Bob Marley [bɒb ˈmɑː(ɹ)li] (* 6. Februar 1945 in Nine Miles, Saint Ann Parish, Jamaika; † 11. Mai 1981 in Miami, USA; eigentlich Robert Nesta Marley, ab März 1981 Berhane Selassie) war ein jamaikanischer Reggaemusiker, Gitarrist, Songwriter sowie Aktivist und gilt als bedeutendster Vertreter und Mitbegründer der Reggaemusik.
Musikalisch trat Marley in seiner Karriere fast ausschließlich als Teil der Wailers auf, deren Frontmann und Hauptautor Marley war. Die Band wurde ab Mitte der 1970er-Jahre international bekannt, zu ihren kommerziell erfolgreichsten Liedern gehören unter anderem: Stir It Up (1967), I Shot the Sheriff und Get Up, Stand Up (je 1973), No Woman, No Cry (1975), Could You Be Loved und Redemption Song (je 1980) sowie Buffalo Soldier (1983). Neben seinem musikalischen Werk verbreitete Marley die Botschaft der Rastafari-Bewegung, was sich auch deutlich in seiner Musik, dem sogenannten Roots-Reggae, widerspiegelt. Für deren Anhänger und für viele Menschen der Dritten Welt war und ist Marley eine wichtige Identifikationsfigur.
Robert Nesta Marley wurde am 6. Februar 1945 um 2.30 Uhr morgens in dem Dorf Nine Miles in dem Parish (Gemeinde) Saint Ann in der britischen Kolonie Jamaika im Haus seines Großvaters geboren.
Seine dunkelhäutige Mutter, die Sängerin Cedella Marley Booker, war bei seiner Geburt 18 Jahre alt, sein weißer Vater Norval Sinclair Marley (1885–1955), ein Hauptmann der britischen Armee, dagegen schon etwa 60 Jahre. Die Hochzeit der beiden war ein Skandal und führte zum Ausscheiden von Captain Marley aus der Armee.
Marley äußerte sich später kaum über seinen englischen Vater. Mehreren Berichten zufolge dauerte dessen Beziehung zu seiner Mutter nur kurz. Nach anderen Berichten soll er die Familie mit einem Lebensmittelgeschäft mühsam über die Runden gebracht und erst Jahre später verlassen haben.
Marleys Kindheit war geprägt von der Kultur der schwarzen Mehrheitsbevölkerung, von magischen Vorstellungen, von Kobolden, der Vorstellung von Geistern und von unzähligen Geschichten, aber auch von der spezifischen Ausprägung des in der damaligen britischen Kolonie Jamaika gepflegten Christentums. Er verbrachte seine Kindheitsjahre in der ländlichen Kleinstadt Rhoden Hall. Er folgte seiner Mutter mit zwölf Jahren nach Trenchtown, einem Stadtteil der jamaikanischen Hauptstadt Kingston, in der sie hofften, Arbeit zu finden.
Mit 16 Jahren brach er die Schule ab, auf Wunsch seiner Mutter wurde er Mechaniker. Nach einigen Jahren gab er jedoch die Arbeit in einer Fahrradreparaturwerkstatt auf und verwirklichte seinen Traum, Musiker zu werden. In seiner Jugend verbrachte er viel Zeit in der Suppenküche seines engen Freundes Vincent Ford, der ihn zu mehreren seiner Lieder inspirierte und unter anderem als Autor von No Woman, No Cry geführt wird.
Am 11. Februar 1966 heiratete Marley seine kubanische Jugendfreundin Rita Anderson. Schon am folgenden Tag brach er in die Vereinigten Staaten auf, um seine Mutter, die inzwischen in Delaware lebte, zu besuchen. Dort arbeitete er auch einige Zeit, um seine Musikerkarriere finanzieren zu können. Doch schon bald zog es ihn wieder in seine Heimat Jamaika. Mit seiner Frau Rita hatte er vier leibliche Kinder und ein Stiefkind, das er nach der Hochzeit adoptierte: Cedella (* 1967), David (Ziggy) (* 1968), Stephen (* 1972), Stephanie (* 1974) und Sharon (* 1964, adoptiert). Ziggy, Cedella, Stephen und Sharon traten gemeinsam als Reggaeband Ziggy Marley and the Melody Makers auf.
Marley hatte auch sieben uneheliche Kinder, als er mit Rita verheiratet war:
Mit Janet Hunt: Rohan (* 1972)
Mit Patricia Williams: Robbie (* 1972)
Mit Janet Bowen: Karen (* 1973)
Mit Lucy Pounder: Julian (* 1975)
Mit Anita Belnavis: Ky-Mani (* 1976)
Mit Cindy Breakspeare: Damian (* 1978)
Mit Yvette Crichton: Makeda (* 1981)
Ebenso wie die mit seiner Ehefrau gemeinsamen Kinder starteten auch Ky-Mani, Julian und Damian erfolgreich Solokarrieren als Reggaemusiker.
Ab Mitte der 1960er-Jahre identifizierte sich Marley mehr und mehr mit der Religion der Rastafari. 1967 konvertierte er vom Christentum zum Rasta. Die Rastafari berufen sich auf die Bibel, führen einen Kampf gegen die Unterdrückung der Schwarzen und hoffen auf ihre künftige Heimkehr nach Afrika. Sie tragen gedrehte, verfilzte Haare, die Dreadlocks, welche ihnen ein löwenähnliches Aussehen verleihen. Die Religion mit ihren spirituellen und mystischen Elementen hatte auch großen Einfluss auf Marleys Musik. Religiöse Rhetorik bestimmte seine Songs und verlieh ihnen eine hypnotische Ausstrahlung. In Interviews zitierte er gerne aus dem Alten Testament.