Bolesław Woytowicz (* 5. Dezember 1899 in Dunajiwzi; † 11. Juni 1980 in Kattowitz) war ein polnischer Komponist, Pianist und Musikpädagoge.
Woytowicz hatte ab 1913 Klavierunterricht und war 1916–17 Schüler von Aleksander Wielhorski. Nach einem Studium der Philologie an der Universität Kiew sowie der Mathematik und der Rechtswissenschaft in Warschau studierte er von 1920 bis 1924 am Warschauer Konservatorium Klavier bei Aleksander Michałowski und Komposition bei Felicjan Szopski und Witold Maliszewski. Von 1929 bis 1932 studierte er Komposition bei Nadia Boulanger in Paris.
1924 unternahm er eine Konzertreise als Pianist durch Europa, die ihn u. a. nach Frankreich, Deutschland und Österreich, in die Tschechoslowakei und die Schweiz, nach Holland und ins Baltikum führte. 1927 war er Teilnehmer des Ersten Internationalen Chopin-Wettbewerbes in Warschau. Mit seinem Klavierkonzert gewann er 1932 den Zweiten Preis beim Kronenberg-Kompositionswettbewerb.
Von 1924 bis 1939 unterrichtete Woytowicz am Warschauer Konservatorium. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges veranstaltete er Konzerte im Salon Sztuki, bei denen Musiker wie Eugenia Umińska, Irena Dubiska, Witold Lutosławski, Andrzej Panufnik, Zbigniew Drzewiecki, Paweł Lewiecki, Ewa Bandrowska-Turska, Vittoria Calma, Ada Sari und Adam Didur auftraten.
Von 1945 bis 1975 leitete Woytowicz Klavier- und Kompositionsklassen an der staatlichen Musikakademie Kattowitz. Außerdem unterrichtete er an der staatlichen Musikhochschule in Warschau und der Musikhochschule Krakau. Zu seinen Schülern zählen die Pianisten Urszula Mitręga, Zofia Owińska, Irena Protasewicz, Monika Sikora-Wojtacha, Maria Szraiber und Zbigniew Śliwiński und die Komponisten Tadeusz Baird, Wojciech Kilar, Witold Szalonek, Józef Świder, Romuald Twardowski und Peter Paul Koprowski.
Dwanaście Pieśni für Stimme und Klavier, 1928–30
Fantazja für Violine und Klavier, 1929
Trio na flet, klarnet i fagot, 1930
L'enfant va dormir für Sopran, Flöte, Fagott und Harfe, 1930
Mała Kantata Dziecięca na Pochwałę Bozi i Słońca für dreistimmigen Kinderchor a cappella, 1931
Kwartet smyczkowy nr 1 (Streichquartett), 1932
Koncert Fortepianowy (Klavierkonzert), 1932
Suita Koncertowa für Orchester, 1933
Dwa Tańce Polskie für Stimme, Violine, Cello und Klavier, 1933
Żałobny Poemat „Pamięci Marszałka Piłsudskiego“ für Sinfonieorchester, 1935
Concertino für kleines Sinfonieorchester, 1936
Symfonia nr 1, 20 Variationen in Form einer Sinfonie, 1938
Symfonia nr 2 „Warszawska“, 1945