An diesem Tag

Bobingen

Gemeinde im deutschen Bundesland Bayern

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Bobingen ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Augsburg.

Der Ort liegt rund zwölf Kilometer südlich des Zentrums von Augsburg an den Flüssen Wertach und Singold und grenzt an den Naturpark Augsburg-Westliche Wälder.

Das Stadtgebiet von Bobingen grenzt von Norden im Uhrzeigersinn an folgende Gemeinden: Inningen, Königsbrunn, Oberottmarshausen, Wehringen, Großaitingen, Fischach, Gessertshausen und Diedorf.

Nördlich grenzt Bobingen an den Augsburger Stadtteil Inningen an, der den Übergang zur Großstadt markiert. Nordöstlich schließt sich Königsbrunn an, das zum Verdichtungsraum südlich von Augsburg gehört. Südöstlich bzw. südlich grenzen Oberottmarshausen und Wehringen an, beide Teil des Lechfelds. Südwestlich folgt Großaitingen, das bereits den Übergang in stärker ländlich geprägte Bereiche markiert. Die westliche und nordwestliche Stadtgrenze verläuft zu Fischach, Gessertshausen und Diedorf, die dem Naturpark Augsburg–Westliche Wälder zugeordnet sind.

Der Ortsname geht auf den alemannischen Siedler „Pobo“ (um 506) zurück. Um 993 hieß Bobingen „Pobinga“ („bei den Leuten des Pobo“). Etwa 933 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Bobingens in der Vita S. Udalrici. Bobingen im heutigen Bezirk Schwaben war später Pflegamt des Hochstift Augsburg. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam der Ort zu Bayern. 1847 erfolgte der Anschluss an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn (Lindau–Hof). 1899 kam es zur Gründung der Kunstseidefabrik (Produktionsbeginn 1902).

1938/39 wurde südwestlich des Stadtgebietes von Bobingen die Sprengstofffabrik Fasan errichtet. Die Fabrik produzierte gegen Ende des Zweiten Weltkriegs einen Großteil des Sprengstoffs Hexogen für die Wehrmacht.

Die Reste des Burgstalls Bobingen, einer ehemaligen Wasserburg und ihre Nachfolgebauten, wurden um 1967 im Zuge des Neubaus des – inzwischen alten – Feuerwehrhauses und einer Rotkreuzstation entfernt. 1953 erfolgte die Markterhebung Bobingens, 1969 die Verleihung der Stadtrechte. 1972 wurden im Zuge der Gemeindegebietsreform die Orte Straßberg und Reinhartshausen mit Burgwalden eingemeindet.

Bobingen gehörte sodann dem Landkreis Augsburg an. 1975 wurden Waldberg und Kreuzanger eingemeindet. 1993 erfolgte die Fertigstellung der Singoldhalle, der Bobinger Stadthalle. 1994 beging Bobingen seine 1000-Jahr-Feier in Verbindung mit dem 25-jährigen Stadtjubiläum.

Es gibt mehrere Fassungen dieser Geschichte vom „Bobinger Büble“. In einer zweiten, späteren Fassung endet sie sogar mit der Verhaftung und Hinrichtung der Sagenfiguren.

Dies kann jedoch historisch nicht richtig sein, da es in Bobingen keinen Galgen gab und demnach keine Hinrichtungen durch Erhängen vorgenommen werden konnten. Die Hinrichtungsstätte der hochstiftischen Hochgerichtsbarkeit hatte ihren Standort in Schwabmünchen.

Die folgende Sage ist die früheste Fassung nach Alexander Schöppners „Bayerische Sagen“:

Drei Stunden südlich von Augsburg, an der sogenannten Hochstraße, liegt das große und schöne Dorf Bobingen. Da ist es aber nicht gut zu fragen: „Wo geht’s Bobingen zu?“, und gar manche haben darob blutige Köpfe davongetragen: zum mindesten wird einer mit Schimpf und Spott und den lästerlichsten Reden traktiert, er mag nur fragen, wen immer er will. Dies kommt nun daher: Es war einmal vor langer Zeit ein Bursche von Bobingen zu Gericht belangt. Der Beklagte wandte sich an einen Advokaten in Augsburg, der im Ruf stand, dass er alles „durchfechten“ könne. Dieser gab ihm den Rat, sich vor Gericht blödsinnig zu stellen, und auf jede an ihn gerichtete Frage die Antwort „Bobingen zu“ zu geben, und dabei mit der rechten Hand unter der Nase von der rechten nach der linken Seite zu zeigen. Er tat genau, wie ihm geraten war und wurde, da weder ein Geständnis noch etwas anderes aus ihm herauszubringen war, vom Gericht entlassen. Nach einiger Zeit kam er Geschäfte halber in die Stadt und begegnete dem Advokaten, der ihn neugierig um den Ausgang des Verfahrens fragte. Nachdem er vom glücklichen Erfolg gehört hatte, sagte er: „Nun ist’s aber an dir, mich für diesen Rat zu belohnen; ich verlange für meine Bemühung zwei Karolin.“ Der Bursche aber warf dem Verblüfften ein „Bobingen zu“ hin, bog um das Straßeneck und lässt seit der Zeit den Advokaten auf seinen Lohn warten.

Bei der Volkszählung 1987 hatte die Stadt 13.553 Einwohner. Bis zur Volkszählung 2011 stieg die Einwohnerzahl auf 16.368 an, was einem Zuwachs von 2.815 Einwohnern bzw. 20,8 % entspricht. Bei der Volkszählung 2022 wurden schließlich 17.768 Einwohner erfasst; gegenüber 2011 bedeutet dies einen weiteren Anstieg um 1.400 Einwohner bzw. 8,6 %. Insgesamt verzeichnete die Stadt zwischen 1987 und 2022 einen Bevölkerungsanstieg um 4.215 Einwohner, was innerhalb von 35 Jahren einem Wachstum von 31,1 % entspricht.

Im Jahre 1841 wurde die junge, zum Zeitpunkt der Gemeindebildung von 1818 noch nicht bestehende Ortschaft Königsbrunn aus Bobingen ausgegliedert und zu einer selbständigen Gemeinde.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinden Reinhartshausen und Straßberg eingegliedert. Am 1. Juli 1975 kamen Waldberg und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Kreuzanger hinzu. Schließlich wurden am 1. Mai 1978 Gebietsteile der Nachbargemeinde Wehringen mit damals etwa 25 Einwohnern übernommen.

Nach den Kommunalwahl am 8. März 2026 setzt sich der Stadtrat seit Mai 2026 wie folgt zusammen:

Seit Mai 2026 ist Michael Ammer (FBU) Bürgermeister. In der Stichwahl am 22. März 2026 setzte er sich mit 54,2 % der Stimmen gegen Klaus Förster (CSU) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,2 % und damit 13,6 % niedriger als bei der Stichwahl 2020. In der ersten Stadtratssitzung der neuen Amtsperiode wurden Herwig Leiter (CSU) zum Zweiten Bürgermeister und Armin Bergmann (SPD) zum Dritten Bürgermeister gewählt.

1972–1996 Hartmut Gärtner (SPD)

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