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Boxen

Kampfsport, bei dem sich zwei Personen nur mit den Fäusten bekämpfen

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Boxen ist eine Kampfsportart, bei der sich zwei Kontrahenten unter festgelegten Regeln nur mit den Fäusten bekämpfen. Boxkämpfe werden auf mehrere Runden gleicher Dauer angesetzt, die jeweils von einer einminütigen Pause unterbrochen sind.

Es gewinnt derjenige, der entweder mehr regelkonforme Treffer als sein Gegner erzielen konnte (Punktsieg) oder die Kampfunfähigkeit des Gegners bewirken konnte (Knockout). Darüber hinaus können Kämpfe auch durch Abbruch durch den Ringrichter, durch Aufgabe oder durch Disqualifikation eines Sportlers entschieden werden. Die Kämpfer sind für gewöhnlich mit gepolsterten Handschuhen ausgestattet und müssen derselben Gewichtsklasse angehören.

Olympisches Boxen und Profiboxen

Grundsätzlich ist zwischen Amateurboxen (olympisches Boxen) und Profiboxen zu unterscheiden. Das Profiboxen ist dabei nicht automatisch als qualitative Spitze der Sportart zu begreifen, sondern eher als eine eigenständige Disziplin des Boxsports zu sehen.

Das olympische Boxen und das Profiboxen unterscheiden sich in vielen Aspekten in relevanter Weise voneinander. Dies betrifft vor allem Fragen des Regelwerks sowie der Organisation der beiden Disziplinen in unterschiedlichen Verbänden.

Lange Zeit waren das olympische Boxen und das Profiboxen in der sportlichen Praxis komplett getrennt. Seit den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro dürfen jedoch auch Profiboxer am olympischen Boxturnier teilnehmen, sofern sie sich in die Zuständigkeit eines von ihrem Nationalem Olympischen Komitee (NOK) anerkannten olympischen Boxverbandes begeben und in vorgeschalteten kontinentalen Qualifikationsturnieren eine Platzierung erzielen können, die zur Teilnahme am olympischen Boxturnier berechtigt.

Seitdem nimmt die strikte Trennung beider Disziplinen ab. Olympische Boxer können unter bestimmten Bedingungen Profiboxkämpfe bestreiten, ohne ihren Status als olympische Boxer zu verlieren, und Profiboxer können an Wettbewerben des olympischen Boxens teilnehmen.

Boxkämpfe werden in einem quadratischen Boxring ausgetragen. (Das Wort „Ring“ kommt von dem Ring/Kreis, den die Schaulustigen früher um die Kämpfer bildeten, und existiert in dieser Bedeutung im Englischen seit dem 14. Jahrhundert.) Der Kampfbereich wird von drei oder vier straff gespannten Seilen eingegrenzt, die jeweils drei bis fünf Zentimeter stark sind und in den Höhen 40 – 80 – 130 Zentimeter (bei drei Seilen) oder 40 – 75 – 105 – 135 Zentimeter (bei vier Seilen) in die Ringpfosten eingehängt werden und auf jeder Seite zweifach mit einem senkrechten Verbindungsgurt gesichert sind.

Das Seilviereck des Kampfbereiches hat eine Seitenlänge zwischen etwa 5 und 6 Metern (genaue Mindest- und Maximalmaße können im Regelwerk unterschiedlicher Verbände leicht variieren). Die Verspannungen der Ringseile in den Ecken des Rings werden mit Eckpolstern abgedeckt. Zwei weiße Eckpolster werden als neutrale Ecken bezeichnet. Ein rotes und ein blaues Eckpolster liegen sich diagonal gegenüber und kennzeichnen die beiden Ringecken, die den Boxern zugewiesen sind. Der Ringboden ist mit einem sturzdämmenden Belag bedeckt und mit einer Plane bespannt. Der Bodenbereich außerhalb der Seile muss mindestens 50 Zentimeter breit sein.

