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Bogdan Povh

Jugoslawischer bzw. slowenischer Physiker

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Bogdan Povh (* 20. August 1932 in Belgrad; † 14. Februar 2024) war ein slowenisch-deutscher Kern- und Teilchenphysiker. Ab 1965 war er Lehrstuhlinhaber in Heidelberg.

Bogdan Povh, Sohn von Olga Povh (geborene Cerkvenik) und des promovierten Volkswirtschaftlers Vekoslav Povh, zog mit seiner Familie 1935 von Belgrad, damals Hauptstadt von Jugoslawien, nach Ljubljana, wo er aufwuchs. Er studierte Physik an der Universität Ljubljana, schloss das Studium 1955 mit dem Diplom ab und war dann Assistent am Jožef-Stefan-Institut. Nach Forschungsaufenthalten am California Institute of Technology (ab 1957, dort befasste er sich mit Spektroskopie leichter Kerne) und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er sich mit Delbrück-Streuung befasste, ging er zurück nach Ljubljana, wo er 1960 bei Anton Peterlin und Črtomir Zupančič zum Dr. rer. nat. promoviert wurde. Die Dissertation beschäftigt sich mit dem nuklearen Photoeffekt und dem Einfang von Protonen durch leichte Kerne (Vzbujena stanja v jedru O15, deutsch „Angeregte Zustände des O-15 Kerns“). Ab 1962 war er zwei Jahre Assistent in Freiburg, wo er sich 1964 mit der Arbeit Über tiefliegende angeregte Kernzustände in Ne-22 habilitierte. Ab 1965 war er ordentlicher Professor an der Universität Heidelberg und hatte auch eine ständige Forschungsgruppe am CERN, die sich mit Hochenergie-Kernphysik befasste. Er war Mitglied und ab 1975 Direktor am Heidelberger Max-Planck-Institut für Kernphysik bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000. Er war häufig zu Gastaufenthalten am CERN, am LBNL in Berkeley und am LANL in Los Alamos.

Im Jahr 2005 erhielt er die Stern-Gerlach-Medaille für seine Leistungen in der Spektroskopie von Hyperkernen. Er entwickelte eine Methode der rückstoßfreien Produktion von Hyperonen. Einmal im Atomkern gebunden, können diese Teilchen als „Sonden“ zur Untersuchung der Kernbausteine genutzt werden.

Er war Verfasser zahlreicher Fachartikel und Herausgeber der Zeitschrift für Physik.

Bogdan Povh war ab 1957 verheiratet mit Anna Povh, geborener Križyanič. Er starb am 14. Februar 2024 im Alter von 91 Jahren.

mit K. Rith, C. Scholz, F. Zetsche und W. Rodejohann: Teilchen und Kerne: Eine Einführung in die physikalischen Konzepte. 9. Auflage. Springer, 2014, ISBN 978-3-642-37821-8.

Anschauliche Physik: für Naturwissenschaftler. Springer, 2011, ISBN 978-3-642-17786-6.

mit Mitja Rosina: Streuung und Strukturen – Ein Streifzug durch die Quantenphänomene. SpringerSpectrum, Berlin, ISBN 978-3-642-55962-4.

Von den Tiefen des Alls in den Mikrokosmos. Springer, Berlin 2016, ISBN 978-3-662-50267-9.

Von dem kleinen Van de Graaf zu der großen HERA. In: I. Appenzeller u. a. (Hrsg.): Heidelberger Physiker berichten. Band 2. Universitätsbibliothek Heidelberg 2017 (Erinnerungen, mit kurzer Biografie und Foto auf S. 77).

Povh, Bogdan. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 961.

Literatur von und über Bogdan Povh im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Max-Planck-Institut für Kernphysik: Nachruf auf Bogdan Povh

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