Blaze Bayley (* 29. Mai 1963 in Birmingham, England als Bayley Alexander Cooke) ist ein britischer Metal-Sänger. Bekannt wurde er vor allem durch sein Engagement bei Iron Maiden. Derzeit ist er Leadsänger der nach ihm benannten Band Blaze Bayley (vormals Blaze).
Blaze Bayley begann seine Gesangskarriere bei der britischen, 1984 gegründeten Band Wolfsbane. Mit dieser Gruppe nahm Bayley insgesamt drei Studio- und ein Live-Album sowie diverse Singles auf. 1991 spielte Wolfsbane im Vorprogramm von Iron Maiden. 1994 fragte Iron Maiden bei Bayley an, ob er Nachfolger von Bruce Dickinson werden wolle. Bayley sagte zu und verließ seine Band, die sich daraufhin auflöste.
Bayley war der Sänger auf den Alben The X Factor (1995) und Virtual XI (1998). Er hatte bei Iron Maiden von Anfang an einen schweren Stand, da sein direkter Vorgänger Bruce Dickinson, der seit 1981 für die Band gesungen hatte, stärker mit der Band assoziiert wurde. Die ersten Songs von The X Factor waren noch komplett auf Dickinsons Stimme zugeschnitten, wobei die Stimme von Bayley eine gänzlich andere Klangfarbe hatte, erheblich dunkler und tiefer. Trotzdem war die erste Single von Iron Maiden mit Bayley, Man on the Edge, die von Bayley verfasst worden war, ein großer Erfolg für den Sänger. Erst auf Virtual XI wurde Bayley komplett am Songwriting beteiligt. Das Album erreichte nicht die Absatzzahlen der früheren Werke mit Dickinson.
Neben dem fehlenden kommerziellen Erfolg bekam Bayley auf der letzten Tour mit Iron Maiden zudem erhebliche Stimmprobleme. Die Band musste wegen einer Allergie-Erkrankung Bayleys die letzten Shows in den Vereinigten Staaten absagen. Nach dem abrupten Ende der Tournee wurde bekanntgegeben, dass sowohl Adrian Smith als auch Bruce Dickinson zu Maiden zurückkehren würden. Die Zusammenarbeit mit Bayley wurde einvernehmlich beendet.
Nach seinem Weggang betont Bayley in Interviews immer wieder, dass er sich von der Band fair behandelt gefühlt habe, dass ihn auch Bruce Dickinson stets unterstützt habe. Songs wie The Clansman, Lord of the Flies, Man on the Edge, Futureal und Sign of the Cross gehören auch nach der einvernehmlichen Trennung und der Rückkehr Dickinsons zu der Iron-Maiden-Setlist.
Mit Steve Harris pflegte er in den nachfolgenden Jahren einen freundschaftlichen Umgang. Unter anderem produzierte er mehrere Alben in dessen Homestudio. Als die Band 2026 in die Rock and Roll Hall of Fame nominiert wurde, fehlte Bayleys Name, doch Iron Maiden setzte sich dafür ein, dass er und weitere ehemalige Mitglieder nachnominiert wurden.
2000 veröffentlichte Bayley das Album Silicon Messiah, das unter seinem Spitznamen Blaze erschien. Zum Line-up der Band gehörten Steve Wray (Gitarre), John Slater (Gitarre), Rob Naylor (Bass) und Jeff Singer (Schlagzeug). Mit diesem Line-up spielte Bayley auch das Album The Tenth Dimension (2002) und das Live-Album As Live As It Gets (2001) ein. Naylor und Singer wurden später durch Wayne Banks und Jason Bowld ersetzt. Blood and Belief folgte 2004. Bayley sprach in dieser Zeit offen über seine Alkoholprobleme und Depressionen, die er auch auf dem letzten Album unter dem Namen Blaze verarbeitete.
