946 als zweiter Verleger in der Britischen Besatzungszone. Sänger wurde übernommen und war somit auch der erste Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung. Er behielt diese Position bis zum 1. Oktober 1946, die nach ihm unter anderem der Braunschweiger Heraldiker Arnold Rabbow bekleidete.
Anfangs erschien die Braunschweiger Zeitung aufgrund des herrschenden Papiermangels nur zweimal wöchentlich, ab November 1947 dreimal wöchentlich und seit September 1949 täglich. Zu den Herausgebern gehörte der Schriftsteller und Kunstkritiker Heinrich Mersmann, der zuvor von 1949 bis 1953 stellvertretender Hauptschriftleiter für Westermanns Monatshefte war. Bis Juni 1981 wurde die Braunschweiger Zeitung am Hutfiltern in der Innenstadt Braunschweigs gedruckt. Bis Oktober 2014 waren alle Abteilungen inklusive der neuen Braunschweiger im Pressehaus in der Hamburger Straße 277 im Norden Braunschweigs ansässig; das vormalige Pressehaus wurde in das Einkaufszentrum Burgpassage umgewandelt. In der Innenstadt war weiterhin bis Ende 2014 eine BZ-Geschäftsstelle am Packhof ansässig (mittlerweile im BZV Medienhaus, Hintern Brüdern 23, im Erdgeschoss), in den Schloss-Arkaden die BZ-Konzertkasse. Seit Februar 2013 ist die neue Druckerei an der Hansestraße im Norden Braunschweigs in Betrieb. Auf dem Grundstück der Ende 2010 abgerissenen ehemaligen „Öffentlichen Bücherei“ zwischen der Langen Straße und Hintern Brüdern in der Braunschweiger Innenstadt entstand das neue Verlagsgebäude der BZV Medienhaus GmbH, das am 20. Oktober 2014 bezogen wurde. Mit dem Umzug in die Innenstadt begann an der Hamburger Straße der Abriss des Druckerei- und des Kantinengebäudes sowie des gläsernen Verbindungsganges.
Seit Ende Januar 2007 gehört der Braunschweiger Zeitungsverlag zur WAZ-Gruppe, heute Funke Mediengruppe, nachdem alle Gesellschafter, hauptsächlich die Hamburger Verlegerfamilie Voigt, ihre Anteile verkauft hatten. Mit den noch nicht übertragenen 25 Prozent der Norddeutschen Landesbank wird der gesamte Kaufpreis auf 210 Millionen Euro geschätzt. Im Jahr 2008 erhielt die Zeitung den „Lokaljournalistenpreis“ der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Als Vorläufer der Braunschweiger Zeitung gelten mehrere vom Druckhaus Limbach herausgegebene Zeitungen: die zweimal in der Woche herausgegebene Braunschweiger Reform (1867–?), die 1880–1936 erschienene Braunschweigische Landeszeitung und der 1886–1941 herausgegebene Braunschweiger Stadtanzeiger, der 1906 in Braunschweiger Allgemeiner Anzeiger umbenannt wurde.
Weitere Braunschweiger Zeitungen
Bereits im 17. Jahrhundert wurde in Braunschweig von Andreas Duncker eine wöchentlich erscheinende Zeitung verlegt. Sie bestand unter wechselnden Titeln bis 1785.
1745 gründete Herzog Karl I. die Zeitung Braunschweigische Anzeigen, die 1923 in Braunschweigische Staatszeitung umbenannt wurde und 1934 unter politischem Druck in die nationalsozialistische, von 1931 bis April 1945 erscheinende Braunschweiger Tageszeitung überging.
1848–1866 erschien in Braunschweig die Deutsche Reichs-Zeitung des Verlegers Eduard Vieweg, der von 1831 bis 1840 die Deutsche Nationalzeitung aus Braunschweig und Hannover vorausgegangen war.
1865–1897 gab es das Braunschweiger Tageblatt.
1871 gründete Wilhelm Bracke als SPD-Organ den Braunschweiger Volksfreund. Die Zeitung wurde 1933 von den Nationalsozialisten mit dem Schriftleitergesetz verboten. Im selben Jahr wurde auch die seit 1920 erscheinende Neue Arbeiter-Zeitung hiervon betroffen. Nach Kriegsende 1945 erschien anstelle des Braunschweiger Volksfreunds als SPD-nahe Tageszeitung für das Land Braunschweig die Braunschweiger Presse. Redaktion, Druckerei und Verlag befanden sich im Braunschweiger Volksfreundhaus der SPD, dem sogenannten Roten Schloß.
Am 30. Juni 1972 wurde sie eingestellt.
Am 25. November 1786 veröffentlichte der Dettumer Pastor Hermann Bräss die Zeitung Zeitung für Städte, Flecken und Dörfer, insbesondere für die lieben Landleute alt und jung. Sie wurde wegen des rot gedruckten Titels auch als Rothe Zeitung bezeichnet und erschien zwölf Jahre lang mit zwei Ausgaben wöchentlich. Von 1835 bis 1867 trug die Zeitung dann den Titel Zeitung für den deutschen Landmann, wurde von 1868 bis 1873 zurückbenannt und bekam am 1. April 1873 den Titel Wolfenbüttler Kreisblatt. Vom 1. Mai 1924 bis 30. April 1993 hieß die Zeitung dann Wolfenbüttler Zeitung, wobei die Kriegsjahre von 1937 bis 1945 unterbrochen wurden, bis dann am 1. Mai 1993 die Zeitung in die Braunschweiger Zeitung überging.
Die Braunschweiger Zeitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 5,4 % pro Jahr gesunken. Im vergangenen Jahr hat sie um 7,4 % abgenommen. Sie beträgt gegenwärtig 62.416 Exemplare. Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei 93,2 Prozent.
Lokal erscheinende Ausgaben der Braunschweiger Zeitung
Es handelt sich bei den genannten Titeln um Kopfblätter.
Die Goslarsche Zeitung in Goslar übernimmt den Mantel der Braunschweiger Zeitung, produziert aber einen eigenen Lokalteil und ist ein eigenständiges Unternehmen, das zum Verlag Medienhaus Krause gehört.