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Boston

Hauptstadt des US-Bundesstaats Massachusetts

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Boston [[ˈbɔstən] ] ist die größte Stadt Neuenglands, eines Gebiets im Nordosten der Vereinigten Staaten, und Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Das United States Census Bureau ermittelte bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 675.647.

Die Metropole ist eine der ältesten, wohlhabendsten und kulturell reichsten Städte der USA. Im kulturellen Bereich sind die Symphony Hall und das in ihr residierende Boston Symphony Orchestra weltbekannt. Die Wirtschaftskraft der Region wird hauptsächlich durch Bildungseinrichtungen, Gesundheitswesen, Finanzwirtschaft und Technologie bestimmt.

Boston (Fläche: 233,1 km²) liegt im Nordosten der Vereinigten Staaten an der nordamerikanischen Ostküste an der Massachusetts Bay. Deren starke Zergliederung ermöglichte die Anlage natürlicher Häfen. Der Mystic River im Westen, der Neponset River im Süden und der Charles River im Norden begrenzen das Gebiet der Stadt grob. Die ursprünglichen im Stadtgebiet vorhandenen Hügel wurden mit der Zeit abgetragen und im Bereich Back Bay und South End abgelagert, um der östlich anliegenden Bucht weitere Landflächen abzuringen.

Der zentrale Bereich Bostons bildet sowohl den Kern der Metropolregion Greater Boston mit 4,4 Millionen Einwohnern, die die Städte Cambridge, Brookline, Quincy und viele suburbane Gemeinden umfasst, wie auch das Boston CMSA (Consolidated Metropolitan Statistical Area), der siebtgrößten in den USA (nach anderen Rankings an zehnter Stelle). 2024 hatte die Metropolregion eine Einwohnerzahl von 5,03 Millionen.

An Boston grenzen die Städte Revere, Chelsea, Everett, Somerville, Cambridge, Watertown, Newton, Quincy, Winthrop, Brookline, Needham, Dedham, Canton und Milton.

In Cambridge liegen die weltberühmte Harvard University und das ähnlich bedeutende Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Administrative Gliederung von Boston

Boston gehört zum Suffolk County des Commonwealth of Massachusetts und ist beider Hauptstadt. Am 4. Oktober 2002 schloss die Stadtverwaltung Bostons die Neueinteilung des Stadtgebietes ab, das nun in 23 Neighborhoods untergliedert ist: Allston, Back Bay, Bay Village, Beacon Hill, Brighton, Charlestown, Chinatown, Dorchester, East Boston, Fenway–Kenmore, Hyde Park, Jamaica Plain, Mattapan, Mid Dorchester, Mission Hill, North End, Roslindale, Roxbury, South Boston, South End, West End, West Roxbury.

Boston ist dafür bekannt, einen der attraktivsten und lebenswertesten urbanen Stadtkerne des Landes zu besitzen. Jedes Stadtviertel weist eine individuelle Atmosphäre auf, das durch die ansässigen Bewohner und ihre soziale und ethnische Zugehörigkeit bestimmt wird. Downtown, die Innenstadt, ist der Sitz des Finanzdistrikts und dort befinden sich auch Chinatown und das kommunale Verwaltungszentrum mit dem Rathaus, Boston City Hall. Back Bay, westlich des Boston Public Garden gelegen, ist einer der reichsten Stadtteile der USA. Nicht weniger wohlhabend ist Beacon Hill mit dem Regierungssitz des Staates Massachusetts, dem State House. South End war früher Heimstatt einer starken Mittelstandsgesellschaft von Händlern und Seeleuten sowie deren Familien. Heutzutage leben dort eine große LGBT-Gemeinschaft, Künstler, Yuppies, Afroamerikaner und Latins. Anziehungspunkte sind die dortigen Restaurants und die Bohème-Atmosphäre. North End und East Boston haben einen dominierenden italienischen Einfluss, beherbergen aber auch andere Ethnien.