In den nächsten Jahren kommt es zu diversen Umbesetzungen, bis die Band schließlich ganz zerbrach. Die Band machte dann als Rise to Addiction mit Sänger Leigh Oates weiter. Ende 2007 reformierten sich Wolfsbane für einige Gigs im Vorprogramm von The Wildhearts.
Blaze Bayley und Wolfsbane (seit 2007)
Mit neuen Musikern war er ab 2007 aktiv und veröffentlichte, diesmal unter seinem vollständigen Pseudonym, die Live-DVD Alive in Poland. Das erste Studio-Album, The Men Who Would Not Die, erschien am 7. Juli 2008. Es wurde von der internationalen Presse wohlwollend aufgenommen.
Am 14. Februar 2007 heiratete Bayley seine langjährige Freundin Debbie Hartland. Am 27. September 2008 verstarb Debbie Hartland, die auch Managerin der Band war, an einer Gehirnblutung. Das zweite Album, Promise and Terror, erschien am 1. Februar 2010. Auf dem Album verarbeitet er unter anderem den plötzlichen und tragischen Tod seiner langjährigen Lebensgefährtin und Ehefrau.
Am 19. Mai 2010 gab der Drummer Larry Paterson bekannt, dass er die Band aus persönlichen und beruflichen Gründen verlassen werde. Auch die Bandmanagerin Anna gab ihren Ausstieg aus Blaze Bayley bekannt. In einem Statement sagte sie, dass die Band und sie nicht die gleichen Ansichten bezüglich der Zukunft der Band teilen würden und dass diese Differenzen unüberbrückbar wären („The band and I do not share the same views about the future of the band and these differences are unfortunately irreconcilable...“). Am 29. März 2011 gab Blaze Bayley auf seiner Homepage bekannt, dass er sich aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen von der Band trennen musste. In einem weiteren Statement betonte er, fortan als Solokünstler aufzutreten. In der Folge arbeitete er vor allem mit Session- und Gastmusikern zusammen, bis er 2014 die britische Melodic-Metal-Band Absolva als konstante Begleitgruppe engagiert.
Parallel dazu startete Bayley eine Reunion mit Wolfsbane, die seitdem eine Reihe von Veröffentlichung in Eigenproduktion herausbrachten und diverse Liveshows spielten.
Am 8. März 2012 erschien das Album The King of Metal, das im Heimstudio von Steve Harris unter der Regie von Tony Newton aufgenommen wurde. Im Anschluss fand eine intensive Tour durch Europa mit mehr als 60 Gigs statt. Zum Line-up gehörte auch der belgische Gitarrist Thomas Zwijsen, der als Ausnahmetalent gilt und neben Bayley hauptverantwortlich für das Songwriting war. Es folgte eine Akustik- beziehungsweise Unplugged-Tour, einige Auftritte mit Wolfsbane und eine Osteuropatournee mit Paul Di’Anno.
2013 erschien zunächst Russian Holiday/w. Thomas Zwijsen, eine EP klassisch arrangierten Songs. Es folgte ein Best-of-Doppelalbum unter dem Titel Soundtracks of My Life anlässlich seines 30. Jubiläums als Metalsänger mit Tracks aus seiner gesamten Karriere. Es folgte erneut eine umfangreiche Tour, bei der in Prag auch ein Livealbum und -video mitgeschnitten wurde.
2015 tourte er im Package mit Udo Dirkschneider (Accept, U.D.O.), Tim Ripper Owens (unter anderm Judas Priest, Iced Earth) und Mike Vescera (unter anderem Loudness und Yngwie Malmsteen) als The Metal Singers durch die Vereinigten Staaten und Kanada.
2016 erschien das Album Infinite Entanglement. Dies war der Beginn einer Albumtrilogie, die 2017 mit Endure and Survive (Infinite Entanglement Part II) fortgesetzt und 2018 mit The Redemption of William Black (Infinite Entanglement Part III) abgeschlossen wurde.
2018 erschien mit December Wind ein Akustikalbum mit Thomas Zwijsen.