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Bodo Ebhardt

Deutscher Architekt und Burgenforscher

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Bodo Ebhardt (* 5. Januar 1865 in Bremen; † 13. Februar 1945 auf der Marksburg in Braubach; vollständiger Name: Bodo Heinrich Justus Ebhardt) war ein deutscher Architekt, Architekturhistoriker, Burgenforscher, Gründer und langjähriger Präsident der Deutschen Burgenvereinigung.

Ebhardt war der Sohn des Bremer Möbelfabrikanten und Kaufmanns Carl Ebhardt (1836–1905) und dessen Ehefrau Agnes geb. Krollmann (1838-nach 1908). Er besuchte die Schule in Sankt Goarshausen, wo er sich für Burgen begeisterte. Nach dem Schulabschluss mit der Obersekundareife machte er ab 1880 eine kaufmännische Lehre in Magdeburg und Bremen, gab diesen Beruf gegen den Wunsch seiner Eltern aber bald auf, um sich autodidaktisch weiterzubilden und besuchte Vorlesungen in Berlin. 1890 eröffnete er sein eigenes Architekturatelier in Berlin. Als Burgenforscher und -restaurator gewann er die Freundschaft Kaiser Wilhelms II., der ihn mit dem Wiederaufbau der Hohkönigsburg im Elsass beauftragte und Ebhardt nach erfolgter Restaurierung dieser historischen Wohnwehrbauanlage 1908 auch eine große KPM-Vase mit je einer Veduten der Hohkönigsburg und der Burg Hohenzollern schenkte. Bekannt wurde Ebhardt durch die Rekonstruktion zahlreicher Burgen im Stil der späten Burgenromantik. So betreute er mitunter zeitgleich 25 Rekonstruktionen von Burgen – so z. B. auch der Veste Coburg, Schloss Neuenstein, den Wiederaufbau nach Brand der Gröditzburg, Schloss Sallgast und die Marksburg als Sitz der Deutschen Burgenvereinigung. Er strebte Stilechtheit und historische Genauigkeit an, war jedoch mit seinen Methoden in seiner Zeit nicht unumstritten – da er auch historisch anmutende Formen erfand, was den seinerzeit geltenden denkmalpflegerischen Grundsätzen widersprach. In Thüringen und Sachsen wirkte er z. B. auf der Wartburg, der Veste Wachsenburg, im Altenburger Schloss, auf Schloss Eichicht, beim Wiederaufbau nach Brand von Burg Scharfenstein und beim Neubau von Haus Mühlberg in Ohrdruf.

1890 heiratete er die 1870 geborene Elfriede Krebs. Sein Sohn Fritz (1894–1958) übernahm 1931 sein Architekturbüro.

1899 gründete er die Deutsche Burgenvereinigung und ab 1909 lebte er auf der Marksburg in Braubach. Von 1920 bis 1945 war er Präsident der Deutschen Burgenvereinigung. Ebhardt war Professor und Hofbaurat, wurde 1909 Ehrenbürger von Braubach und war 1928 Gründungsmitglied des Vereins Freunde der Plassenburg. Zudem war er Mitglied der Berliner Freimaurerloge Zum Pegasus. Im Jahr 1945 gab er das Amt des Präsidenten der Deutschen Burgenvereinigung an seinen Sohn Fritz Ebhardt weiter.

Deutsche Burgen. Wasmuth, Berlin 1898 (Digitalisat).

Zur Baugeschichte der Hohkönigsburg. Krollmann, Berlin 1900 (Digitalisat).

Steinerne Zeugen. Wehrbauten Veronas. Burgverlag, Berlin-Grunewald 1911.

Der Schloßbau. Burgverlag, Berlin-Grunewald 1914.

Krieg und Baukunst in Frankreich und Belgien. Berlin 1915 (Digitalisat).

Die zehn Bücher der Architektur des Vitruv und ihre Herausgeber seit 1484. Burgverlag, Berlin-Grunewald 1919.

Deutsche Burgen als Zeugen deutscher Geschichte. F. Zillessen, Berlin 1925.

Schloß Arienfels bei Hönningen am Rhein. Der Bau und seine Geschichte. Burgverlag, Marksburg 1932.

Spanische Burgenfahrt 1930. Ein Reisebericht. Burgverlag, Marksburg 1934.

Burg Trifels. Untersuchungen zur Baugeschichte. Burgverlag, Marksburg 1938.

Der Wehrbau Europas im Mittelalter. Bd. 1, Deutsche Verlagsgesellschaft, Berlin 1939; Bd. 2/I und 2/II, H. Rauschenbusch, Stollhamm (Oldenburg) 1958. Reprints von verschiedenen Verlagen.

Ein umfangreiches, durch Ludger Fischer kritisch annotiertes Verzeichnis der Schriften, findet sich in der Publikation Burgenromantik und Burgenrestaurierung um 1900 (s. u.).

Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft (1935)

Hessischer Verdienstorden Philipps des Großmütigen, Ritter 1. Klasse

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