Am Nordufer des Charles River gibt es mit Charlestown einen irischen Stadtteil. Diese Bevölkerungsgruppe findet sich auch in South Boston. Allston und Brighton werden hauptsächlich von Studenten der nahegelegenen Northeastern University, Boston University und des Boston College bewohnt. Die größte Vielfalt und ethnische Diversität weist Dorchester auf. Latinos und Afroamerikaner stellen gemeinsam mit aus teurer gewordenen Wohnvierteln vertriebenen Mittelklassenfamilien den größten Anteil in den südlich an die Innenstadt angrenzenden Bezirken Roxbury und Mattapan.

Die Sommermonate Juli und August können in Boston heiß und luftfeucht sein. Die langjährige Durchschnittstemperatur für Juli ist 23 °C. Während der Wintermonate November bis Februar kann das Wetter nass mit viel Schnee sein. Die durchschnittliche Temperatur im Januar ist −1 °C.

¹ 1950–2020: Volkszählungsergebnisse

Der erste Europäer, der sich in diesem Gebiet ansiedelte, war im Jahr 1625 der britische Siedler William Blaxton. 1629 verkaufte er Ländereien an Siedler. Die im Juni 1630 ankommenden Puritaner hatten Besitzrechte über die ganze Kolonie und überließen ihrerseits nunmehr Blaxton Land zur Bebauung. Die englischen Emigranten gruppierten sich in einer Siedlung auf einer Halbinsel, die von den indianischen Ureinwohnern Shawmut und von den Engländern zuerst Trimountaine (eigentlich „drei Berge“) genannt wurde. Damals war die von der Massachusetts Bay umgebene Halbinsel nur durch eine sehr schmale Landverbindung mit dem Festland verbunden. Der zweite Gouverneur der Massachusetts Bay Colony, John Winthrop, gab der Siedlung den Namen Boston und gründete damit am 7. Septemberjul. / 17. September 1630greg. die Stadt. Der Name geht zurück auf eine Stadt gleichen Namens in Lincolnshire, England, aus der einige der Pilgerväter stammten oder dort inhaftiert waren.

John Winthrop hatte eine als „A Model of Christian Charity“ berühmt gewordene Predigt gehalten, in der er die neue Stadt als City upon a Hill bezeichnete und zum Ausdruck brachte, dass die Puritaner sich in einem besonderen Vertrag mit Gott verbunden wussten. Die puritanischen Werte, insbesondere Arbeit, Bildung und Gottesfürchtigkeit stabilisierten die Gesellschaft in hohem Maße und sind auch noch heute Bestandteil des gesellschaftlichen Leitbildes in Boston und Neuengland. So wurde bereits 1635, wenige Jahre nach der Siedlungsgründung, mit der Boston Latin School eine erste Lateinschule und 1636 mit der Harvard University die erste Universität Amerikas gegründet.

Am 1. Juni 1660 wurde die Quäkerin Mary Dyer auf Grund eines Gesetzes von 1658, das ihren Glauben verbot, öffentlich hingerichtet. Sie gilt als die letzte religiöse Märtyrerin Nordamerikas und die erste Märtyrerin des Quäkertums.

In der Stadt brachen mehrmals die Pocken aus, Epidemien traten 1721, 1730, 1752, 1764, 1776, 1778 und 1792 auf.

Das Cape-Ann-Erdbeben am 18. November 1755 zerstörte in Boston hundert von Häusern und beschädigte 1300 bis 1600 Schornsteine, doch kam niemand zu Tode, obwohl es bis heute mit einer Magnitude zwischen 6,0 und 6,3 auf der Richterskala das stärkste Erdbeben in der Geschichte von Massachusetts ist. Der spätere US-Präsident John Adams hielt schriftlich fest, dass das Beben „fast vier Minuten andauerte“ und dass „[d]as Haus sich zu erschüttern und rollen und brechen schien, sodaß es sich über uns in eine Ruine verwandeln wollte.“

Am 20. März 1760 brach ein Stadtbrand aus, der 174 Häuser und 175 Läden zerstörte. Das Feuer vernichtete etwa ein Zehntel der Stadt. Über Personenschäden wurde nicht berichtet.

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