Ein Boxkampf wird von einem Ringrichter geleitet, der die Einhaltung der Regeln überwacht, Regelverstöße ahndet und für die Sicherheit der Sportler verantwortlich ist. Der Ringrichter ist darüber hinaus verantwortlich für die vorzeitigen Entscheidungen des Wettkampfes wie z. B. K.o., Abbruch durch Verletzung und Disqualifikation.

Gewertet wird der Kampf von drei oder fünf Punktrichtern, die rings um den Ring sitzen. Jeder Punktrichter wertet jede Runde einzeln für sich. Die Rundenwertungen jedes einzelnen Punktrichters werden addiert und bilden die Wertung des betreffenden Punktrichters für den Kampf. Nach Punkten gewinnt, wen die Mehrheit der Punktrichter als Sieger errechnet hat.

Ab dem 16. Jahrhundert wird das Verb „to box“ im Englischen nach und nach mit der Bedeutung „mit Fäusten schlagen“ und „jemanden schlagen“ verwendet, die weitere Herkunft ist ungeklärt. Ab dem 18. Jahrhundert taucht „boxen“ dann auch im Deutschen auf. Im heutigen Sprachgebrauch gilt „Faustkampf“ als Synonym bzw. als gehoben für „das Boxen, der Boxkampf“.

Während es Wettkämpfe Mann gegen Mann vermutlich bereits seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte gibt, können die Anfänge des Faustkampfes als organisierte Sportart bis zu den Olympischen Spielen der Griechen im Jahr 688 v. Chr. zurückverfolgt werden. Das moderne Boxen entwickelte sich aus regelmäßig veranstalteten Preiskämpfen im England des 17. und 18. Jahrhunderts. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Basisregeln des modernen Boxsportes, die sogenannten Queensberry-Regeln, festgelegt.

Die ersten nachgewiesenen Faustkämpfe zum Zwecke der Unterhaltung fanden bereits 3000 v. Chr. in Ägypten statt. In den darauffolgenden zwei Jahrtausenden breitete sich die Kampfform im ägäischen Raum aus.

Der Faustkampf wurde erstmals im Jahre 688 v. Chr. in Griechenland bei den 23. Olympischen Spielen der Antike ausgetragen. Im antiken Rom wurde er vor allem bei Gladiatorenkämpfen mit dem Caestus (Lederriemen mit Metalldornen) durchgeführt. Die hellenistische Bronzestatue des Faustkämpfers vom Quirinal ist hierfür ein eindrucksvolles archäologisches Beispiel. Wie alt der Faustkampf tatsächlich ist, lässt sich nicht genau feststellen. Die ältesten Darstellungen ähnlicher Kämpfe reichen bis zu 7000 Jahre zurück. Belege zeigen, dass er auch im alten Indien, China, Korea und Russland sowie unter den Ureinwohnern Amerikas und Afrikas Bestandteil von Kulten und Zeremonien war. Mit Boxen im modernen Sinne hatten diese Kämpfe jedoch nichts zu tun, bspw. gab es so gut wie keine Regeln.

Die Ursprünge des modernen Boxens liegen im England des 17. und 18. Jahrhunderts. Im Jahre 1681 organisierte der Herzog von Albemarle den ersten schriftlich belegten Kampf. Seit 1698 wurden im Londoner King’s Theatre regelmäßige Boxveranstaltungen durchgeführt. Dabei wurden die Hände in der Regel nicht bandagiert, sondern die Fingerknöchel lagen frei, was als Bare-knuckle-Boxen bezeichnet wird.

Die ersten (minimalen) Regeln der Neuzeit wurden durch den Fechtmeister James Figg aufgestellt. 1719 gewann Figg das erste offizielle Boxturnier seit der Antike und wurde Meister von England. Obwohl auch Boxerinnen wie Elizabeth Wilkinson populär geworden waren, boxten danach wegen strenger werdender Geschlechterrollen über 200 Jahre lang fast ausschließlich Männer.

1743 wurde das erste größere Regelwerk (Broughton Rules) veröffentlicht, das zuweilen auch schon als erste Fassung der London Prize Ring Rules (im weiteren Sinn) gilt. Man durfte keinen Gegner mehr schlagen, der kampfunfähig am Boden liegt, Tiefschläge waren ebenfalls verboten.

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